Rathaus

Beratungsstelle ist auch in der Krise gefragt

Cosima Mai und Ute Scharf sind als Senioren- und Pflegeberaterinnen in der Stadtverwaltung tätig. Archivfoto: Stadt Burscheid
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Cosima Mai und Ute Scharf sind als Senioren- und Pflegeberaterinnen in der Stadtverwaltung tätig.

Cosima Mai und Ute Scharf haben im Rathaus jede Menge zu tun.

Von Claudia Radzwill

Burscheid. Seit März beherrscht die Pandemie das gesellschaftliche Leben. AHA-Regeln und die immer wieder wechselnden Corona-Schutzverordnungen bestimmen viele Lebensbereiche. Davon betroffen sind auch Beratungsstellen wie die Senioren-, Pflege- und Wohnraumberatung im Rathaus von Burscheid. Dennoch zieht Ann-Kathrin Gusowski von der Pressestelle der Stadt rückblickend für 2020 eine positive Bilanz. „Das Angebot wurde von vielen Bürgern angenommen. Die Beratungen haben sich trotz der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht“, lautet das Fazit.

Die Gründe, für die die Menschen die Beratungsstelle kontaktieren sind vielfältig. „Sie suchen Hilfe bei akuten Erkrankung wie einem Schlaganfall, einem Schulterbruch oder einem Beinbruch. Angehörige brauchen Rat, wenn es um eine fortschreitende Erkrankung wie Demenz oder Senilität geht“, erklärt Ute Scharf, die zusammen mit Cosima Mai dort berät.

In der Beratungsstelle gibt es aber auch präventive Gespräche etwa zum Thema „Wie stelle sich mich für mein Alter gut auf?“. Tätig werden die Beraterinnen auch, wenn eine Verwahrlosung von Senioren in der eigenen Wohnung droht und sie von Angehörigen oder Pflegediensten kontaktiert werden.

„Die Vereinsamung der Bürger aufgrund fehlender Angebote ist spürbar.“
Ute Scharf

Die Corona-Pandemie hat den Beratungsalltag dennoch verändert. Es gibt kaum noch Laufkundschaft, denn: „Termine, ob im Rathaus oder zuhause, müssen zuvor vereinbart werden“, erklärt Ann-Kathrin Gusowski. Gespräche finden nur mit beiderseitigem Mundschutz statt, die Desinfektion der Hände ist Pflicht, und es muss der entsprechende Abstand eingehalten werden. Das alles klappe aber sehr gut.

Was auffällt: „Die Gespräche mit den Bürgern sind während der Corona-Pandemie länger – die Vereinsamung der Bürger aufgrund fehlender Angebote wie Tagespflege oder Treffen in Kirchengemeinden ist spürbar“, sagt Ute Scharf.

Die Senioren-, Pflege- und Wohnraumberatungsstelle pflegt ein gut funktionierendes Netzwerk. Auch in der Krise laufe diese Zusammenarbeit Hand in Hand. „Dienstleistern und Behörden bemühen sich trotz Mehrarbeit immer, auch individuelle Lösungen zu finden.“ In den vielen durchweg positiven Rückmeldungen spiegelt sich das starke Engagement der Beratungsstelle wieder. Für die Mitarbeiterinnen ist es ein Ansporn: „Diese große Zustimmung stärkt uns im Arbeitsalltag.“

Für die Beratungsstelle gab es im Jahr 2020 allerdings noch ein zweites wichtiges Thema - abseits der Corona-Pandemie. Und es wird auch noch 2021 die Stadt beschäftigen. Der Rheinisch-Bergische Kreis will die Pflege- und Seniorenberatung neu ausrichten. Ende des Jahres 2019 war bekanntgeworden, dass Beratungen nach den Vorstellungen des Kreises nur noch zentral vom Kreis wahrgenommen werden sollten. Dies war auf heftigen Widerstand in den Städten Burscheid, Leichlingen und Wermelskirchen gestoßen. Damit die Beratung auf kommunaler Ebene verbleibt, wurden Unterschriften der Burscheider Bürger gesammelt. Im September 2020 hieß es dann, die Senioren- und Pflegeberatung bleibe weiterhin in kommunaler Hand. So sei es in einer gemeinsamen Videokonferenz der Städte mit Landrat Stephan Santelmann und dem Sozialdezernenten des Kreises, Markus Fischer, verhandelt worden. Die Pressesprecherin der Stadt Burscheid, Renate Bergfelder-Weiss, teilte damals mit: „In weiteren Gesprächen mit den Verantwortlichen des Kreises werden rechtliche Fragen, die Finanzierung und das Qualitätsmanagement im Detail abgestimmt.“ Bisher allerdings gebe es dazu keine weitere Entscheidung des Kreises, heißt es nun aus der Pressestelle im Rathaus. „Verhandlungen mit den Bürgermeistern der Städte Burscheid, Wermelskirchen und Leichlingen stehen - trotz der Zusage des Landrats - weiterhin aus.“

Planungen

Für 2020 hatte die Beratungsstelle auch zwei Schulungen gemeinsam mit der Alzheimer Gesellschaft und der AOK Rheinland zum Thema „Leben mit Demenz“ geplant. Wegen der Pandemie musste einer der Termine abgesagt werden, der zweite wurde im „Haus der Kunst“ – unter Beachtung aller Hygienemaßnahmen – mit 18 Teilnehmern durchgeführt. Die nächste Schulung ist für April 2021 geplant.

www.burscheid.de

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