A 3: Autonomes Fahren bleibt unberücksichtigt

Acht statt sechs Fahrstreifen für die A 3 werden geplant. Das Thema autonomes Fahren spielt dabei keine Rolle. Archivfoto: Christian Beier
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Acht statt sechs Fahrstreifen für die A 3 werden geplant. Das Thema autonomes Fahren spielt dabei keine Rolle. Archivfoto: Christian Beier

Es gebe keine rechtliche Grundlage, auch Kapazitätsgewinne seien nicht zu erwarten

Von Philipp Müller

Ende Juni berichtete der für Solingen im Bundestag sitzende Abgeordnete Jürgen Hardt (CDU) aus Wuppertal, dass der diskutierte achtstreifige Ausbau der A 3 zwischen Langenfeld und Hilden Sinn machen wird. Die Bundestagsabgeordneten Hardt (Solingen, Remscheid, Wuppertal II), Michaela Noll (Mettmann I) und Dr. Hermann-Josef Tebroke (Rheinisch-Bergischer Kreis), alle CDU, berichteten von Gesprächen dazu mit dem Bundesverkehrsministerium.

Dabei spielte das Thema autonomes Fahren jedoch noch keine Rolle, weil es aktuell für die Planungen nicht wichtig genug sei und rechtlich auch nicht vorgesehen ist.

IHK fragt Firmen nach Bedürfnissen für Verkehrsanbindungen

IHK-Sprecher Thomas Wängler verweist auf eine Umfrage unter Firmen: „Halten die regionalen Unternehmen den geplanten achtstreifigen Ausbau der A3 zwischen Hilden und Opladen für notwendig? Oder wünschen sie sich andere Maßnahmen?“ Antworten sind bis zum 25. Juli möglich. Der Umfragebogen steht unter bergische.ihk.de (Dokumentnummer: 5 16 40 58) und kann online ausgefüllt werden.

Gegen einen vollständigen Ausbau wehren sich aber die Anliegerstädte des Bereichs. Die Idee aus Solingen, Langenfeld, Hilden, Leverkusen und Leichlingen ist: Ein Ausbau ohne Standstreifen schont die Natur und fördert den Verkehrsfluss. Der Ausbau, der unter Bürgerbeteiligung geplant wird, ist Teil des Bundesverkehrswegeplans (BVWP). Grundsätzlich hatten sich die Städte dem Ausbau auch nicht widersetzt, sondern der Streit ist über die Ausführung entbrannt. Als Kompromiss kursiert die Idee, die Standstreifen bis zum vollständigen Ausbau bereits als Fahrspur zu nutzen.

Die drei Abgeordneten traten laut Büro Hardt dafür ein, diese „temporäre Seitenstreifenfreigabe“ im Falle eines positiven Ergebnisses der Machbarkeitsstudie möglichst schnell umzusetzen und so eine erste wirksame Stauvermeidung zu erreichen. Das könnte Ende 2023 der Fall sein.

Der Bergische Volksbote hakte bei Jürgen Hardt nach. Vor dem Hintergrund des kommenden autonomen Fahrens wollte die Redaktion wissen, ob diese Szenarien bereits Einfluss auf die aktuellen Planungen der Verkehrsströme wie auf der A 3 haben. Im Rahmen des autonomen Fahrens wird davon ausgegangen, dass mehr Fahrzeuge auf den Straßen gleichzeitig unterwegs sein können.

Monika Dietrich, Referentin im Büro von Jürgen Hardt, verweist dazu auf eine Studie des Bundesamts für Straßenwesen aus dem Jahr 2015. Diese erklärt: „Derzeit ist die Einhaltung aller Verkehrsvorschriften auch für das automatisierte und das autonome Fahren gesetzlich vorgesehen. Damit sind aktuell auch keine Kapazitätsgewinne zu erwarten.“ Daher spiele das Thema jetzt für die A 3 keine Rolle: „Bei einer Vollausstattung kann sich dabei die Kapazität der Bundesautobahnen um circa 30 Prozent erhöhen.“

Da es keine rechtliche Grundlage dafür gibt, prüfe das Bundesamt die digitale Zukunft nicht. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Effekt des autonomen Fahrens „nur auf sehr lange Sicht zu erwarten“ ist – der Vollausbau der A 3 soll 2040 fertiggestellt sein.

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