Mehr Sicherheit gefordert

Beleuchtung bleibt auf der Tagesordnung

Mit Photovoltaik will die SPD den Abschnitt zwischen Großhamberg und Haltestelle Forellental ausstatten. Archivfoto: Doro Siewert
+
Mit Photovoltaik will die SPD den Abschnitt zwischen Großhamberg und Haltestelle Forellental ausstatten.

SPD fordert im Ausschuss mehr Sicherheit für Nutzer des Rad- und Gehwegs an der K 2.

Von Nadja Lehmann

Kämpferischer wolle man sein, so hatte es die SPD vor ein paar Wochen im Gespräch mit dem Bergischen Volksboten angekündigt. Das stellten die Sozialdemokraten jetzt am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss unter Beweis, indem sie einen Antrag zur Beleuchtung des Geh- und Radwegs von Großhamberg zur Bushaltestelle Forellental neu auflegten. Einen gleichlautenden Antrag hatte im Januar 2020 bereits Anwohner Klaus-Dieter Adams gestellt. Wie mit dem Bürgerantrag jedoch im November im Hauptausschuss umgegangen worden sei, spiegele nicht das politische Verständnis der SPD-Fraktion wider, heißt es in der Begründung ihres Antrags: „Es ist uns zu kurz gekommen, dass wir darüber gesprochen haben“, erklärte Fraktionschef Klaus Becker nun im Haus der Kunst Von einem „Hauruckverfahren“ war von Seiten der SPD die Rede und von unbefriedigenden Antworten des Kreises. Denn dieser ist formal für die K 2 zuständig.

In ihrem Antrag wirbt die SPD dafür, den Geh- und Radweg an der Kreisstraße 2 zwischen Großhamberg und der Haltestelle Forellental zu beleuchten: „Gerne mit Photovoltaik.“ Damit will die SPD den auch als Schulweg genutzten Abschnitt sicherer machen: „Ein gut beleuchteter Schulweg schützt unsere Kinder“, begründet dies die SPD-Fraktion.

Zudem verweist sie auf ein Tötungsdelikt, bei dem just an diesem Abschnitt im März 2019 ein 23-Jähriger durch einen Messerstich zu Tode gekommen sei. Den Zeitpunkt für eine Maßnahme halten die Sozialdemokraten für ideal: Schließlich plane der Kreis, den Geh- und Radweg im Sommer mit einer neuen Asphaltdecke zu versehen. „In diesem Zuge bietet sich die Anbringung einer Beleuchtung geradezu an.“

Die Kosten dafür hatte die Belkaw GmbH bereits vor Jahren auf rund 85 000 Euro beziffert, verbunden mit Folgekosten von 1700 Euro jährlich. „Das erscheint mir sehr hoch“, fand nun Klaus Becker und wurde von Ulrike Hanke (Bündnis für Burscheid) unterstützt: Sie habe ein Angebot eingeholt, das auf 21 000 Euro laute, allerdings ohne Arbeitsleistung. „Wir haben durchaus noch mal nachgehakt“, betonte Fachbereichsleiter Dirk Runge. „Die Antworten sind so.“ So wisse der Kreis beispielsweise nichts von einem Tötungsdelikt an dieser Stelle.

Antworten hatte es schon 2020 gegeben

Bereits im vergangenen November hatte Runge im Hauptausschuss die Rolle des Kreises als Straßenbaulastträger hervorgehoben. Dieser aber unterhalte an den Kreisstraßen keinerlei Beleuchtung, die Lampen von Fahrrädern und Autos müssten außerhalb der Ortsdurchfahrten genügen. Würde dennoch eine Beleuchtung gewünscht, müsse die Kommune die Kosten tragen.

Horst Buttkus will Kreis nicht aus Verantwortung entlassen

Genau dies war der Punkt, an dem sich Horst Buttkus (CDU) störte. „Da öffnen wir doch Tür und Tor, dass der Kreis Aufgaben auf uns abwälzt.“ Er wolle den SPD-Antrag nicht abwiegeln: „Aber ich will den Kreis nicht aus der Verantwortung lassen.“ Joachim Wirths (FDP) warb dagegen für eine größere Lösung: „Ich bin dafür, den Antrag zum Teil eines ÖPNV-Konzepts (Öffentlicher Personennahverkehr) zu machen, mit dem Ziel, die Außenortschaften besser einzubinden.“

Schließlich kam Bürgermeister Stefan Caplan mit einem Vorschlag um die Ecke: Man stimme über den Antrag nicht ab, stattdessen werde die Verwaltung nochmals vertiefend tätig. „Ich bemerke ein ernsthaftes Interesse an einer Lösung“, reagierte Klaus Becker positiv in Richtung Ausschussmitglieder und Rathaus. „Wir geben den Antrag zurück an die Verwaltung.“

Das Thema wird also weiter auf der Tagesordnung bleiben, Fortsetzung folgt.

Hintergrund

Die Verwaltung wird neu auf den Kreis zugehen und vertiefend tätig werden: Mit diesem Kompromiss einigten sich die Politiker quasi auf eine Vertagung der Beschlussvorlage und verzichteten auf eine Abstimmung. In der Vorlage hatte die Verwaltung zunächst mit Blick auf die Kosten für eine Beleuchtung vorgeschlagen, die Förderlandschaft im Blick zu behalten und gegebenenfalls einen Antrag auf Unterstützung für die Maßnahme zu stellen. Mit Erstantragssteller Adams behalte man zudem die Gefahrenlage im Auge.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ab sofort startet der Notarzt in Burscheid
Ab sofort startet der Notarzt in Burscheid
Ab sofort startet der Notarzt in Burscheid
Nickut-Catering liefert täglich über 10 000 Essen aus
Nickut-Catering liefert täglich über 10 000 Essen aus
Nickut-Catering liefert täglich über 10 000 Essen aus
Team in den Filialen zieht an einem Strang
Team in den Filialen zieht an einem Strang
Team in den Filialen zieht an einem Strang
Gunnar Freudenberg liest aus seinem Buch „Mein Leben als Papa“
Gunnar Freudenberg liest aus seinem Buch „Mein Leben als Papa“
Gunnar Freudenberg liest aus seinem Buch „Mein Leben als Papa“

Kommentare