Wenig Interesse

Angebot im Tri-Café wird kaum angenommen

Petra Wehner, Ehrenamtliche, und Cora Lukas-Voss, Mitglied im Vorstand des Integrationsrates, laden Burscheider ins Tri-Café ein.
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Petra Wehner, Ehrenamtliche, und Cora Lukas-Voss, Mitglied im Vorstand des Integrationsrates, laden Burscheider ins Tri-Café ein.
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Integrationsrat bietet montags eine offene Sprechstunde an. Nach dem Oktober-Termin könnte damit Schluss sein.

Von Susanne Koch

Burscheid. Cora Lukas-Voss wurde am 13. September 2020 in den Integrationsrat gewählt. „Ich war Lehrerin und hatte immer mit Schülerinnen und Schüler zu tun, deren Eltern nach Deutschland eingewandert sind oder die hierhin geflohen sind“, sagt die Vorstandsfrau des Integrationsrates. „Da hatte ich mir gedacht, dass Integration doch ein Thema ist, das ich vertiefen möchte. Deshalb habe ich mich zur Wahl gestellt.“

Seit dem 9. Mai bietet sie montags Sprechstunden für alle Burscheiderinnen und Burscheider an. „Ich hatte mir vorgestellt, dass sich hier Menschen begegnen können, das sie ins Gespräch kommen“, sagt sie. „Und da es kein solches Angebot gab, habe ich es entwickelt.“ Eine zweite Person musste her. „Denn wenn Kinder mitgebracht würden, wollte ich ihnen auch ein Angebot zum Spielen machen“, sagt Cora Lukas-Voss. Mit Hilfe des Burscheider Rathauses und Silke Riemscheid habe sie Petra Wehner gefunden. „Ich suchte eine Aufgabe, wo ich mich um Kinder kümmern kann“, sagt Petra Wehner.

Die beiden Frauen bereiten das Tri-Café immer vor. „Beim ersten Mal hatten wir sogar Kuchen mitgebracht und Kaffee gekocht“, sagten sie. „Doch da kamen leider nur zwei Burscheiderinnen, die sehr neugierig waren und einfach mal gucken wollten, was es hier Neues gibt“, sagt Cora Lukas-Voss. „Dann sind sie aber nicht mehr wiedergekommen.“ Und zwei ukrainische Familien hatten von dem Termin gehört. „Wir sind aber keine Beratungsstelle. Die eine aber brauchte Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und die andere Familie wollte wissen, wo sie ihre Kinder beschäftigen kann.“

Cora Lukas-Voss und Petra Wehner haben sich jetzt vorgenommen, die Sprechstunde noch einmal im Oktober anzubieten, am Montag nach den Schulferien, dem 17. Oktober. „Wenn dann immer noch kein Interesse besteht, werden wir unser Angebot einschlafen lassen“, sagt Cora Lukas-Voss. Der Vorsitzende des Integrationsrates, Manuel Machado Rodrigues, hatte vor Jahren Ähnliches versucht. „Er hat mir aber gesagt, dass das auch damals nicht angenommen wurde.“

Petra Wehner sagt: „Vielleicht möchten die einzelnen Gruppen doch mehr unter sich bleiben. Auch die Burscheider.“ Denn so ganz verstehen können die beiden Frauen das geringe Interesse noch nicht: Hier könnten sich doch wirklich mal türkische und italienische Bürger und Ur-Burscheiderinnen begegnen, befinden sie. „Vielleicht lieg es ja auch an der Zeit“, sagt Wehner. „Berufstätige Menschen sprechen wir damit nicht an.“ Das Projekt mit dem Namen „Der Integrationsrat hört zu“ findet immer von 15 bis 17 Uhr statt.

Der Integrationsrat organisiert Veranstaltungen

Der Integrationsrat besteht aus urgewählten Mitgliedern und aus Mitgliedern der Ratsfraktionen. Cora Lukas-Voss: „Neben der Sprechstunde bietet der Integrationsrat auch immer ein internationales Frühstück an. Das läuft inzwischen besser.“

Die Stadt Burscheid hat einen Ausländeranteil von 12,3 Prozent (Stand: 2021). Hinter Bergisch-Gladbach sei das der zweithöchste Anteil hier, sagt Wehner. „Hier wohnen also genug Menschen aus anderen Nationalitäten.“ Das könne man immer auch beim Fest Internationales Burscheid sehen. „Da kommen viele Familien auch mit ihren Kindern und die Aufführungen auf der Bühne sind sehr vielfältig“, sagt Lukas-Voss. „Es wäre schön, wenn unser Angebot auch Früchte tragen würde.“

Frustriert sei sie aber nicht, wenn es nicht klappt. „Das habe ich mir im Laufe meines beruflichen Lebens abgewöhnt“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates. „Ich mache ein Angebot und wenn das nicht auf genügend Resonanz stößt, dann stelle ich es ein und widme mich anderen Aufgaben.“

Ein Grund für die mangelnde Teilnahme könnte auch die Corona-Pandemie sein. „Ich habe mir zwar vorgestellt, die Menschen würden sich freuen, wieder anderen Menschen begegnen zu können“, sagt Petra Wehner. „Aber man weiß nicht, ob nicht doch noch Vorsicht die Menschen von solchen Begegnungen außerhalb ihres Bekanntenkreises zurückhält.“

Einen Vorteil hätte die Sache aber schon – egal, wie es weitergeht: „Wir beide haben uns kennengelernt“, sagt Cora Lukas-Voss. „Das wäre ohne diesen Plan nicht erfolgt.“

Integrationsrat

Die Mitglieder des Integrationsrates sind Manuel Machado Rodruiges (Vorsitzender), Cora Lukas-Voss (stellvertretende Vorsitzende), Sevgi Benseddik, Giovanna Lombardo Marrocu, Fevzi Celik, Damas Tazanou Wamba, Stella Ignatz, Christian Mikus und Klaus Becker.

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