Gasumstellung

Ab 14. Mai 2024 strömt in Burscheid das H-Gas

Bis 2030 werden die Haushalte von L- auf H-Gas umgerüstet. Für die Kunden ist das kostenlos. Die Umrüstung wird durch Netzentgelt finanziert. Archivfoto: Michael Schütz
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Bis 2030 werden die Haushalte von L- auf H-Gas umgerüstet. Für die Kunden ist das kostenlos. Die Umrüstung wird durch Netzentgelt finanziert.
  • VonNadja Lehmann
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Fridolin Krings von der Rheinischen Netzgesellschaft erläutert die Details.

Burscheid. Gas ist derzeit in aller Munde. Bereits im Hauptausschuss fragte Swantje Wilms (CDU) nach möglichen Auswirkungen für Burscheid. Schließlich könnte es eng werden, wenn Russland den Gashahn zudreht oder die EU sich zu einem Embargo entschließen sollte. Auch der Stadtrat beschäftigte sich mit dem Thema. Allerdings weniger mit der großen Weltbühne als mit der Umstellung von L- auf H-Gas. Dazu war Fridolin Krings von der Rheinischen Netzgesellschaft (RNG) gekommen. Glück habe er, leitete er seinen Vortrag ein, bei „einer so schönen Sitzung“ dabei sein zu können: Kurz vorher hatte Bürgermeister Dirk Runge seinen Amtseid abgelegt.

Man könnte sagen, der Westen hinkt etwas hinterher. Jedenfalls zeigte die Karte, die Krings mitgebracht hatte, dass im überwiegenden Teil Deutschlands bereits H-Gas genutzt wird, während Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder auch Teile Niedersachsens gelb fürs L-Gas eingefärbt sind. Dieses Erdgas werde größtenteils aus den Niederlanden importiert, wie Krings berichtete. „In den Niederlanden wird aber sukzessive kein Gas mehr gefördert.“ Heißt: Dieses L-Gas-Vorkommen wird in absehbarer Zukunft erschöpft sein.

Bis 2030 läuft die Umstellung von L- auf H-Gas

Deshalb werden bis 2030 in der sogenannten „Marktraumumstellung“ das Erdgasnetz und alle angeschlossenen Geräte, zum Beispiel Heizungen, Wasseraufbereitung oder Gasherde, von L-Gas auf H-Gas angepasst. Das H-Gas kommt aus Norwegen, Russland und Großbritannien.

L oder H – das ist ein Unterschied. Das „L“ in L-Gas steht für das englische „low caloric“ also „niederkalorisch“. Das „H“ in H-Gas steht für „high caloric“, hat einen höheren Methan-Gehalt und setzt bei der Verbrennung mehr Energie frei als L-Gas. Es hat somit einen höheren Brennwert und Energiegehalt.

„Wir stellen marktneutral die Infrastruktur, also die Leitungen und die Anschlüsse zu den Kunden, zur Verfügung“, sagte Fridolin Krings über die Rolle der Rheinischen Netzgesellschaft in diesem Prozedere. „Wir agieren also eher im Hintergrund.“ Aber mit bedeutsamer Rolle: „Wir kümmern uns auch um die Versorgungssicherheit“, erklärte Krings.

Burscheid ist mit der Umstellung 2024 an der Reihe. Der Stichtag: der 14. Mai 2024. Mehr als 5 000 Hausanschlüsse gilt es, in Burscheid zu prüfen und umzurüsten. Die Vorbereitungen haben schon begonnen. „Jeder Mieter, jeder Eigentümer hat ein Schreiben bekommen“, sagte Krings. Anschließend laufe die Erhebungsphase vor Ort an: „Wir müssen jedes Gerät kennen. Wir werden mehr als eine Million Kunden besuchen; in der Spitze werden mehr als 150 Techniker im Einsatz sein“, kündigte Krings an.

An den Geräten werden hauptsächlich Düsen ausgetauscht. Bei den meisten kein Problem. „Höchstens ein bis zwei Prozent der heute verbauten Geräte sind nicht umstellbar“, erklärte Krings. Auch das kläre die Rheinische Netzgesellschaft: „Wir melden auch vorab Bedenken an und hinterlassen Einstellungswerte für den Installateur.“ Theoretisch könne jeder Eigentümer/Mieter bis zu vier Besuche erhalten.

Auf die Herkunft des Gases habe die RNG keinen Einfluss, sagte Fridolin Krings auf eine Frage der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Sabine Wurmbach, die dabei auf die „ungewollte Aktualität“ verwiesen hatte: H-Gas kommt unter anderem aus Russland. „Das ist nicht unser Bereich“, betonte Krings. „Wir sind für die Infrastruktur zuständig.“ Bereits jetzt aber werde schon viel H-Gas eingespeist, das dann konvertiert werde.

Hintergrund

Mit derzeit 107 Mitarbeitern bewirtschaftet die Rheinische Netzgesellschaft (RNG) im Rheinland Netze mit einer Länge von 9 000 km (Gas) und 24 000 km (Strom) und stellt diese zur Verfügung. Gegründet 2006, ist die RNG eine Tochter der Rhein-Energie AG mit Sitz in Köln und stellt die Versorgung mit Gas sicher.

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