Bau-Beschäftigte sollen mehr verdienen

Die Baubranche hat volle Auftragsbücher. Das soll sich auch im Portemonnaie der Beschäftigten widerspiegeln, fordert die Gewerkschaft.Foto: IG Bau
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Die Baubranche hat volle Auftragsbücher. Das soll sich auch im Portemonnaie der Beschäftigten widerspiegeln, fordert die Gewerkschaft.Foto: IG Bau

Gewerkschaft macht sich für rund 1700 Arbeitnehmer im Rheinisch-Bergischen Kreis stark

Von Nadja Lehmann

Die rund 1700 Bau-Beschäftigten im Rheinisch-Bergischen Kreis sollen mehr Geld bekommen: In der anstehenden Tarifrunde für die Branche fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) ein Lohn-Plus von 5,3 Prozent. Außerdem soll ein Modell für die Entschädigung der sogenannten Wegezeit, also der langen, meist unbezahlten Fahrzeit zur Baustelle, weiterentwickelt werden.

„Viele Branchen sind vom Lockdown betroffen. Die Arbeiten am Bau laufen auf Hochtouren weiter.“

Carsten Burckhardt, IG Bau

„Der Boom der Bauwirtschaft hält trotz Pandemie an. Nun müssen die Beschäftigten an den steigenden Umsätzen beteiligt werden“, sagt Mehmet Perisan, Bezirksvorsitzender der IG Bau Köln-Bonn. Der Gewerkschafter verweist auf die hohe Zahl der Baugenehmigungen, die zu weiterhin vollen Auftragsbüchern bei den Unternehmen führten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde im Rheinisch-Bergischen Kreis im vergangenen Jahr der Bau von 1049 Wohnungen genehmigt. Dabei investierten Bauherren rund 200 Millionen Euro.

„Während viele Branchen stark von Lockdown und Kontaktbeschränkungen betroffen sind, laufen die Arbeiten am Bau auf Hochtouren weiter“, sagt IG Bau-Verhandlungsführer Carsten Burckhardt. Statt Homeoffice und Kurzarbeit seien für viele Maurer, Zimmerleute und Straßenbauer Überstunden und Wochenendarbeit an der Tagesordnung. Dafür hätten sie eine faire Anerkennung verdient.

Nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes stieg der Umsatz in der Branche im vergangenen Jahr um sechs Prozent. Auch die Aussichten für das laufende Jahr sind gut: Die Konjunkturprognose für das Bauhauptgewerbe kletterte laut ifo-Institut im März mit einem Plus von 2,3 Prozent auf den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie vor etwas mehr als einem Jahr.

„Neben einer Lohnerhöhung erwarten die Beschäftigten eine Entschädigung für die viele Zeit, die sie für den Betrieb zu ihren Baustellen unterwegs sind“, so Burckhardt. Eine Entwicklung sei überfällig.

Nach einer Studie des Pestel-Instituts legen Bauarbeiter in Deutschland im Schnitt 64 Kilometer für die einfache Strecke zur Arbeit zurück. Jeder Vierte ist mehr als eine Stunde zum Einsatzort unterwegs – plus Rückfahrt. Zum Vergleich: Unter allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern außerhalb des Bauhauptgewerbes betrifft das nur fünf Prozent. Die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern beginnen am 11. Mai in Berlin.

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