Tafel

120 Familien und Einzelpersonen brauchen Hilfe

Petra Dinges, stellvertretende Vorsitzende (l.), und Dagmar Zimmer, Vorsitzende, engagieren sich für die Burscheider Tafel.
+
Petra Dinges, stellvertretende Vorsitzende (l.), und Dagmar Zimmer, Vorsitzende, engagieren sich für die Burscheider Tafel.
  • Susanne Koch
    VonSusanne Koch
    schließen

Bei der Burscheider Tafel wachsen die Aufgaben – Rund 50 Ehrenamtliche helfen.

Burscheid. Immer mehr Menschen melden ihre Bedürfnisse bei der Burscheider Tafel an. „Inzwischen bedienen wir freitags nachmittags rund 120 Einzelpersonen und Familien“, sagt die Vorsitzende Dagmar Zimmer. „Und wir beliefern weitere 16 Kundinnen und Kunden in ihrer Wohnung, weil sie sich nicht mehr so gut bewegen können oder krank sind. Durch die ukrainischen Flüchtlinge werden es aber immer noch mehr.“

Derzeit werden die Tafel-Kunden in Farb-Gruppen eingeteilt, um lange Wartezeiten zu vermeiden. „Wir überlegen jetzt aber auch, zusätzlich Nummern auszugeben“, sagt ihre Stellvertreterin Petra Dinges. Die Corona-Pandemie hat auch die Tafel-Mitarbeiter zum Umdenken gezwungen. „Wir haben jetzt ein Einbahnstraßen-System erarbeitet“, sagt Dagmar Zimmer. „Das behalten wir auf jeden Fall bei. Und alle – ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Tafel-Kundinnen und -Kunden – tragen die ganze Zeit eine Maske.“ Darauf habe man sich geeinigt und da halte sich jeder auch gerne dran.

Die Burscheider Tafel wurde im Jahr 2006 gegründet. Der damalige erste Vorsitzende Martin Heykants hat seinen ehrenamtlichen Hauptjob inzwischen an Dagmar Zimmer weitergegeben. „Er ist aber immer noch aktiv dabei“, sagt Petra Dinges. Das Grundstück hatte damals die Stadt Burscheid der Tafel zur Verfügung gestellt. „Wir konnten das Gebäude mit Hilfe von Sponsoren bauen, die Photovoltaik-Anlage haben wir mit Fördergeldern von Lidl-Pfandspende und Postcodelotterie finanziert“, sagt Dagmar Zimmer. „So haben wir so gut wie keine Nebenkosten.“ Das erleichtere die Arbeit sehr.

Etwa 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind für die Burscheider Tafel im Einsatz, darunter etwa 20 Fahrer. „Wir können aber auf jeden Fall noch mehr Helfer gebrauchen, besonders Ehrenamtliche, die freitagvormittags von 7.30 bis 12.30 Uhr die Lebensmittel sortieren und nachmittags die Lebensmittel von 13 bis 16.30 Uhr ausgeben“, sagt Petra Dinges. „Aber auch Fahrer sind immer hilfreich.“ Vom steigenden Bedarf her müsste die Burscheider Tafel eigentlich einen weiteren Ausgabe-Termin anbieten. „Das schaffen wir aber derzeit nicht“, sagt Dagmar Zimmer.

Die Burscheider Tafel sammelt die Lebensmittel bei Aldi, Lidl, Rewe und Penny, wenn er im November wieder öffnet, immer mittwochs, donnerstags und freitags ein. Dabei werden die Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, draußen im Kühlcontainer gelagert, den Federal Mogul zur Verfügung gestellt hat. „Und wir werden zusätzlich von drei Landwirten bestens versorgt“, sagt Petra Dinges. „Da beziehen wir Kartoffel, Äpfel und frische Eier her.“

Alle, die von der Burscheider Tafel versorgt werden, müssen ihre Bedürftigkeit nachweisen, durch einen Rentenbescheid oder durch eine Bescheinigung des Jobcenters oder beispielsweise, dass sie Wohngeld beziehen.

„Wir weisen aber auch niemand ab, der uns anruft und deutlich macht, dass er erst einmal mit dem notwendigsten versorgt werden muss“, sagt Dagmar Zimmer. „Dann versorgen wir die Menschen auch erst einmal ohne Bescheinigung.“ Von Anfang an hat die Burscheider Tafel den Beschluss gefasst, einen Euro für jedes Lebensmittelpaket einzunehmen. „Wir finden das wichtig, denn dann sind unsere Kundinnen und Kunden tatsächlich keine Bittsteller“, sagen Dagmar Zimmer und Petra Dinges. „Und das Geld wird ja den Tafel-Belangen zur Verfügung gestellt.“ Sorgen bereitet den beiden Frauen, dass immer mehr Lebensmittelretter unterwegs sind. „Wir möchten sie darum bitten, an die Tafel-Kunden zu denken“, sagt Dagmar Zimmer. „Denn wir brauchen die Lebensmittel für unsere ständig steigende Kundschaft.“

Die Burscheider Tafel wird von Firmen wie Federal Mogul, Adient und anderen Unternehmen unterstützt, wie auch von der Stadt Burscheid. „Und wir nehmen gerne Lebensmittelspenden an“, sagt Petra Dinges. „Wir brauchen Mehl, Nudeln, Reis und Öl“, sagt Dagmar Zimmer. „Konserven kennen viele Flüchtlinge nicht aus ihren Ländern.“

Hintergrund

Die Tafel Deutschland wurde 1995 gegründet und ist der Dachverband aller deutschen Tafeln. Der gemeinnützige Verein vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft und unterstützt mit praktischer Hilfe die Tafel-Arbeit vor Ort.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die alte Kneipe „Tante Betty“ ist seit Januar ein Testzentrum
Die alte Kneipe „Tante Betty“ ist seit Januar ein Testzentrum
Die alte Kneipe „Tante Betty“ ist seit Januar ein Testzentrum
Oktoberfest kehrt nach Burscheid zurück
Oktoberfest kehrt nach Burscheid zurück
Oktoberfest kehrt nach Burscheid zurück
Spurensuche rund um Altenberg
Spurensuche rund um Altenberg
Spurensuche rund um Altenberg
Als Herbst- noch Kartoffelferien waren
Als Herbst- noch Kartoffelferien waren
Als Herbst- noch Kartoffelferien waren

Kommentare