Ausflügler sind ein Problem für die Natur

Autospuren auf einer Wiese. Der Landestierschutzverband mahnt zur Vorsicht. Foto: Landestierschutzverbandes NRW
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Autospuren auf einer Wiese. Der Landestierschutzverband mahnt zur Vorsicht. Foto: Landestierschutzverbandes NRW

Schneetourismus bereitet dem Rheinisch-Bergischen Kreis Sorgen

Von Kathrin Kellermann

Endlich wieder Schnee. Und damit zauberhafte Winterlandschaften, die viele Menschen zu einem Ausflug an die frische Luft einladen. Vor allem in Corona-Zeiten sehnen sich die Menschen nach Bewegung in der schönen Natur, nehmen dafür auch Autofahrten in Kauf.

Doch das hat auch eine negative Kehrseite: Wiesen, die durch Reifenspuren zerstört werden, sowie Müll und andere unangenehme Hinterlassenschaften, weil es keine Toiletten gibt, weiß der Landestierschutzverband NRW.

„Bleiben Sie mit Ihren Autos auf den Wegen und halten Sie die Natur sauber. Die Natur, die Tiere und wir Landwirte sind darauf angewiesen.“

Kristina Schmalor, Landwirtin

„Unser Dauergrünland genießt als sehr wertvolles Ökosystem in Deutschland zu Recht einen sehr hohen Schutzstatus. Damit verbunden halten wir Landwirte uns an eine Vielzahl von Auflagen, die von der Mehrheit der Gesellschaft so gewollt und unterstützt sind“, sagt Landwirtin Kristina Schmalor.

Sie beklagt, dass im Freizeitbereich keine Regeln gelten würden. „Jeder, der einen Parkplatz sucht, oder einfach mal die Wintertauglichkeit seines Autos ausprobieren möchte, tobt sich gerade auf unseren Wiesen aus, ohne Rücksicht auf die dabei entstehenden Schäden.“

Dadurch würde ein Ökosystem gestört und außerdem würde den Tieren im Frühling dringend benötigtes Futter fehlen. „Uns Landwirte belasten die hohen Kosten durch die Wiederaufarbeitung des Grünlandes“, so Schmalor.

Auch Tierarzt Dr. Ralf Unna ergänzt für den Landestierschutzverband NRW: „Erschreckend sind die großen Mengen an Müll, die hier einfach hinterlassen werden. Im Gras eingewachsen und mit geerntet oder von Wild– und Weidetieren mit gefressen, können diese enorme Tierquälerei verursachen. Ich glaube nicht, dass irgendjemand freiwillig mit angucken möchte, wie elendig ein Tier stirbt, welches Plastik oder Glasscherben gefressen hat.“

Kristina Schmalor weiß um ein weiteres Problem, der Schneetouristen: die menschlichen Hinterlassenschaften. „Als Landwirte befinden wir uns zurzeit in der Sperrfrist. Das heißt, dass wir keine Gülle und keinen Mist ausbringen dürfen, weil im Winter die Aufnahmefähigkeit des Bodens nicht gegeben ist und dieser ausgewaschen wird.“

Ohnehin dürfe auf Schnee nichts ausgebracht werden, weil die Auswaschung mit dem Schmelzwasser nicht zu kontrollieren sei. Da könne sich jeder vorstellen, was mit den menschlichen Hinterlassenschaften auf Wiesen und in Wäldern geschehe.

„Es sollen alle draußen im Schnee ihren Spaß haben dürfen“, sagt sie. „Aber bleiben Sie mit Ihren Autos auf den Wegen und halten Sie die Natur sauber. Die Natur, die Tiere und wir Landwirte sind darauf angewiesen.“

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