Musikalisch

Boygroup hat´s einfach immer noch drauf

Weiße Haare? Die spielen keine Rolle. Den jugendlichen Charme hat (L)a Capella nicht eingebüßt. Foto: (L)a Capella
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Weiße Haare? Die spielen keine Rolle. Den jugendlichen Charme hat (L)a Capella nicht eingebüßt.

(L)a Capella hat sich inzwischen auf vier Köpfe verkleinert. Diese träumen vom ganz großen Auftritt.

Von Peter Klohs

„Die älteste Boy-Group zumindest in Burscheid“, so bezeichnen sich augenzwinkernd die Sänger von (L)a Capella. Der Leiter des Ensembles, Lothar Romanowski, ist sich nicht ganz sicher, ob diese Aussage auch auf das gesamte Bergische Land zutrifft, aber ausschließen mag er das nicht. Seit mehr als 20 Jahren bereichert (L)a Capella die Burscheider Kulturszene.

Romanowski erzählt detailreich und humorvoll von seinen Anfängen in der Musikszene und der Karriere der Sänger. Geboren 1943 in Königsberg und im Sauerland aufgewachsen, kam er 1972 nach Burscheid und lebt seitdem in der Stadt. „Ich fühle mich als Bergischer Junge“, sagt er dazu.

Seit 1974 war Lothar Romanowski in Gesangsvereinen tätig. Nach einem Chorleiter-Lehrgang erhielt er 1983 den C-Schein, der ihn dazu befähigte, Chöre eigenverantwortlich zu leiten. 1986 war er Mitbegründer eines Burscheider Frauenchores, den er - wie er sagt - „von Null auf ein beachtliches gesangliches Niveau“ brachte. Er war Co-Leiter des Burscheider Gesangvereins MGV Dürscheid und übernahm in der Stadt einen gemischten Chor, den er bis 2010 leitete.

Die Anfänge von (L)a Capella gehen auf das Jahr 1998 zurück. Romanowski erinnert sich: „Die Frau unseres Sängers Franz-Josef Schmitz hatte Geburtstag, ich glaube, es war der vierzigste. Wir Männer hatten uns Blasinstrumente besorgt und spielten als Ständchen ‚Alle Jahre wieder’, was sicherlich furchtbar klang. Aber es hat solchen Spaß gemacht, dass wir die nächsten Jahre damit beschäftigt waren, langsam ein gewisses Repertoire aufzubauen. Der Einsatz der Blasinstrumente wurde stetig weniger, und wir verlegten uns auf den A-Capella-Gesang, der nur gelegentlich von Gitarre oder Keyboard begleitet wird.“ Eine offizielle Geburtsstunde gab es für (L)a Capella in diesem Sinne nicht, wenngleich der „Auftritt“ zum Geburtstag eine Art Initialzündung war.

Mittlerweile ist das Repertoire stattlich angewachsen und umfasst rund 250 Stücke, wovon 50 „direkt greifbar“ sind. „Die müssen wir nicht mehr üben“, weiß Lothar Romanowski. „Da schaut man einmal über die Noten, und los geht’s.“

(L)a Capella sind bekannt und beliebt wegen ihrer Art, bekannten Schlagern oder Popsongs einen eigenen und zumeist lustigen Text zu verpassen, für die zumeist Romanowski oder Franz-Josef Schmitz zuständig sind.

Aber das Repertoire ist weitgefächert und reicht von Volksmusik über christliches Liedgut bis hin zur Romantik. Die Arrangements liegen in den Händen des Leiters. Die Begleitung der Sänger ebenfalls: Erst mit 40 Jahren begann Romanowski zu diesem Zweck damit, Klavierunterricht zu nehmen.

Die meiste Zeit ihres Bestehens agierte die ältere Boy-Group als Quintett. Aktuell sind die Sänger zu viert tätig. Ein Mitglied musste aus gesundheitlichen Gründen passen. „Wir werden erstmal ein Quartett bleiben“, kündigt der Chef von (L)a Capella an. „Es sei denn, wir finden einen Ersatz für den Bariton, was ich nicht ausschließen will.“

„Da schaut man einmal über die Noten, und los geht´s.“

Lothar Romanowski

Außer Romanowski, ein typischer Allrounder, der alle Stimmen außer Bass singen kann, sind noch der Bariton Franz-Josef Schmitz, der Tenor Helmut Bollig sowie der Bass Dirk Wengenroth im Ensemble verankert. „Wir wollen gesanglich sauber klingen“, sagt Romanowski. „Stimmlich fit sein ist unerlässlich, weshalb wir auch stets Stimmbildung trainieren. Aber da kann ich mich auf die Jungs zu 100 Prozent verlassen.“

Die Burscheider Sänger leiden darunter, dass sie während der Corona-Pandemie nur unzulänglich proben konnten. „Aber das ändert sich auch wieder.“ Obwohl der Humor für das Gesangsquartett überaus wichtig ist, kann das Ensemble auch anders. „Wir haben auch russisch-orthodoxe Gesänge im Repertoire“, sagt Romanowski. „Und die werden natürlich auch auf Russisch gesungen.“ Weitere Lieder der vier Sänger werden in Italienisch, Polnisch oder alpenländischer Sprache vorgetragen.

(L)a Capella würde sehr gerne einmal ein größeres, überregionales Konzert durchführen. „Ich möchte gerne wissen, ob wir auch ein paar Tausend Leute begeistern können“, sagt Lothar Romanowski. „Aber es ist ja noch Zeit. Solange ich kann, machen wir weiter.“

Konzerte

Die Burscheider Sänger von (L)a Capella konnten 2021 nur auf zwei Konzerten singen. Die Pläne des Quartetts sehen für 2022 vor, dass man am 19. März auf der Jahreshauptversammlung des Gartenbauvereins in Burscheid auftritt. Daneben würden die Sänger gerne im Mai auf dem Bakkerhof in Pattscheid-Oberölbach gastieren, wo sie schon einmal ein umjubeltes Konzert gegeben haben. Weitere Pläne, die noch nicht spruchreif sind, ziehen sich bis in den September. Und im Dezember stehen wieder Open-Air-Konzerte vor der Buchhandlung Ute Hentschel auf dem Programm.

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