Projekt

300 Schüler sind perfekt im Rhythmus

Es waren drei Tage Probenarbeit, die die insgesamt 300 Grundschüler begeisterte: Gestern standen sie mit Markus Hoffmeister mit ihrer „Trommelreise“ auf der Bühne.
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Es waren drei Tage Probenarbeit, die die insgesamt 300 Grundschüler begeisterte: Gestern standen sie mit Markus Hoffmeister mit ihrer „Trommelreise“ auf der Bühne.
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Projekt an der Montanusschule mit Musiker und Theaterpädagogen Markus Hoffmeister.

Von Nadja Lehmann

Die Savanne bebt unter den stampfenden Beinen der Elefanten. Trommelrhythmen sind zu hören. Es ist früher Morgen, die Sonne geht auf. Die Sonne in Afrika. Und Afrika liegt einen Nachmittag lang in Burscheid. In der Montanusschule.

Die stampfenden Elefantenbeine gehören mehr als 100 Erst- bis Viertklässlern. Für die Sonne gehen sie in die Hocke, richten sich langsam auf und breiten ihre Arme aus. Jeder und jede hält eine Trommel im Arm. Vorne gibt Musiker und Geschichtenerzähler Markus Hoffmeister den Takt vor, und staunend verfolgen die zahlreichen Eltern, was ihre Kinder an Dynamik und Power entfesseln können. Am Rand steht Schulleiterin Claudia Zimmermann und strahlt über das ganze Gesicht. Burscheid ist Afrika, und Afrika Burscheid. Wann gibt es das schon einmal?

Ein Projekt, das für die Schule maßgeschneidert ist

Es ist ein Projekt, das wie maßgeschneidert ist für die Multikulti-Schule, wie sie die Montanusschule im besten Sinne verkörpert, und in der Kinder ganz unterschiedlicher Herkunft eine schulische Heimat gefunden haben. Denn wenn er kommt, erzählt Markus Hoffmeister von fremden Ländern, von ihren Kultur und ihrer Weisheit. „Es ist das größte Erzählprojekt im deutschsprachigen Raum“, sagt Hoffmeister. Hinterher wird Claudia Zimmermann noch verraten, dass man ihn zwei Jahre im Voraus buchen muss und wie sehr man sehr an der Höhestraße freue, ihn da zu haben. „Die Weisheit Afrikas“ heißt das Projekt, mit dem Hoffmeister in die „Heimat der Trommeln“ entführt. Mitmachen, Mitsingen, Mittrommeln ist dabei oberstes Gebot. „In Afrika gibt es keine Zuschauer. Alles ist Bühne“ gab Hoffmeister die Direktive vor. Ermutigung brauchten dabei allenfalls die Eltern, die Kids waren schon völlig eingegroovt.

Der gestrige Freitag war das Finale einer intensiven dreitägigen Probenzeit mit allen rund 300 Grundschülerinnen und Grundschülern, die sich gestern zu zwei Terminen aufteilten. Den Beginn machten die 1a, 1b, 2a, 2c, 3a, 4a und 4b. Zur 2c gehören Leonie, Rieke und Louisa, die trotz großen Lampenfiebers („Wir sind aufgeregt“) sich kurz vor dem großen Auftritt die Zeit nahmen, um dem Bergischen Volksboten zu erzählen, wie schön die drei Tage waren: „Wir haben gesungen und gelacht, weil er so witzige Sachen erzählt hat“, verrieten die drei Siebenjährigen.

„Er“, das ist natürlich Markus Hoffmeister, der gemeinsam mit den Schülern alles gab. Sie ließen die Affen schreien und die Elefanten trompeten, und Hoffmeister erzählte dazu: Von der Maus, die mal auf der Nase des Löwen tanzen will, was beinahe schief geht, ist sie doch so klein. Vom Elefant, der glaubt, das Wasserloch gehöre ihm allein. Alles Unfug, machten Hoffmeister und die Kinder singend und trommelnd mit viel Enthusiasmus deutlich: „Ob du groß oder klein bist, ist egal. Jeder ist so richtig wichtig.“ Und keinem gehöre etwas allein: „Die Dinge des Lebens sind für alle da.“

Gemeinschaft und das Wissen, dass man gemeinsam stark ist: Auch das ist wie maßgeschneidert für die Montanusschule, die in ihrem dauerhaften Resilienzprojekt jeden Einzelnen und jede Einzelne wahrnehmen und stärken will. Dafür ist das Motiv an der Höhestraße: die Sonne. Gestern kam sie direkt aus Afrika.

Hintergrund

Möglich wurde das Projekt durch das Kulturgeld, das die Eltern zusammenlegen. Markus Hoffmeister, Musiker und Theaterpädagoge, tourt das Jahr über in Schulen, Kitas und auf Festivals.

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