Verkehr

An der Autobahn müssen Gehölze geschnitten werden

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Gehölzarbeiten an der Autobahn kündigt die Autobahn GmbH an.
  • Markus Schumacher
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Bis Februar muss mit Arbeiten am Fahrbahnrand gerechnet werden – Im Bereich Burscheid ist aber alles in Ordnung

Burscheid. Am 1. Oktober hat die Gehölzpflegesaison an den Autobahnen begonnen: Bis Ende Februar 2022 werden Bäume und Sträucher gefällt, geschnitten oder „auf den Stock gesetzt“ – sprich wenige Zentimeter über dem Boden gekappt. Und die Autofahrer müssen mit Behinderungen rechnen.

Vorrangiges Ziel dieser Maßnahmen sei die Gewährleistung der Verkehrssicherheit. „Dazu werden die Gehölze entlang der Autobahnen so zurückgeschnitten, dass sie für den fließenden Verkehr keine Gefahr darstellen“, schreibt Tobias Zoporowski von der Autobahn GmbH Rheinland. Darüber hinaus gilt es für die 15 zuständigen Autobahnmeistereien aber auch, Schilder und Sichtachsen auf insgesamt 1200 Streckenkilometern vom Bewuchs zu befreien.

„Was für Autofahrer und Anlieger sehr radikal aussieht, ist für die Standsicherheit sehr wichtig.“

Andreas Raedt, Autobahn GmbH

Bei den Grünpflegearbeiten, die entweder von den Autobahnmeistereien selbst oder von beauftragten Firmen durchgeführt werden, kommt oft großes Gerät zum Einsatz. „Auf den ersten Blick sieht es dann so aus, als würden Baumbestände willkürlich abgeholzt. Dem ist nicht so“, wie Andreas Raedt, Leiter des Geschäftsbereichs Betrieb und Verkehr der Autobahn GmbH Rheinland, erläutert: „Unsere Baumkontrolleure untersuchen regelmäßig den Zustand von Einzelbäumen. Und nur dann, wenn ein Baum absehbar nicht mehr standsicher ist oder große Äste abbrechen könnten, muss er gefällt werden.“

Bei den Arbeiten kommen auch größere Maschinen zum Einsatz.

Flächige Gehölze hingegen werden bei Bedarf „auf den Stock gesetzt“, also so weit zurückgeschnitten und ausgedünnt, dass sich der Bestand erholen kann. „Was für die Autofahrer und Anlieger der Autobahnen sehr radikal aussieht, ist für die Standsicherheit etwa von Böschungen sehr wichtig und dient letztlich der nachhaltigen Pflege der Grünflächen entlang unseres Fernstraßennetzes.“

Neu austreibendes Wurzelwerk sichere Hänge auf natürliche Weise. Die auf den Stock gesetzten Pflanzen trieben schnell wieder aus und bildeten ein dichtes Unterholz, das auch kleineren Tieren einen neuen Unterschlupf biete.

Die Autobahn GmbH Rheinland werde häufig gefragt, weshalb Grünpflegearbeiten tagsüber, also in den verkehrsreichen Zeiten, stattfinden müssen. Antwort: Die Arbeiten mit Motorsäge oder Fällbagger sind für die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien nur bei Tageslicht gefahrlos möglich. „Generell achten die Autobahnmeistereien aber darauf, mit ihrer Arbeit morgens nach dem Abklingen der Pendlerströme zu beginnen und diese zu beenden, bevor der nachmittägliche Berufsverkehr wieder einsetzt,“ betont Raedt.

Eine klassische Vermarktung als Brenn- oder Stammholz findet nicht statt. Das bei der Gehölzpflege gewonnene Schnittgut werde gehäckselt und etwa zur Energiegewinnung oder zur Weiterverarbeitung – beispielsweise zu Spanplatten – genutzt. Eine geringe Menge verbleibt allerdings auch vor Ort, um Insekten und Kleinlebewesen einen Lebensraum zu bieten.

Die Kosten für Gehölzpflegemaßnahmen sind hoch. Oft werde an steilen Böschungen gearbeitet, was Sicherungsmaßnahmen erfordere. „Zudem kann Grünschnitt auf engem Verkehrsraum nur mit speziellem Gerät durchgeführt werden“, betont Zoporowski. Sicherlich erziele die Autobahn aus einem Verkauf von Holz und Schnittgut Einnahmen. Diese könnten aber allenfalls dazu dienen, die Kostenbelastung zu mindern. Ein Gewinn wird unter dem Strich nicht erzielt. Die Gehölzpflege richte sich nach den Vorgaben des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege.

Die Fahrbahnen müssen teilweise gesperrt werden.

Zu Beginn der Pflegesaison werden die betroffenen Städte und Naturschutzbehörden über größere Maßnahmen in Kenntnis gesetzt. Müssen zum Beispiel Anschlussstellen für den Pflegeeinsatz gesperrt werden, werden die Informationen über die Medien veröffentlicht. Sind Anwohner direkt betroffen, werden sie einzeln informiert. Bei Maßnahmen zur Gefahrenabwehr muss manchmal auf eine Vorabinformation verzichtet werden. Bei großen Baumaßnahmen ist es mitunter erforderlich, größere Grünflächen abzuholzen, um das Baufeld zu räumen. In diesen Fällen ist die Autobahn GmbH Rheinland gehalten, Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen, nach Möglichkeit in der Nähe der Baumaßnahme. Ist dies etwa aus Platzgründen nicht möglich, wird die Ausgleichsmaßnahme an anderer Stelle durchgeführt.

Derzeit sind an der A 1 im Bereich Burscheid keine Gehölzpflegearbeiten geplant. „Die dortigen Grünflächen befinden sich in einem verkehrssicheren Zustand, die Lichtraumprofile sind vorhanden, Verkehrsschilder freigestellt und keine Gefahrenbäume vor Ort“, teilt Sebastian Bauer auf Anfrage des Bergischen Volksboten mit.

Hintergrund

Die Autobahn GmbH des Bundes hat am 1. Januar 2021 die Verantwortung für Planung, Bau und Betrieb aller Autobahnen in Deutschland übernommen. Die Niederlassung Rheinland mit Sitz in Krefeld betreibt mit etwa 1400 Mitarbeitern rund 1200 Kilometer Autobahn entlang der Rheinschiene und im westlichen Ruhrgebiet.

www.autobahn.de

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