Veranstaltung

Angehörige müssen sich einlassen

Koordinatorin Beate Heß hat in den Hospiz-Räumen eine Veranstaltung zur Demenz organisiert.
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Koordinatorin Beate Heß hat in den Hospiz-Räumen eine Veranstaltung zur Demenz organisiert.
  • VonNadja Lehmann
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Ökumenisches Hospiz lädt zum 18. August zu Veranstaltung über Demenz ein.

Burscheid. „Deine Wahrheit – Meine Wahrheit! In der Begleitung von Menschen mit Demenz“ heißt die Veranstaltung, zu der nun das Ökumenische Hospiz/ Hausbetreuungsdienst Burscheid einlädt. Ein Motto, das den Grundgedanken des für Donnerstag, 18. August, geplanten Abends inhaltlich widerspiegelt und das seine Richtung vorgibt. Denn es geht um mehrere Wahrheiten: die des an Demenz Erkrankten und jene der Angehörigen, der Nachbarn, der Freunde. Und es geht um eine Herangehensweise, die die Wahrheit des Erkrankten akzeptiert. „Wir als Fachkräfte wissen ja, wie wir es machen müssen“, sagt Hospiz-Koordinatorin Beate Heß. Nun gelte es, diese Sicht- und Herangehensweise in einer Veranstaltung zu vermitteln. Gastgeber ist in den Räumen des Hospiz in der Hauptstraße 57 ist die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft.

Beate Heß nennt ein Beispiel: „Wenn ein Erkrankter sagt, er wolle zu seiner Mutter, dann sollte man als Angehöriger nicht sagen, dass diese doch schon lange tot ist. Denn der Erkrankte ist in diesem Augenblick offensichtlich wieder in seine Kindheit zurückgekehrt. Er sieht sich als Kind. Das ist seine Wahrheit. Und auf die muss man sich einlassen.“ Würde man diese immer wieder negieren, verunsichere das den Erkrankten aufs Tiefste: „Die Reaktion kann ganz unterschiedlich sein, kann von Verzweiflung bis zu Wut reichen.“ Man stelle ja schließlich seine Welt und Wahrheit damit immer wieder in Frage; er fühle sich nicht angenommen und stattdessen vor den Kopf gestoßen: „Ihm oder ihr wird ständig gespiegelt: Es ist nicht so, wie du denkst“, beschreibt Beate Heß.

Notwendig sei es, sich auf die Gefühlsebene zu begeben

Das bedeute: „Mit der eigenen Wahrheit braucht man dem Kranken nicht kommen. Man muss sich auf die Gefühlsebene begeben.“ Und das klappe, indem man sich einlasse, Fragen stelle und die Wahrheit des Erkrankten ernst nehme. Und nicht negiere oder veralbere.

„Für mich ist das ein Thema, das uns alle angeht. Die Menschen werden immer älter und die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, steigt dadurch an. Aber auch Jüngere trifft es. Wir werden damit immer stärker konfrontiert“, sagt Beate Heß.

Die Veranstaltung am 18. August will für diesen Umgang rüsten und stärken. Will zeigen, wie man den Erkrankten abholen kann: „Da, wo er steht“, sagt Heß.

Dazu erwartet die Koordinatorin Monika Thöne von der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, die zum Thema referieren und Gesprächstechniken vermitteln wird.

Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr und soll gegen 18.30 Uhr enden. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten, entweder telefonisch unter Tel. (0 21 74) 50 23 oder per E-Mail.

buero@oehhb.de

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