Immobilien

Der Wohlfühlfaktor erhöht die Verkaufschancen

Auch beim Immobilienkauf spielt das Gefühl eine große Rolle. Katrin Groß spricht mit ihrem Home Staging genau dieses Gefühl bei potenziellen Kunden an. Foto: Michael Schütz
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Auch beim Immobilienkauf spielt das Gefühl eine große Rolle. Katrin Groß spricht mit ihrem Home Staging genau dieses Gefühl bei potenziellen Kunden an.

Katrin Groß aus Solingen bietet Home Staging für Immobilienmakler an.

Von Timo Lemmer

Solingen. Fremde Umgebungen regen bei Katrin Groß die Fantasie an. Als gelernte Schauwerbegestalterin und begeisterte Inneneinrichterin geht ihr das regelmäßig so – zum Beispiel bei Häusern und Wohnungen. „Wenn ich irgendwo reinkomme, geht bei mir das Kopfkino an“, sagt die Ohligserin, die dann an Gestaltungsmöglichkeiten denkt oder daran, wie eine Immobilie ideal in Szene zu setzen sei. „Ich habe lange gedacht, dass das allen so geht“, grinst Groß: Doch inzwischen hat sie herausgefunden, dass ihr beruflich-leidenschaftlicher Blick die Ausnahme ist. Untersuchungen würden untermauern, so Groß, dass sich nur etwa 20 Prozent der Menschen eine bewohnte oder komplett leere Immobilie anders gestaltet oder eingerichtet vorstellen können. „Dabei geht es gerade beim Hauskauf darum, das Gefühl anzusprechen: Hier könnte ich mich wohlfühlen.“

Vorher: Ein leeres Schlafzimmer lässt höchstens die Möglichkeiten des Raumes erahnen.

Das wiederum ist die Aufgabe des sogenannten „Home Staging“, einer Sparte, die Groß nun mit „Wohntraum Design“ aufgreift. In den USA bereits in den 1970er Jahren eingeführt, stecke dieser Geschäftszweig hier noch in den Kinderschuhen: „Ich komme ursprünglich aus der verkaufsfördernden Gestaltung. Das ist bei Immobilien nicht anders: Weil man mit allen Sinnen kauft, ist die Möglichkeit, Häuser und Räume toll in Szene zu setzen, sehr wichtig.“

Stage bedeutet im Englischen Bühne. Groß: „Home Staging holt das Haus auf die Bühne, wobei jeder Raum ein eigener Akt ist.“ Groß sorgt mit ihrem Team von drei festen Mitarbeitern sowie weiteren Experten also dafür, dass ein Verkaufsobjekt bestmöglich präsentiert wird. „Man entscheidet vieles mit dem Bauch“, sagt sie, „und das ist beim Hauskauf nicht anders. Ein Haus muss im ersten Moment gefallen. Es geht um den Wohlfühlfaktor.“ Den schafft Groß mit Expertise und kleinen Kniffen.

Nachher: Wenn Katrin Groß ihre Arbeit getan hat, wirkt das Schlafzimmer viel lebendiger.

Es geht dabei nicht darum, gravierende Mängel zu kaschieren. Das verbietet allein schon das Berufsethos sowie die Verpflichtung der deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign, der sich Groß verpflichtet hat. Vielmehr sei es ihre Arbeit, „die Vorzüge hervorzuheben“. Dabei können kleinere Elemente wie Mietmöbel helfen, und eine hochwertige Pappküche sorge bei Interessenten dafür, festzustellen, „dass dort ja doch noch ein großer Esstisch hinpasst“, erklärt Groß. Dazu muss auch mal eine Wand gestrichen werden oder lose Tapete beseitigt werden. Aber, so Groß, es gehe nie darum, ein Haus komplett zu sanieren. Home Staging setzt auf Effizienz und Tempo im ganzen Haus: „Wer ein Auto verkauft, macht ja auch nicht nur den Kofferraum sauber.“

Berufsverband sucht einen deutschen Begriff für Home Staging

Die Sparte Home Staging ergänzt das Portfolio von Groß, die seit 17 Jahren selbstständig ist, seit wenigen Wochen. Die Solingerin hatte den Bereich zu Jahresbeginn entdeckt, und die Ausbildung Home Stager Professional beim Berufsverband abgeschlossen. Das hilft über die aktuell schwierige Lage, denn ansonsten dekoriert Groß ganze Einkaufscenter oder Messen, die momentan komplett entfallen. In der Ohligser Fußgängerzone hat sie das repräsentative Schaufenster im Gerry-Weber-Leerstand ausstaffiert. Gloria Göllmann, Geschäftsführerin der Immobilien- und Standortgemeinschaft Solingen-Ohligs, ist von Groß’ Fertigkeiten begeistert: „Sie hat mich von der ersten Sekunden an überzeugt. Katrin hat Ideen, Überzeugungskraft und stellt das zu erreichende Ziel nach vorne. Dabei ist sie professionell, und das zu einem fairen Preis – und ihr Lächeln ist unbezahlbar.“

Jetzt gehe es darum, das Angebot publik zu machen: „Das Potenzial ist riesig. Das höre ich auch von allen anderen im Berufsverband, die auch in Corona gewachsen sind.“ Insbesondere die Bezeichnung Home Staging müsse immer wieder erklärt werden. Übrigens: Im Berufsverband wäre man froh, einen schmissigen wie aussagekräftigen deutschen Begriff neben der feststehenden Bezeichnung Home Staging zu finden. „Wer einen tollen Begriff hat, kann sich gerne melden“, sagt Groß.

Zur Person

Katrin Groß ist 40 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann sowie den zwei Kindern in Solingen-Ohligs. Die Solingerin hat ihre Ausbildung zur Schauwerbegestalterin in einer Solinger Werbeagentur absolviert und sich danach rasch selbstständig gemacht. Groß ist gebürtige Ohligserin. Zu erreichen ist sie über ihre Web-Seite, auf der auch verschiedene Vorher-/Nachher-Beispiele ihrer Arbeit zu finden sind.

wohntraum-design.com

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