Roman

Autorin will Figuren ihre Würde lassen

Kristine Bilkau las aus ihrem leisen, intensiven Buch „Nebenan“, mit dem sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. Sieger wurde jedoch Kim de l´Horizon.
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Kristine Bilkau las aus ihrem leisen, intensiven Buch „Nebenan“, mit dem sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. Sieger wurde jedoch Kim de l´Horizon.

Kristine Bilkau las aus ihrem Roman „Nebenan“, der auf der Shortlist stand.

Von Tanja Alandt

Burscheid. Aus Hamburg kam die Autorin Kristine Bilkau für die Lesung ihres aktuellen Romans „Nebenan“ am Donnerstagabend in die Buchhandlung Ute Hentschel. Viele Gäste bedauerten es, dass sie nicht gewonnen hat: Ihr Buch stand auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2022.

Buchhändlerin Ute Hentschel berichtete, dass sie das Buch las, nachdem zwei Kolleginnen es mit einem „Wow“ quittierten. Sie fand es ebenfalls „sensationell“ und bemerkte, dass die Geschichte zunächst langsam beginnt und immer mehr an Fahrt aufnimmt.

Die Schriftstellerin beschrieb ihr Buch so: Die Geschichte drehe sich um zwei Frauen, deren Wege sich kreuzten und deren Geschichten sich miteinander verbinden. Bilkau erzählte, dass es in ihrem Roman um das Verschwinden geht. Von dem Verschwinden einer Familie in der Nachbarschaft, von dem Verschwinden vertrauter Orte sowie von dem Verschwinden von Beziehungen und der Achtsamkeit füreinander. Weiter thematisierte sie Sehnsüchte, Ängste und Geheimnisse und bezog die Pandemie und das Zurückziehen ins Private und Häusliche in ihrem Buch ein.

„In Norddeutschland werde ich immer gebeten, aus dem Kapitel 14 vorzulesen, da es sich darin um die verlassenen Innenstädte dreht. Aber das scheint kein allein norddeutsches Problem zu sein“, stellte sie fest. Für ihren Roman recherchierte sie dieses bundesweite Phänomen und sprach mit den Einzelhändlern, „was eigentlich das Problem ist“.

Als die Gäste ihr Fragen stellen konnten, erzählte sie, wie gern sie ihre Figuren habe und sie diese nicht vorführen möchte: „Ich achte immer darauf, dass sie ihre Würde bewahren.“ Da sie figurenorientiert schreibe, werden diese „lebendig“ und sogar so lebendig, dass sie sich sträuben, wenn sie „komplett“ sind. Als sie sich beispielsweise etwas für ihre Romanfigur „Astrid“ ausgedacht habe, hatte diese ihr mitgeteilt: „Nö, mach ich nicht. Das kannst du nicht mit mir machen. Da musst du dir was anderes ausdenken!“

Herzliches Feedback gab es vor allem beim anschließenden Signieren der Bücher nach der Lesung: „Können Sie nicht jeden Abend kommen?“, wurde Kristine Bilkau von einer Zuhörerin am Donnerstagabend gefragt.

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