92 Kinder sollen sich hier einmal so richtig wohlfühlen

Das Architekturbüro Koppetsch arbeitet mit dem DRK zusammen. Grafik: Architekturbüro Koppetsch
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Das Architekturbüro Koppetsch arbeitet mit dem DRK zusammen. Grafik: Architekturbüro Koppetsch

Auf dem Gelände des ehemaligen Jugendzentrums Megaphon wird die Kita Sträßchen entstehen

Von Nadja Lehmann

Es ist ein bewährtes Team, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Burscheid und das Architekturbüro Koppetsch, wie am Dienstagabend im Schul- und Sozialausschuss deutlich wurde: „Wir haben bereits fünf Kitas gemeinsam geplant, konzipiert und gebaut“, sagte Sabine Schöngen vom DRK. Und dabei soll es nicht bleiben: Die beiden Partner haben ihr Augenmerk schon auf das nächste Projekt gerichtet – auf die Kindertagesstätte in Sträßchen.

Entstehen soll sie auf dem Gelände des ehemaligen Jugendzentrums Megaphon, das bereits im vergangenen Jahr abgerissen wurde. Ein Moment, der Ausschussmitglied Dennis Becker (SPD) traurig gestimmt hatte: „Ich habe dort als Zivildienstleistender gearbeitet. Mein Herz blutete.“ Doch angesichts der Pläne freute sich nun auch Becker: „Sie stimmen mich sehr zufrieden. Der Bereich wird wieder mit Leben gefüllt.“

Sträßchen soll 92 Kinder aufnehmen. 25 Plätze sind für die Unter-Dreijährigen gedacht, 67 für die Über-Dreijährigen. Das Gros der Plätze entfällt auf Burscheid mit drei Gruppen, Odenthal bekommt zwei Gruppen. „Die Gruppen werden in unserer Arbeit aber aufgehoben, wir haben ein offenes Konzept. Die Kinder bewegen sich zwischen den Räumen hin und her“, erklärte Schöngen.

DRK versteht das Bauen als Auftrag für die kommenden Generationen

Das DRK geht, wie Schöngen berichtete, ganz bewusst seinen Weg. „Wir verstehen das Bauen als Auftrag für die kommenden Generationen.“ Das bedeute: „Wir planen nachhaltig und zeitgemäß.“ Man müsse sich auch vor Augen führen, dass zwei Drittel der Kinder 45 Stunden in der Woche in Sträßchen verbringen werden: „Das ist mehr, als es in der Regel ein Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz tut.“ Und die Kinder, die man aufnehme, würden immer jünger: „Zweijährige aufzunehmen, ist mittlerweile Standard.“

Umso wichtiger sei es aus Sicht des DRK, ein ansprechendes Domizil zu errichten. „Auch für die Mitarbeiter. Wir brauchen Räume für Besprechungen, aber auch für Pausen und Rückzug.“ Sabine Schöngen nannte ein wichtiges Leitmotiv des Projekts: „Räume wirken.“ Und dies sei entscheidend bei der Verwirklichung des Ziels, die Kinder zu „selbstbewussten, selbstbestimmten und fröhlichen Menschen mit einer größtmöglichen Teilhabe“ zu erziehen. „Wir brauchen Räume, in denen wir uns wohlfühlen.“ Das gelte insbesondere für die Gruppenräume, die als Themenräume gestaltet werden sollen.

Hinzu kommen Räume für alle, wie ein großes Atelier oder der Rollenspielraum, der zum Theaterspielen genutzt werden soll. „Wir brauchen aber auch Rückzugsräume, Nischen und Ruheinseln“, so Schöngen. Und ebenso Räume, die Lust auf Bewegung machen.

Ganz spezielle Bedürfnisse haben die Kinder bis drei Jahre. Auf sie wird im Erdgeschoss der „Nestbereich“ warten, der Sanitär- und Wickelbereich, Schlafecken und eine eigene Küche haben wird. Auch ein separates Bistro wird es geben. „Selbst die Kinder, die nur ein 25-Stunden-Kontingent haben, kriegen bei uns ein Frühstück. Und die Kinder mit 45 Wochenstunden bekommen drei Mahlzeiten.“

Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein Dorf: So leitete Beate Niefanger vom Architekturbüro Koppetsch ihren Vortrag ein. „Und dieses Dörfchen für Sträßchen wollen wir bauen.“ Dieses liege in zweiter Reihe an der „großen Straße, der B 51“ und verfüge über eine Zuwegung von Oberlandscheid aus, die in 32 Stellplätze und einen Wendehammer mündet.

Das Gebäude sei, so der neueste Trend angesichts des sich verändernden Klimas, nach Norden gedreht, im Inneren herrschten Naturmaterialien vor, auf den Dächern sei Grün und Photovoltaik angesiedelt. Im Außengelände seien Überflutungsareale eingeplant und es werde durch eine kleine Straße (befahrbar mit Bobbycars) erschlossen: „Der Landschaftsarchitekt hat das Sträßchen ins Dörfchen geholt.“

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