Wirtschaftsminister zu Gast im Bergischen

Peter Altmaier: „Haltet durch, es lohnt sich!“

51 Gäste waren der Einladung ins Schützenhaus gefolgt, darunter der bergische CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (rechte Reihe, links).
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51 Gäste waren der Einladung ins Schützenhaus gefolgt.
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Peter Altmaier (CDU) war auf Einladung des Arbeitgeber-Verbandes zu Gast in Remscheid – Einen zweiten Lockdown will er verhindern.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. In der größten Wirtschaftskrise seit zehn Jahren machte der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier (CDU), den Unternehmern aus dem Bergischen Land am Donnerstagabend Hoffnung: Im Restaurant Schützenhaus gab er den 51 Gästen der lokalen Wirtschaft mit auf den Weg: „Halten Sie durch! Es lohnt sich.“

Der 62-jährige Minister machte auf seiner Rundreise mit Stationen in Köln und Düsseldorf auch Halt im Bergischen Land. Auf Einladung des Arbeitgeber-Verbandes von Remscheid und Umgebung sprach er über „Covid-19 und die Auswirkungen auf die Industrie – Hilfspakete der Bundesregierung“. Und gab sich dabei redegewandt und bürgernah.

Aber auch realistisch. „Es ist ein bitterer Moment. Wir hatten zehn Jahre lang einen Wirtschaftsaufschwung. Und mitten in der stabilen Phase macht sich plötzlich ein Virus selbstständig, das ziemlich tricky ist“, erklärte er den Unternehmern. „Es ist eine Situation, die viele von Ihnen bis aufs Äußerste getroffen hat.“ Die Pandemie mache auch vorm Mittelstand nicht Halt. „Wenn ein Messebauer oder eine Cateringfirma seit sechs Monaten keine Aufträge hat und dann pleite geht, ist das eine große Ungerechtigkeit.“

Der Staat habe eine Verantwortung für unverschuldet in Not gerate Unternehmen, betonte Altmaier. Darum seien mehrere 100 Millionen Euro mobilisiert worden: KfW-Schnellkredite für den Mittelstand, Soforthilfen für kleine Unternehmen, Ausbildungsplatzprämien. Und das ohne Blaupause. Trotz eines scharfen Rückgangs der Wirtschaftsleistung sei es der Bundesregierung mit ihren Hilfspaketen gelungen, Insolvenzen im großen Stil abzuwenden.

„Wir können den Aufschwung jetzt schon sehen.“ 

Minister Peter Altmaier (CDU)

Er habe von Anfang an das Ziel verfolgt, Unternehmern zu helfen, die unverschuldet in einen Strudel gezogen werden, aus dem sie nicht mehr herauskommen, sagte Peter Altmaier. Und erklärte den bergischen Firmenchefs: „Ich werde alles tun, damit es keinen zweiten Shutdown gibt.“

Am kommenden Dienstag will der Bundeswirtschaftsminister eine Prognose über die Wirtschaftsleistung abgeben, die nicht so düster ausfalle wie angenommen. Auch wenn das zweite Quartal 2020 von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 9,5 Prozentpunkte geprägt sei, falle dieses Minus deutlich niedriger aus als in anderen Industrieländern.

Peter Altmaier machte den Gästen Mut: „Wir können den Aufschwung jetzt schon sehen. Ich gehe davon aus, dass wir 2022 zu alter Stärke zurückfinden.“ Um das zu erreichen, sei es wichtig, dass sich jeder an die Regeln halte, um eine Ausbreitung mit Sars-CoV-2 zu verhindern. „Wir haben das beste Gesundheitssystem weltweit. Wir können uns dies aber nur so lange leisten, wie wir eine gesunde Wirtschaft haben.“ Daher bräuchten Industrie und Wirtschaft stabile Rahmenbedingungen.

Unter den Gästen war auch der bergische CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (rechte Reihe, links).

Genau darum ging es den Unternehmern in der anschließenden Fragerunde, die von RGA-Lokalchef Axel Richter moderiert wurde. Dr. Roman Diederichs, Geschäftsführer von Dirostahl in Lüttringhausen, sprach die Energiekosten an. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 die Treibhausgase zu halbieren, sei für Dirostahl utopisch. Würde das Unternehmen auf Wasserstoff als Energiequelle umstellen, fielen Mehrkosten von rund 24 Millionen Euro an. Auch Peter Recknagel von der Recknagel Präzisionsstahl GmbH aus Hückeswagen bekannte: „Ich sehe im Wasserstoff eine große Chance, aber auch ein kaufmännisches Risiko.“ Der Bund habe erkannt, dass Wasserstoff ein wichtiges Thema sei, erklärte Altmaier. Um den Ausbau zu fördern, stünden 7 Milliarden Euro im Corona-Konjunkturprogramm bereit.

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