Baustelle

Straße zwischen Dohm und Lämgesmühle: 13 Monate kein Durchkommen

Die Baustelle ist ein Mammutprojekt. Die K 2 ist für mehr als ein Jahr gesperrt. Sie wird in Teilen komplett neu aufgebaut. Fotos: Doro Siewert
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Die Baustelle ist ein Mammutprojekt. Die K 2 ist für mehr als ein Jahr gesperrt. Sie wird in Teilen komplett neu aufgebaut.

Die Kreisstraße 2 muss stellenweise von Grund auf neu gebaut werden. Hinzu kommen Rohre für Glasfaser und Trinkwasser. Radweg wird breiter.

Von Anja Wollschlaeger

Burscheid. 13 Monate oder mehr wird die Kreisstraße 2 auf dem Abschnitt zwischen Blasberg und Nagelsbaum wohl gesperrt sein. Grund ist eine umfangreiche Sanierung. Beim Besuch auf der Baustelle zeigt sich: Die Straße wird stellenweise von Grund auf neu gebaut.

Den Abend des 14. Juli 2021 hat Bauingenieur Horst Engelhardt nicht vergessen. Als die Bäche weiter und weiter stiegen, ahnte er, dass es eng werden könnte, wo der Murbach seinen Weg zwischen Irlermühle und Imelsbach nimmt. Unter der Kreisstraße 2, die in den 70er Jahren zuletzt ausgebaut worden ist, floss das Gewässer bei dem Starkregenereignis noch durch einen Wellblechtunnel. Der war rostig.

Engelhardt hatte sich als zuständiger Bauleiter schon länger mit der Sanierung der Straße befasst und erinnert sich, wie er gegen 20 Uhr auf das Wasser schaute: „Hier am Bachdurchlass ist es nicht zu Stauungen gekommen.“ Obwohl die Bäche enorm Wasser führten, hatte der Murbach die Straße nicht überspült.

Was Engelhardt nicht ahnen konnte, war, dass der Hang, der die Straße am Fischteich wenig weiter stützte, kurze Zeit später nachgeben würde. Inzwischen weiß der Bauleiter bei der Kreisverwaltung, was passiert ist. Unter dem Straßenkörper sei steiniges Material gewesen. Durch das Hochwasser stieg der Grundwasserspiegel, und gleichzeitig trat immer mehr Wasser aus dem Hang, der den Fischteichen gegenüberliegt, aus. Irgendwann hatte die Straße keinen Halt mehr.

Seit Ende November ist die Durchfahrt dort nicht mehr möglich. Schilder zeigen das voraussichtliche Ende der Bauzeit an: 13 Monate müssen die Verkehrsteilnehmer mindestens Umwege in Kauf nehmen.

Ein fünf Meter tiefer Graben zerschneidet die Baustelle

Wie sich beim Pressetermin zeigte, gilt das auch für Fußgänger. Ein etwa fünf Meter tiefer Graben durchschneidet die Baustelle. Darin entsteht ein neuer Bachdurchlass. Im kommenden Jahr soll der Bach nicht mehr durch Wellblech, sondern zwischen Betonwände fließen und dort auch mehr Platz bekommen. Dafür haben die Bauarbeiter das Gewässer jetzt erst mal an die Seite gelegt. Das Wasser strömt durch Betonrohre am Graben vorbei.

Diese Maßnahme ist nicht der einzige Grund, warum die Baustelle erst in mehreren Monaten fertig wird. Engelhardt zeigt auf die alte Straßendecke, die früher noch als K 28 das Tal durchquerte. Vor 50 Jahren ist sie mit einer dicken Schicht Schotter überzogen worden und bildet noch heute den Untergrund der K 2. Bis Nagelsbaum wird dieses Bauwerk jetzt von Grund auf neu aufgebaut. Frost, Nässe und die Belastungen der Zeit haben der Straße zugesetzt.

Blick hoch Richtung Blasberg: Diesen Abhang kommen im Frühjahr die Kröten hinunter. Sie sollen künftig durch einen Tunnel wandern.

Erneuert wird auch das Entwässerungssystem für die Straßenfläche. Wenn es in Zukunft auf die Straßendecke regnet, dann fließt das Wasser zwar weiterhin bergab und wird wie gehabt unter dem Wanderparkplatz gesammelt. Doch in den kommenden Jahrzehnten soll es dort auch gleich gereinigt werden, bevor es in den Bach geleitet wird.

Die Kröten werden künftig durch einen Tunnel hüpfen

Zudem baut der Rheinisch-Bergische Kreis auch gleich Rohre für die Glasfaserversorgung und neue Trinkwasserrohre unter der Straße ein. Der Radweg wird später um 50 Zentimeter breiter.

Auch die Kröten aus den umliegenden Wäldern sollen künftig ohne menschliche Hilfe sicher zu ihrem Laichgewässer kommen. Von 2,6 Millionen Euro Baukosten entfallen rund 50 000 Euro auf ein Amphibienleitsystem. Seit Jahrzehnten tragen Helfer des Nabu in der Wanderzeit die Tiere in Eimern über die Straße. In Zukunft sollen sie in einem Tunnel unter den Autos hüpfen.

Aktuell, so Engelhardt, sei die Baustelle voll im Zeitplan. Mit Verzögerungen rechnet er, weil nach dem Starkregen noch die Befestigung der Abzweigung nach Dohm eingeplant werden muss. Dafür zuständig ist die Stadt Burscheid, so dass Absprachen zwischen Kreis und Stadt notwendig werden.

Der Kreis nutzt die Maßnahme, um auch unter der Erde tätig zu werden und Rohre zu verlegen.

Bauprojekte: Auch Projekt in Wermelskirchen

Weitere Bauprojekte des Rheinisch-Bergischen Kreises sind die K 38 in Overath, die mit 1,38 Millionen Euro zu Buche schlägt. Außerdem die K 15 in Wermelskirchen-Neuemühle, mit einer Brückensanierung, die mit 600.000 Euro veranschlagt ist, und die K 9 mit dem Neubau des Radweges.

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