Mitmachzirkus

160 Kinder zeigen ihr Können im Zirkus

Die Kinder zeigten, was sie beim Mitmach-Zirkus gelernt hatten: am Trapez, als Schlümpfe und beim Jonglieren. Foto: (3): Doro Siewert
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Die Kinder zeigten, was sie beim Mitmach-Zirkus gelernt hatten: am Trapez...

Jeweils vollbesetzt war das Zelt bei den zwei Vorstellungen des Mitmachzirkusses Proscho

Von Ursula Hellmann

Burscheid. Das bunte Zirkuszelt Ecke Hilgener Straße war am Samstag und Sonntag bis auf den letzten Platz besetzt – und die Zuschauer kamen ohne die übliche Gesichtsmaske. Schließlich waren nur Besucher gekommen, die ihre Testbelege oder Impfpässe vorweisen konnten. Dass die Burscheider schon sehnlich auf Proscho gewartet hatten, bewies bereits die Premieren-Vorstellung am vergangenen Sonntag. Wie immer am Einführungsabend zeigten da die Profi-Artisten persönlich ihre Leistungen in einem ausverkauften Zelt.

...als Schlümpfe...

Nun freuten sich die kleinen Artisten über die begeisterten Mutmach-Zurufe. Farbenprächtig kostümiert zeigten sie Hula-Reifen-Wirbel, betraten mutig die Trapezaufbauten und zeigten „olympiareife“ Boden-Gymnastik. Fasziniert beobachtete auch Leroy (4) zum ersten Mal in seinem Leben, wie zwölf Regenbogen-Elfen und zwei Glitzer-Jungs auf dem stramm gespannten Drahtseil gewagte Sprünge vollführten und konzentriert balancierten. Als die acht lustigen Clowns den ungeschickten Busfahrer nervten, musste auch Leroy lachen und klatschte laut Beifall.

Unter den fantasievoll geschminkten Clowns war auch Bella (7). Nahe an der Manege saßen viele aus Bellas Großfamilie. So nahmen die herzlichen Glückwünsche für ihren Auftritt kaum ein Ende.

Wenn auch in diesem Programm keine lebenden Tiere mehr mitspielten, kamen Spaß und Spannung keineswegs zu kurz. Ob Jonglage-Akte mit Bällen, Ringen, kreisende Teller auf Stäben – jede zirzensische Leistung bekam außer dem Schluss-Applaus spontanes Zwischenlob von 300 Hände-Paaren.

Mit gutem Gespür für kindliche Fröhlichkeit war auch die lautstarke Musik-Party der Clown-Gruppe und ihre Ideen, das strenge Musik-Verbot zu umgehen, wieder ein gelungener Programmpunkt.

Wie die niedlichen, blauweißen Schlümpfe ihr eigenes Spiel mit dem Bestimmer spielten, leitete die Schlussszene des Nachmittags ein. Dazu füllte sich die Arena mit all den über hundert Mitwirkenden. Schmissiger Rhythmus gipfelte in einer Abschieds-La Ola und machte Lust auf ein Wiederkommen vom Mitmachzirkus Proscho im nächsten Sommer. Dass auch die Kommune nach wie vor hinter dem Projekt steht, wurde durch die lobenden Worte von Bürgermeister Stefan Caplan deutlich.

Zur Vorgeschichte des Kindermitmach-Zirkusses Proscho: Der Name wird exakt so gesprochen wie geschrieben: mit einem deutschen SCH. Ein ungewöhnlicher Name für einen ungewöhnlichen Zirkus? Peter Kaiser, Direktor und zuständig für sehr vieles, kennt die Anfänge genau: „In der Großeltern-Generation der Zirkusfamilien Probst und Scholl gab es eine enge freundschaftliche Verbindung nach Burscheid zu den Familien Allkämper und Kaiser. Als die Idee eines Kindermitmach-Zirkusses geboren wurde, stand auch das Logo fest: Proscho.

...und beim Jonglieren.

Was 2011 als Eltern-Initiative in Zusammenarbeit mit der EMA- Schule begann, wurde am 1. Januar 2018 zu einem eingetragenen Verein mit allen Rechten und Pflichten.“ Peter Kaiser (Leichlingen) und Claudia Graff (Burscheid) zeichnen als Vorsitzende. Zehn Sommer lang gehört Proscho nun zu den festen Burscheider Events von und für Kinder von Vorschul- bis Grundschulalter.

„Es war uns wichtig, ohne staatliche Hilfe zu überleben.“

Lara Maatz, Artistin

Wie stand der kleine, aber feine Zirkus die Corona-Lockdown-Zeit durch? Lara Maatz, selbst Artistin und Familienmutter: „Auch wenn deutlich weniger Termine anlagen, haben wir uns den strengen Hygienemaßnahmen sowie dem nicht geringen Organisationsaufwand untergeordnet und waren für unser Publikum durchgehend da. Es blieb auch Zeit für anstehende Reparaturarbeiten. Einige Teammitglieder fanden zum Glück annehmbare Jobs bei Unternehmern verschiedener Branchen. Es war uns wichtig, ohne staatliche Hilfe zu überleben und die Zukunft offenzuhalten.“

Das Burscheider Team arbeitet nun in Ratingen. Das Schwester-Zelt ist noch eine Woche in Trier zu sehen.

Vorführungen

Aus den 160 Mitmach-Kindern wurden acht Vorführ-Gruppen mit je 20 Kindern besetzt. Darunter waren Jungs und Mädchen aus Burscheid, Solingen, Leichlingen, Leverkusen, aber auch aus linksrheinischen Städten. Neun Mitglieder der Familie Maatz leiteten die Trainingsgruppen. Diese 14- bis 19-Jährigen sind ehemalige Schüler der EMA-OGS. Die Vorstellungen fanden statt: Samstag, ab 14 Uhr, Sonntag, ab 15 Uhr (jeweils 2,5 Stunden). Kontakt: Mitmach-Zirkus-Burscheid e. V.

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