Auf den Spuren der Dhünn und der Textilfabrikanten in Opladen

Auch die Dhünntalsperre wird auf einer der drei Wanderungen passiert. Foto: Wupperverband
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Auch die Dhünntalsperre wird auf einer der drei Wanderungen passiert.

Drei Spaziergänge mit wunderschönen Ausblicken in der Natur

Von Stephan Eppinger

Viele Tage im Januar waren bislang ziemlich trüb und nasskalt. Aber trotzdem gibt es auch sonnige Lichtblicke, die Lust machen, mitten im Winter die Natur wieder bei einem Spaziergang zu erleben.

Wir haben für Sie einige Touren in der Region rund um Burscheid zusammengestellt: Der erste Spaziergang führt mit dem grandiosen Blick auf die Kölner Bucht in das Land der Dhünn und von Eisenkaul nach Altenberg. Der Startpunkt gehört zu Kürten-Weiden. Los geht es von der Bushaltestelle auf dem Weg mit der Bezeichnung „D6“, der sanft abwärts an den Ortsrand von Richertzhagen führt.

Von dort verläuft die Strecke immer an der Dhünn entlang

Nun führt der Spaziergang an den Orten Neschen und Bömberg vorbei zur Dhünntalsperre. Von dort verläuft die Strecke immer an der Dhünn entlang zum Schöllerhof. Passiert werden dabei die Villa in der Aue sowie die Pulvermühle mit ihrem Fabrikantenhaus. Der Schöllerhof selbst wurde 1585 als Landwirtschaftshof des Klosters in Altenberg erwähnt. Über den Eifgenbach und am Märchenwald vorbei wird der Altenberger Dom als Ziel der etwa 16 Kilometer langen Tour erreicht.

Schöne Panoramaausblicke bietet ebenfalls eine kleine Wanderung, die hinab ins Tal der Dhünn führt. Die zehn Kilometer lange Tour startet an der Bushaltestelle Siefen in Bergisch Gladbach-Romaney. Direkt zu Beginn begeistert auch hier der Fernblick in die Kölner Bucht. Vom Ausgangspunkt geht es an Oberholz, Oberborsbach und Voiswinkel vorbei bis zur Siedlung Küchenberg. Von dort führt der Weg hinunter durch den Wald zur Dhünn, dem drittgrößten Fluss zwischen Wupper und Agger im Bergischen Land. Der Ausflug führt nun an der Dhünn und am Schwarzbroicher Bach entlang bis zur Altenberger-Dom-Straße. Nun geht es auf dem 2013 neu angelegten Dhünnweg zur Dhünn-aue. Am Fluss wurden schon vor 7000 Jahren die ersten Menschen sesshaft. Im Mittelalter trieb dieser Mühlen an. Sein Wasser wurde auch bei der  Industrialisierung  im 19. Jahrhundert genutzt. Kurz vor Hummelsheim, das zu Leverkusen gehört und das das Ziel der Wanderer ist, fällt der Blick auf das Barockschlösschen Gut Viktoria Hummelsheim aus dem 17. Jahrhundert. Dort trafen sich in napoleonischer Zeit Verschwörer gegen die französische Besatzung. Im angrenzenden Renaissancegarten findet sich eine Sammlung römischer Skulpturen.

Auch bei der Tour geht es wieder auf Leverkusener Stadtgebiet

Auch bei der nächsten sieben Kilometer langen Tour geht es wieder aufs Leverkusener Stadtgebiet. Beim Ausflug liegt der Fokus bei den Opladener Färber- und Textilfabrikanten. Die Entwicklung der modernen Chemie ist eng verbunden mit dem Aufschwung der Färbereien im 19. Jahrhundert. Farbige Textilien waren zunächst das Privileg der Adligen. Das änderte sich mit den ersten synthetischen Farben. Zu den Protagonisten zählt die Färberfamilie Römer in Opladen. Start und Ziel des Ausflugs ist der Bahnhof Opladen. Von dort führt der Weg bis zur ehemaligen Stadthalle Opladen, die ursprünglich der Fabrikantenfamilie Weskott als Wohnhaus diente. Heute trägt sie den Namen Villa Fürstenberg und beherbergt ein Hotel. Weiter geht es am Wiembach entlang zum ehemaligen Mühlenteich der Textilspinnerei Ulenberg und Schnitzler, den ersten Textilfabrikanten in Opladen. Sie brachten den Wuppertaler Färber Albert Römer in die Stadt. Auf der Wupperbrücke fällt der Blick auf eine im Volksmund „Himmelsleiter“ genannte Treppe. Der Weg führt nun zum Waldhaus Römer, dem früheren Sommerhaus der Familie, in dem sich heute ein Café befindet. Am alten Rittersitz Friedenberger Hof vorbei wird nun die prächtige Villa Römer erreicht. Dort befindet sich heute das Haus der Stadtgeschichte. Einen Blick wert ist auch das Kutscherhaus der Familie. Beim Rückweg zum Bahnhof werden noch das Stadt- und Kreisarchiv, die Bielert- und die Remigiuskirche sowie die alte Opladener Feuerwehr und das Amtsgericht passiert. Buchtipps: Franz Josef F. Becker: Leichtfüßig wandern – 14 einfache Touren durch das Rheinland, Bachem, 192 Seiten, 14,95 Euro. Ellen Lorentz: Spurensuche in Leverkusen - 12 Touren zur Industriegeschichte, Bachem, 192 Seiten, 14,95 Euro.

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