Beim „Waldbaden“ ganz runterkommen

Angebot auf Gut Landscheid

Von Markus Schumacher

„Waldbaden“ bieten die Tagesklinik auf Gut Landscheid und die Klinik Wersbach jetzt als ergänzende Therapie an. Das Wispern der Blätter, der Duft des Herbstlaubs, ein Vogelruf, das Schattenspiel der Morgensonne auf dem Waldboden – all das und noch viel mehr sollen Patienten mit seelischen Erkrankungen in dem Wald erfahren, der direkt vor der Haustür des Guts Landscheid in Burscheid liegt.

Helen Mau und Anjeli Goindi, Mitarbeiterinnen der Klinik Wersbach in Leichlingen und der Tagesklinik auf Gut Landscheid, leiten die Teilnehmer behutsam an, in die Natur einzutauchen, sie mit allen Sinnen zu erfahren. Patienten mit seelischen Erkrankungen, aber auch Tagungsgäste des Hotels können in den Genuss des ganzheitlichen Naturerlebens kommen. „Wir machen mit kleinen Gruppen einfache, spielerische Übungen, damit die Patienten runterkommen und wahrnehmen, was die Natur ihnen bietet“, sagt Helen Mau. Das geschehe mit viel Ruhe, wie in Zeitlupe. Waldbaden vermittele die Entdeckung der Langsamkeit. Mau: „Wir gehen mit einem Zehntel des üblichen Gehtempos, möglichst barfuß, halten inne.“

Zum Einstieg heißt es: „Augen schließen, wahrnehmen, die Sinne schärfen.“ Das Besinnen auf das Hier und Jetzt falle leichter, wenn vorher Atemübungen den Ruhemodus einleiten. „Den Sauerstoff einatmen, langsam und bewusst ausatmen, das ist schon Meditation“, sagt Anjeli Goindi.

Eine andere Übung: die Baumgarderobe. Die Teilnehmer legen dabei ihre Probleme wie einen Mantel vorübergehend am Baum ab, ohne auszusprechen, um welche es sich handelt. Nach dem Waldbaden können sie die Probleme wieder mitnehmen – oder einfach dort hängen lassen. „Etwa die Hälfte der Teilnehmer lassen die Probleme zurück“, sagen die Übungsleiterinnen.

Helen Mau, Sporttherapeutin, Yogalehrerin und Personal Trainerin, sowie ihre Kollegin Anjeli Goindi, ausgebildete Tanztherapeutin, haben eine Zusatzausbildung absolviert. Die positiven Effekte des Waldbadens lassen sich nach ihren Angaben messen: objektiv, wenn der Serotoninspiegel steigt, der Adrenalinspiegel sinkt, die Atmung tiefer und der Puls ruhiger wird. Und subjektiv: „Wir fragen die Patienten jeweils vor und nach dem Waldbesuch, wo ihr Wohlfühlbarometer auf einer Skala von 1 bis 10 liegt. Die meisten fühlen sich nach dem Waldbaden deutlich besser“, resümieren Mau und Goindi.

Direkt vor der Tür des Guts Landscheid wurde ein rund 50 000 qm großes Waldstück von Klinik und Hotel erworben. „Waldbaden“ wird als Therapie in Japan seit langem angeboten. Dr. Christoph Florange, Chefarzt und Geschäftsführer der Klinik Wersbach: „Historisch betrachtet, hat der Deutsche einen besonderen Bezug zum Wald.“

www.klinik-wersbach.de

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