Wirtschaft

5000 Euro Sofortzahlung und zinslose Kredite

So wie hier im Keller der Remscheider Gaststätte Wildschütz Aue sah es in einigen Unternehmen nach dem Hochwasser aus. Verschiedene Hilfs- und Förderprogramme unterstützen die betroffenen Firmen. Foto: Roland Keusch
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So wie hier im Keller der Remscheider Gaststätte Wildschütz Aue sah es in einigen Unternehmen nach dem Hochwasser aus. Verschiedene Hilfs- und Förderprogramme unterstützen die betroffenen Firmen.

Nach dem Hochwasser gibt es verschiedene Hilfsangebote für betroffene Unternehmen

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Nach dem Hochwasser ist die Hilfsbereitschaft weiterhin groß. Nach der akuten Hilfe durch Feuerwehr, THW und andere Organisationen unterstützen sich die bergischen Unternehmen inzwischen gegenseitig. Firmen aus dem besonders stark betroffenen Morsbachtal in Remscheid berichten zum Beispiel, dass sich Nachbar-Betriebe untereinander aushelfen. Aber auch von Mitbewerbern, die von sich aus die Nutzung ihrer Räumlichkeiten und Geräte angeboten haben. Inzwischen gibt es zudem verschiedene Hilfsprogramme. Ein erster Überblick:

Sofortzahlungen

Neben der Soforthilfe der Landesregierung für Privathaushalte gibt es auch eine für Firmen, darunter fallen auch alle Freiberuflicher sowie Selbstständige aus der Land- und Forstwirtschaft. Es gibt pauschal 5000 Euro je betroffener Betriebsstätte – grundsätzlich nicht rückzahlbar, wie es den Bestimmungen heißt. Voraussetzung sei allein eine Selbsteinschätzung des Unternehmens, das in der Betriebsstätte ein nicht versicherter Schaden von mindestens 5000 Euro entstanden sei. Infos und Anträge für die Sofortzahlungen gibt es bei den Kommunen.

IHK-Hochwasserhilfe

Die Bergische IHK hat ein Spendenkonto für besonders betroffene Firmen eingerichtet, auf das nach wenigen Tagen schon über 100 000 Euro eingegangen waren. „Die Gelder werden von der Bergischen IHK unmittelbar an die Betroffenen weitergeleitet“, heißt es von der Kammer. Über die Verteilung werde ein dafür eingerichtetes Gremium entscheiden. Auskunft erteilt die IHK unter Tel. (0202) 24 90 0.

Vergünstigte und zinslose Kredite

Verschiedene örtliche Geldinstitute haben Hochwasser-Kreditprogramme aufgelegt. Die Stadtsparkasse Remscheid hält dafür zum Beispiel fünf Millionen Euro bereit. Vom Hochwasser geschädigte Gewerbekunden können Beträge zwischen 5000 und 50 000 Euro beantragen – absolut zinsfrei. Ähnlich läuft es bei der Stadt-Sparkasse Solingen, hier stehen Beträge zwischen 2500 und 50 000 bereit, ebenfalls zinsfrei, mit Laufzeiten zwischen 12 und 120 Monaten. Größere Beträge gibt es bei der NRW-Bank: Bis Ende des Jahres gibt es Kredite bis zu 2 Millionen Euro ab 0,01 Prozent Zinsen bei bis zu zehn Jahren Laufzeit. Vorgesehen sind die laut Programmbeschreibung unter anderem für Ersatzinvestitionen für durch das Hochwasser beschädigte Maschinen aber auch für Kosten für Aufräum- und Reinigungsarbeiten. Die Beratung dazu erfolgt über die Hausbank.

Verbesserte steuerliche Absetzbarkeit

Mit dem Katastrophenerlass der NRW-Finanzverwaltung wurden die steuerlichen Abschreibungen für Ersatzbeschaffungen deutlich verbessert. So können im Rahmen einer Sonderabschreibung Aufwendungen zum Wiederaufbau ganz oder zum Teil zerstörter Gebäude auf Antrag im Wirtschaftsjahr der Fertigstellung und in den beiden Folgejahren mit insgesamt bis zu 30 Prozent geltend gemacht werden. Beweglichen Anlagegüter, die als Ersatz für vernichtete oder verlorengegangene Güter angeschafft werden, sogar bis zu 50 Prozent. Es gelten Höchstgrenzen.

Kurzarbeitergeld

Firmen, die wegen des Hochwassers nicht arbeiten können, haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Das gilt auch bei einer mittelbaren Betroffenheit, also zum Beispiel wenn die Fluten einen Zulieferbetrieb lahm gelegt haben. Infos gibt es bei der zuständigen Agentur für Arbeit.

Stundungen

Mit dem Katastrophenerlass ist auch geregelt, dass sich „nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtige“ Zahlungen an das Finanzamt bis zum 31. Januar 2022 stunden lassen können. Auch andere Institutionen bieten Vergleichbares an, darunter Krankenkassen.

Beratung

Hilfe für Unternehmen gibt es auch in Form von Beratung. Ansprechpartner sind zum Beispiel die Wirtschaftsförderungen der Städte. Die auch fürs Bergische Land zuständige Handwerkskammer Düsseldorf hat eine eigene Hotline zum Thema geschaltet: Tel. (0211) 87 95 555. Einen ähnlichen Service bietet die Bergische IHK unter der durch Corona bekannten Hotline an: Tel. (0202) 24 90 555.

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