2020 lief es gut, teils besser als erwartet

Vorstandsvorsitzender Andreas Otto (l.) und Vorstandsmitglied Lutz Uwe Magney stellten die Bilanz der Volksbank im Bergischen Land vor.Foto: Roland Keusch
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Vorstandsvorsitzender Andreas Otto (l.) und Vorstandsmitglied Lutz Uwe Magney stellten die Bilanz der Volksbank im Bergischen Land vor.Foto: Roland Keusch

Die Volksbank im Bergischen Land zieht Bilanz

Von Sven Schlickowey

Die Volksbank im Bergischen Land blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Man sei „rundrum zufrieden“ mit dem Geschäftsjahr 2020, sagte der Vorstandsvorsitzende Andreas Otto bei der Bilanzpressekonferenz: „Wir können eigentlich nur Positives berichten.“ Teils lief es besser als erwartet.

So steigerte das genossenschaftliche Kreditinstitut mit Sitz in Remscheid Lennep seine Bilanzsumme um mehr als 250 Millionen Euro auf nun fast 2,9 Milliarden Euro. Mehr als 160 Millionen Euro dieses Zuwachses gehen auf gestiegene Kundeneinlagen zurück – rund doppelt so viel wie geplant, wie Vorstandsmitglied Lutz Uwe Magney betonte.

„Im Moment sehen wir das nicht.“

Volksbank-Vorstand Andreas Otto zu einer möglichen Insolvenzwelle

Eine Ursache dafür dürfte sicherlich sein, dass die Volksbank im Bergischen Land erst im Herbst damit begonnen hat, Verwahrentgelte, also Negativzinsen, einzuführen. Bei Bestandskunden für Einlagen ab 250 000 Euro, für Neukunden ab 100 000. Geplant sei das schon für Frühjahr gewesen, berichtete Otto. Wegen der Pandemie habe man den Schritt aber verschoben.

Auch, weil man mit jedem betroffenen Kunden das Gespräch suche, um eine individuelle Lösung zu vereinbaren. „Wir finden in der Regel immer einen passenden Kompromiss“, so Magney. Eine Alternative zu Negativzinsen gebe es angesichts der derzeitigen Zinspolitik hingegen nicht, sagte Andreas Otto.

Diese sinnvoll anzulegen, werde immer schwieriger, so die beiden Vorstände. „Nach Möglichkeit wandeln wir das in Kredite um“, sagte Magney. Doch trotz 463 Millionen Euro neuer Kredite, die 2020 vergeben wurden, darunter auch Corona-Förderkredite in Höhe von 76 Millionen Euro, liegt das Volumen der Kundenkredite deutlich unter dem der Einlagen. Otto: „Die Kreditversorgung des Bergischen Landes durch die Volksbank im Bergischen Land war und ist weiterhin sichergestellt.“

Anders als andere Institute erwarte man auch keine Pleitewelle nach Corona, so Otto. Die Zahlen seien „verhalten positiv“. Was auch daran liege, dass sich die Volksbank vor allem in der bergischen Industrie engagiere – die sich als krisenfest erweise.

Auch das Privatkundengeschäft bereitete der Volksbank 2020 Freude. Wohl auch, weil viele Menschen im Lockdown Zeit haben, sich mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen, wie Andreas Otto vermutet. Ein Ergebnis: Beim Wertpapiergeschäft gab es ein ordentliches Plus von mehr als 50 Millionen Euro.

Rund 18 Millionen Euro Gewinn nach Steuern konnte die Volksbank 2020 erwirtschaften. Der Großteil fließt in die Eigenkapitalausstattung. Etwa 966 000 Euro sollen an die Genossenschaftsmitglieder, die Eigentümer der Bank, ausgezahlt werden. Das entspreche einer Dividende von vier Prozent, nach dreieinhalb Prozent im Vorjahr. Entscheiden über diesen Vorschlag des Vorstands wird die Vertreterversammlung, die am 1. Juni stattfinden soll.

Auch die Steuern, die die Volksbank für 2020 voraussichtlich zahlt, stiegen, um etwa eine Million auf nun 9,4 Millionen Euro. Fast fünf Millionen Euro davon gehen als Gewerbesteuern direkt an die 13 Kommunen, in denen das Kreditinstitut vertreten ist.

Vor Ort werde man weiterhin die Geschäftsstellen umbauen und modernisieren, betonten die beiden Vorstände. Dass das komplette Netz von derzeit 23 Filialen erhalten bleibe, sei eher unwahrscheinlich. „Das schauen wir uns natürlich genau an“, sagte Otto „In Radevormwald, Wermelskirchen oder Hückeswagen werden wir sicherlich keine Filialen schließen.“

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