5600 Euro Strafe für Burscheider

Fingierter Autounfall

Von Dirk Lotze

Ein Auto-Zusammenstoß mit hohem Sachschaden in Remscheid-Lennep war zwischen den 25 und 26 Jahre alten Fahrern verabredet, um eine Versicherung zu betrügen. Mit diesem nicht-rechtskräftigen Urteil bestätigte das Landgericht Wuppertal ein früheres Urteil des Amtsgerichts Remscheid in vollem Umfang.

Der Jüngere, ein Burscheider, soll 5600 Euro Strafe zahlen, seine Einkünfte aus drei Monaten. Für den Älteren sind zwei weitere Urteile wegen anderer Taten eingerechnet; in seinem Fall addiert sich Freiheitsstrafe auf neun Monate, ausgesetzt zur Bewährung.

Die Männer haben im Prozess geschwiegen. Zu dem vorgetäuschten Unfall stellte der Vorsitzende Richter in der mündlichen Urteilsbegründung klar, die Tat stehe anhand von Indizien ohne jeden Zweifel fest: „Das Geschehen hat sich aufgrund einer Vereinbarung so zugetragen, wie es gewollt war.“

Entscheidend ist laut Gericht das Gutachten eines Unfall-Sachverständigen. Der hatte anhand der Spuren den Ablauf rekonstruiert, der sich am Mittag des 6. Januar 2018 an einer Einmündung des Talsperrenwegs ereignet hatte: Der BMW Sportwagen des älteren Angeklagten, mit einer bereits bestehenden Beule an der linken Seite, sei etwa mit Tempo 20 weit ausholend zum Rechtsabbiegen vorgefahren. Der von links kommende, gemietete VW des Burscheiders habe den BMW fast genau an der bereits geschädigten Stelle getroffen, mit Geschwindigkeit knapp über zehn Stundenkilometern. Die Kratzer im Lack belegten: Gebremst hatte keiner von beiden.

Das Urteil ist ein weiteres Mal angreifbar

Die Polizei stellte binnen Minuten eine Reihe von Abweichungen zu sonstigen Fällen fest, die sich schließlich zu einem Verdacht auswuchsen: Die Fahrer hatten beide Autos bei Seite gefahren, obwohl es an der Stelle praktisch keinen Verkehr gibt. Sie warteten, völlig entspannt, obwohl der eine dem anderen gerade die Vorfahrt genommen haben sollte und erheblicher Schaden an dem BMW entstanden war. Der VW war teuer versichert – ohne Selbstbeteiligung bei Unfällen. Diese Umstände hatten zum Strafverfahren geführt, erläuterte der Richter. Für das Urteil stünden aber die Ergebnisse des Experten im Vordergrund. Sie orientieren sich an Spuren und Tatsachen.

Das Urteil ist ein weiteres Mal angreifbar.

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