Zweiten Runde

IG Metall fordert vier Prozent mehr Geld für Beschäftigte

Marko Röhrig von der IG Metall Remscheid-Solingen.Archivfoto: cb
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Marko Röhrig von der IG Metall Remscheid-Solingen.

Marko Röhrig blickt mit klaren Vorstellungen auf die zweite Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land.  „Ich erwarte, dass Bewegung in die Sache kommt“, sagt der Geschäftsführer und erste Bevollmächtigte der IG Metall Remscheid-Solingen. Am 18. Januar sitzen sich die Gewerkschaft und der Arbeitgeberverband Metall NRW wieder gegenüber.

Die erste Runde endete Mitte Dezember ohne wirkliche Annäherung. Die IG Metall will unter anderem vier Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Diese Forderungen bezeichnete Horst Gabriel bereits vor Verhandlungsbeginn als „nicht nachvollziehbar und wirklichkeitsfremd“. Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Solingen verwies auf die wirtschaftlich schwierige Lage vieler Unternehmen in der Corona-Krise. Zusätzliche Kostenbelastungen würden den Druck auf die Arbeitsplätze massiv erhöhen.

In dieser Woche zog Markus von Dreusche, Geschäftsführer des Remscheider Arbeitgeberverbandes, nach. Die Krise sei noch lange nicht vorbei. Standortsicherung und der Erhalt von Arbeitsplätzen müssten höchste Priorität haben. Der nächste Tarifabschluss dürfe die Unternehmen nicht überfordern – „weder in der Höhe noch was die Komplexität der gefundenen Regeln angeht“.

Röhrig verteidigt die laut seiner Aussage „historisch niedrige Forderung“ der Gewerkschaft. Es sei wichtig, die Kaufkraft mit höheren Löhnen zu stärken. Die Entgelterhöhung sei vor allem für Betriebe gedacht, in denen das Geschäft trotz der Corona-Krise läuft. Für hart getroffene Unternehmen bringt die Gewerkschaft eine Verkürzung der Arbeitszeit von 35 auf 32 Stunden verteilt auf vier Tage ins Spiel. Diese Maßnahme soll Arbeitsplätze sichern, die Röhrig zufolge dringend benötigt werden, um das Geschäft nach der Krise wieder anzukurbeln. Auch für einen Teilentgeltausgleich bei einer Verkürzung der Arbeitszeiten könnten die vier Prozent verwendet werden, schlägt die IG Metall vor.

Einig sind sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft, dass sich die Metall- und Elektroindustrie in einem großen Transformationsprozess befindet. „Dabei lassen manche Unternehmen die Vision vermissen“, sagt Röhrig. Deshalb plädiert er für betriebliche Zukunftstarifverträge, die etwa Zusagen zu Investitionen und beschäftigungssichernden Maßnahmen enthalten können.

Röhrig rechnet mit schwierigen Verhandlungen. Falls nötig, wolle die Gewerkschaft ihren Forderungen mit Aktionen Nachdruck verleihen. Wenngleich die Pandemie gewohnte Formen wie Warnstreiks erschwert. „Wir werden dennoch laut und erkennbar sein, wenn es erforderlich ist.“

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