Amphibien sind inzwischen auf dem Heimweg

Das Krötenweibchen hat schwer zu schleppen: Das Männchen will getragen sein. Foto: Nabu Rhein-Berg
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Das Krötenweibchen hat schwer zu schleppen: Das Männchen will getragen sein.

Nabu Rhein-Berg baut seinen Krötenschutzzaun ab – Bald folgt die Sanierung der K 2 mit Untertunnelung

Von Ursula Hellmann

Auch in diesem Frühjahr: Viele hundert tote Amphibien auf der Kreisstraße 2 zwischen Paffenlöh und Nagelsbaum. Die Lage: Von den mehr als 2000 Erdkröten, Grasfröschen und Molchen, die ihren Laichplatz aufsuchen, verlieren fast die Hälfte ihr Leben unter den Reifen schneller Autos. Als noch keine asphaltierte Strecke mitten durch ihren Lebensbereich führte, konnten die Tiere ungestört zu den Forellenteichen in Dohm wandern und dort ihre Millionen Eier ablegen. Seit über 20 Jahren kümmern sich Mitarbeiter des Nabu (Naturschutzbund) Rhein-Berg darum, von den instinktiv agierenden Kröten wenigstens so viele zu retten wie eben möglich.

Marlene Bohn aus Leichlingen, Helferin seit Beginn der Aktion, war auch jetzt beim Abbau des Schutzzauns aktiv: „Eine einfache, arbeitsintensive, aber wirksame Maßnahme waren bisher das grüne, 60 Zentimeter breite Plastikband und die Auffangeimer an dem rund 150 Meter langen Wanderzaun.“ Besonders die Weibchen der braunen Erdkröten und der Grasfrösche tragen auf ihrer ohnehin anstrengenden Wanderung zum Laichplatz die größte Last. Sitzt doch das Männchen manchmal tagelang festgekrallt auf ihrem Rücken und lässt auch bei einer ungewollten Rutschpartie von einem vier Meter hohen Hügel nicht los.

„Es werden noch Nachzügler unterwegs sein.“

Thomas Wirtz, Nabu

Thomas Wirtz, Geschäftsführer des Nabu Rhein-Berg erklärt: „Etwas verspätet begann in diesem März der Massenandrang von „bufo bufos“ (Erdkröten) und „rana temporarias“ (Grasfröschen) zu den drei Forellenteichen am Wiembach.“ Durch den Einzugsbereich von mehr als zwei Kilometern im Umkreis seien die ersten Paare bereits kurz nach ihrem Start bei den Teichen; andere benötigten für die sehr kraftraubende Wanderung etwa zwei Wochen. „Daher werden auch nach dem Abbau der Schutzzäune noch Nachzügler zu ihrem angestammten Bereich unterwegs sein“, sagt Wirtz.

Eine große Erleichterung für die insgesamt zehn engagierten Nabu-Helfer ist in Aussicht. Wenn alles termingemäß läuft, beginnt in den nächsten Monaten in diesem Abschnitt eine großräumige Straßensanierung der K 2. Dazu gehört auch eine dauerhafte Schutzvorkehrung für die wandernden Amphibien, nämlich eine Untertunnelung.

Eine L-förmige Aluminium-Schiene wird fahrbahn-bündig mit der Öffnung zum Waldrand eingegraben. Auch die rückwandernden Kröten wird keine grüne Wand mehr erschrecken. Die geschätzte Population der geschützten Amphibien von viertausend Tieren im Bereich der Dohm-Teiche rechtfertigt auch die Kosten von rund 50 000 Euro.

Bis August werden aus dem Froschlaich Kaulquappen geschlüpft sein und sich zu Jungfröschen entwickelt haben. Von diesen suchen unzählige Nachkommen wiederum ihren Heimweg über die Straße. Obwohl die Winzlinge schnell und geschickt springen, werden die Unfallopfer den Krähen, Milanen und anderen hungrigen Fliegern allerdings auch diesmal ein reiches Festmahl bieten.

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