Beratungsstelle hilft oft nach häuslicher Gewalt

Bei 75 Prozent aller Beratungsgespräche zum Thema Gewalt ging es um häusliche Gewalt, stellt die Allgemeine Beratungsstelle für den Kreis fest. Symbolfoto: Christian Beier
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Bei 75 Prozent aller Beratungsgespräche zum Thema Gewalt ging es um häusliche Gewalt, stellt die Allgemeine Beratungsstelle für den Kreis fest. Symbolfoto: Christian Beier

Interventionsstelle für Mädchen und Frauen legt Jahresbericht für 2021 vor

Von unserer Redaktion

Die Zahlen bleiben alarmierend: Die Allgemeine Frauenberatungsstelle führte im vergangenen Jahr von 675 Gesprächen die Hälfte zum Thema Gewalt durch – und davon rund 75 Prozent zu häuslicher Gewalt. Das geht aus einem aktuellen Jahresbericht hervor, den die Beratungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis nun vorgelegt hat. 125 Mal hätten demnach die Mitarbeiterinnen Frauen unterstützt, nach dem die Polizei wegen Gewalt im häuslichen oder familiären Umfeld gerufen worden war.

Dennoch: Die Beratungsstelle zeigt sich zufrieden mit ihrer Arbeit. „2021 sind wir gut gerüstet gestartet. Insbesondere unser bewährtes Krisenmanagement hat uns Sicherheit gegeben und uns optimistisch in das neue Jahr schauen lassen“, heißt es im Bericht. Und weiter: „Die Beratungsanfragen aus dem Nordkreis verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahr. Wir führen dies unter anderem auf unsere vermehrten Vernetzungsaktivitäten zurück. “

Pandemie schränkt Angebot nicht mehr ein

Auffällig sei jedoch eine Verdopplung der Anfragen von Frauen über 60 Jahren, alle mit der Thematik häusliche Gewalt. Anfragen zu Essstörungen sind um fast 30 Prozent gestiegen. Die Komplexität der Beratungen habe insgesamt zugenommen. Und das hätten die Mitarbeiterinnen trotz Pandemiegeschehen gut bewältigt: „Aufgrund unseres guten Krisenmanagements wirkte die Pandemie in ihrem zweiten Jahr nicht mehr in unsere Arbeit hinein. Unsere Kapazitäten und Ressourcen flossen wieder im vollen Umfang in unsere Kernaufgaben: Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Schulungen. “

Und auch die Beratung für Mädchen sei nicht durch die Corona-Krise eingeschränkt worden. So habe man trotz Lockdown und digitalem Schulunterricht viele Mädchen erreichen können. Zum anderen wurde die auslaufende öffentliche Förderung der Mädchenberatungsstelle um zwei weitere Jahre verlängert. Das Gesundheitsamt und das Jugendamt des Rheinisch-Bergischen Kreis sowie die Jugendämter der Städte Bergisch Gladbach, Wermelskirchen und Overath förderten bis Ende 2023 mit 80 Prozent.

„Darüber hinaus gibt es seit August 2021 mit der Stadt Rösrath eine eigene Vereinbarung, die es uns ermöglicht, auch dort unsere Angebote für Mädchen vorzuhalten“, heißt es von der Mädchenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis. Auffällig sei gewesen, dass vor allem die Anfragen zu Essstörungen und familiären Problemen stark angestiegen seien. Gleiches gelte für sexualisierte, häusliche und digitale Gewalt. Vier Mal habe die Beratungsstelle wegen Kindeswohlgefährdung interveniert. Die meisten Mädchen waren zwischen zwölf und 17 Jahre alt.

Neben 186 Beratungsgesprächen habe es im vergangenen Jahr zudem 16 Informations- und Präventionsveranstaltungen gegeben, an denen 426 Mädchen und 271 Jungen teilgenommen hätten, bilanziert die Beratungsstelle.

Allgemeine Beratungsstelle

Hintergrund: Der Verein „Frauen helfen Frauen“ hat sich zum Ziel gemacht, Mädchen und Frauen bei Problemen zu unterstützen, begleiten und zu fördern. Unter dem Dach des Vereins sind auch die Allgemeinen Beratungsstellen für Frauen und Mädchen des Kreises angesiedelt.

Beratung für Frauen: Hauptstraße 155, Bergisch Gladbach, erreichbar Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr, Tel. (0 22 02) 4 51 12.

frauenberatungsstelle-bgl@ t-online.de

Beratung für Mädchen: Erreichbar per Internet, E-Mail oder unter (0 22 02) 9 89 11 55.

maedchenberatungsstelle-bgl @t-online.de

maedchenberatung-bgl.de

maedchenberatung-online.de

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