Konzerte

Beethoven nimmt die Burscheider an die Hand

Haben sich für Beethoven engagiert: Dr. Tilman Werner, Jelle von Dryander und Renate Bergfelder-Weiss (v. l.). Foto: Nadja Lehmann
+
Haben sich für Beethoven engagiert: Dr. Tilman Werner, Jelle von Dryander und Renate Bergfelder-Weiss (v. l.).
  • VonNadja Lehmann
    schließen

Am 25. September dreht sich bei einem Stadtspaziergang alles um den Komponisten – Außerdem finden Konzerte im Kulturbadehaus statt

Burscheid. Ein Genie kann so schnell nichts erschüttern. Eigentlich hätte Beethoven ja schon im vergangenen Jahr den 250. Geburtstag feiern sollen. Das hat der große Komponist sicher auch getan, bloß eben still und heimlich. Die Öffentlichkeit musste dem Coronavirus weichen. Nun aber wird alles nachgeholt. Und in Burscheid ist Beethoven sogar höchstselbst anwesend. Den 25. September sollte man sich also dick im Kalender anstreichen. Einem Genie begegnet man schließlich nicht alle Tage.

Im Kulturbadehaus sitzt ein Trio, das maßgeblich dazu beigetragen hat, diesen Beethoven-Tag zu realisieren: Renate Bergfelder-Weiss vom Kulturbüro der Stadt, Jelle von Dryander, Vorsitzende des Kulturvereins, und Dr. Tilmann Werner, Vorsitzender der Musicalischen Academie von 1812 zu Burscheid. „Erste Überlegungen gab es schon 2017“, erinnert sich Renate Bergfelder-Weiss. Die Musikstadt Burscheid wollte sich gern einbringen. Schon 2016 war die Beethoven-Jubiläums-GmbH gegründet worden; landauf, landab sollte dem Komponisten gehuldigt werden. Mit Unterstützung des Bundes und des Kulturministeriums NRW. Und nun geschieht das auch, bei „Burscheid trifft Beethoven“ am 25. September, bei der die Burscheider im wahrsten Sinne des Wortes auf seinen Spuren wandeln können – auf einem Rundgang, an dem es von 11 bis 17 Uhr klingt, tönt und singt. Eingerahmt wird dies durch zwei Konzerte in der Jubiläumsreihe Klavierreihe des Kulturvereins.

„Beethoven for(ever) young“ heißt es am 19. September ab 18 Uhr im Kulturbadehaus. Dort ist Pianistin Agapi Triantafyllidi zu Gast, um gemeinsam mit dem Geiger Nicola Pancic und dem Cellisten Davit Melkonyan Klaviertrios von Beethoven aufzuführen. Am 25. September kommt Tina Teubner (bekannt als Kabarettistin) mit Steven Picard (Geige) und Ben Süverkrüp (Klavier) – alle zusammen sind das „Musikgedankentheater“ – ins Kulturbadehaus. Dort erzählen sie von Beethoven, der nicht sterben will. Seine Idee: Eine Komponiermaschine muss her, die seine Arbeit fortsetzt.

„Das ist der krönende Abschluss des Beethoven-Tags“, freut sich Jelle von Dryander. Dem Kulturverein sei es wichtig gewesen, vor allem der Jugend ein Angebot zu machen. Deshalb ist der Eintritt für Jugendliche an beiden Abenden auch frei. Eine Sitzplatzregistrierung ist allerdings Pflicht, das Kulturbadehaus bietet coronabedingt nur 30 Besuchern Platz. Diese können sich an beiden Abenden übrigens die Bilder von „Kunst im Schaufenster“ betrachten: Pünktlich im Jubiläumsjahr war Beethoven da schon Thema gewesen.

Gleich zu Beginn dürfen auf dem Rundgang alle mitsingen

Auf Berührungsängste können die Burscheider auch am 25. September verzichten. Um 11 Uhr nimmt Beethoven sie an der Evangelischen Kirche an die Hand, während Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger zum Mitsingen animiert. „Kanons, die Beethoven sehr geliebt hat“, sagt Tilmann Werner. In der Stadtbücherei tritt die Musikschule auf, außerdem gibt es durch die Johannes-Löh-Gesamtschule eine Ausstellung: Beethoven à la Andy Warhol. In der Lindenpassage heißt es mitten im Geschäftstreiben: „Beethoven meets business“; dort musiziert erneut die Musikschule. Im Haus der Kunst treffen sich zu noch nie da gewesener Symbiose die Musicalische Academie und die Tanzwerkstatt Trixi Schüttler. „Etwas ganz Neues“, sagt Tilmann Werner. In der Katholischen Kirche greift Silke Hamburger gemeinsam mit Reiner Vallo vierhändig in die Orgeltasten. Gegen 13.25 Uhr folgt eine Verschnaufpause im Katholischen Pfarrgemeindesaal. Eine gute Gelegenheit, um bei Getränk und Imbiss mit dem Meister ins Gespräch zu kommen.

Ab 14 Uhr geht es nämlich wieder weiter. Im Klavierhaus Pyschny spielt die Musikschule Bearbeitungen von Beethoven und Max Bruch (der hatte nämlich auch, etwas unbemerkt 2020 den 100. Todestag). Im Megafon wird’s rhythmisch, wenn ein Schlagzeugensemble der Musikschule Beethoven interpretiert. Das Motto: „Ein Meister wird bekloppt“. Dort läuft um 16 Uhr dann auch ein Film über ihn. Und wer mag, wechselt ins Kulturbadehaus, um ab 19.30 Uhr Tina Teubner und dem Musikgedankentheater zu lauschen. Ein Tag, der Beethoven wohl gefallen hätte.

Hintergrund

Kulturbadehaus: Tickets für Erwachsene und Zählkarten für Kinder/Jugendliche gibt es bei der Info im Rathaus und online unter

www.kulturverein-burscheid.de

www.bergisch-live.de

Burscheid trifft Beethoven: Um 11 Uhr beginnt an der Evangelischen Kirche ein Rundgang durch die Stadt, der optisch gekennzeichnet ist. Beethoven selbst ist natürlich dabei und erzählt von Leben und Werk. Eintritt frei.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Hilgen: Unfall mit zwei Schwerverletzten
Hilgen: Unfall mit zwei Schwerverletzten
Hilgen: Unfall mit zwei Schwerverletzten
„Liebevoll“ gibt es seit zehn Jahren
„Liebevoll“ gibt es seit zehn Jahren
Er setzt auf wütende Filme, die weh tun müssen
Er setzt auf wütende Filme, die weh tun müssen
Er setzt auf wütende Filme, die weh tun müssen
Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid

Kommentare