Energiepreise

Wissenschaftler fordern Gaspreisdeckel im Strommarkt

Prof. Paul J. J. Welfens von der Bergischen Uni.
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Prof. Paul J. J. Welfens von der Bergischen Uni.
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Prof. Paul Welfens geht in einer Studie der Frage nach, wie sich die Energiepreise begrenzen lassen.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. Wie lassen sich die ausufernden Energiepreise begrenzen? Kaum eine Frage wird derzeit so intensiv diskutiert. Immer wieder ist dabei von einem Gaspreisdeckel die Rede. Doch diese Lösung ist nicht unumstritten. Eine neue Studie des Instituts für Internationale Wirtschaftsbeziehungen (EIIW) an der Bergischen Universität macht nun einen Vorschlag. Dabei nehmen EIIW-Präsident Prof. Paul J. J. Welfens und Werner Röger den Strommarkt in den Blick.

Das Ziel der Wuppertaler Wissenschaftler: Sie wollten herausfinden, „in welcher Form ein Gaspreisdeckel effizient, konjunkturschützend und das staatliche Defizit begrenzend umsetzbar sein könnte“. In die Überlegungen sei auch die Frage eingeflossen, wie mit Übergewinnen umzugehen ist, die Strom- und Energieunternehmen derzeit einfahren, heißt es in einer Mitteilung.

Gas- und Strommarkt hängen zusammen. Wenn der Gaspreis stark ansteigt, wie derzeit wegen der geringeren Gaslieferungen aus Russland, wirkt sich das auch auf die Stromerzeugung in Gaskraftwerken aus. Welfens und Röger erläutern die Folgen: „Um den Strombedarf zu decken, werden zunächst Kraftwerke herangezogen, die günstig Strom produzieren können. Danach werden so lange weitere und damit immer teurere Kraftwerke zugeschaltet. Den einheitlichen Strompreis bestimmt dann das letzte zugeschaltete Kraftwerk. Bei den Versorgern mit geringen Stromerzeugungskosten am Anfang der Kette entstehen so hohe Gewinne.“

Schätzung: Gaspreisdeckel könnte Strompreis halbieren

Mit anderen Worten: Die Gaskraftwerke treiben den Strompreis den Wissenschaftlern zufolge für alle nach oben. Deshalb schlagen sie vor, diese mit staatlichen Subventionen zu unterstützen. Für die öffentliche Hand sei das verglichen mit den Alternativen die günstigere Variante, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Gaskraftwerke mit rund 15 Prozent einen relativ kleinen Anteil an der Stromversorgung in Deutschland haben.

Ein Gaspreisdeckel im Strommarkt kann Welfens’ Schätzung nach den Strompreis „mehr als halbieren“. Auch sinke die Wahrscheinlichkeit für Übergewinne. Zudem erhoffen sich die Forscher positive Effekte auf andere Bereiche: „Da in der Produktion aller Güter Strom verbraucht wird und der Strompreis somit für die Güterpreise im Markt wichtig ist, wirkt die Strompreisdämpfung via Gaspreisdeckel inflationsmindernd sowie produktions- und beschäftigungssteigernd.“

 Gleichzeitig würden die Wuppertaler begrüßen, dass „möglichst alle EU-Länder“ den Vorschlag umsetzen. Dies solle vermeiden, „dass nicht plötzlich ein deutlich steigender Stromexport aus einem einzelnen Land aufgrund von Stromverbilligung erfolgen würde und zu einer Verzerrung des Marktes führt“.

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