Wirtschaft

Aktionen im Bergischen Land werben für fairen Handel

Im Bergischen tragen unter anderem Solingen und Remscheid den Titel Fairtrade-Stadt. Archivfoto: dt
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Im Bergischen tragen unter anderem Solingen und Remscheid den Titel Fairtrade-Stadt. Archivfoto: dt

„Faire Woche“ findet vom 10. bis 24. September statt

Von Daniel Diekhans

Bergisches Land. Die „Faire Woche“ ist seit 2001 ein Aushängeschild: Nicht nur für Eine-Welt-Läden, sondern überhaupt für den „fairen Handel“, der seine Produkte vor allem aus dem globalen Süden bezieht und dabei ebenso auf menschenwürdige wie klimaschonende Arbeitsbedingungen setzt. Das vom Bundestag verabschiedete Lieferkettengesetz hat das Thema jüngst wieder in die Schlagzeilen gebracht. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller nennt die „Faire Woche“ jedenfalls „einen wichtigen Partner und ein großartiges Instrument“.

Dieses Jahr soll die bundesweit größte Aktionswoche des fairen Handels vom 10. bis 24. September stattfinden. Damit die „Faire Woche“ auch im Bergischen Land viel zu bieten hat, lud Sophia Merrem vom Forum für soziale Innovation Solingen im April zu einem Vernetzungstreffen ein. Beim Nachfolgetreffen konnten jüngst gut 20 Teilnehmer die Ideen weiterentwickeln.

Ob nun Kochen mit fair gehandelten Lebensmitteln oder Gesprächsrunden mit Politikern zur Bundestagswahl – das erste Vernetzungstreffen hat fünf Themengruppen formuliert. Die Wuppertalerin Sabine Hannert schlug vor, die Themenpalette um „Fairer Handel und Kunst“ zu erweitern. Sie habe kürzlich „Oh Karl“, einen Film des Künstlers Frank N, gesehen. Der filmische Beitrag zur Klimakrise passe auch zur „Fairen Woche“.

Kooperationen mit den Nachbarstädten sind denkbar

Eine Filmvorführung plant auch Alida Aden vom Wuppertaler Schulzentrum Süd. Unter Corona-Bedingungen seien bis 40 Zuschauer erlaubt, erklärte die Lehrerin der Friedrich-Bayer-Realschule. Dabei sei das Gespräch mit den Schülern über den Film – idealerweise in Anwesenheit des Regisseurs – genauso wichtig wie die Vorführung. Interessierte Videos zur Aktionswoche drehen lassen – diese Idee brachte Dolores Smith von der Akademie der kulturellen Bildung in Remscheid ein. Offen zeigte sie sich auch für Kooperationen mit den Nachbarstädten. „Ich kann mir auch vorstellen, dass wir nach Wuppertal kommen.“

Robert Wagner aus Bergisch Gladbach weiß, dass Jugendliche sich nicht so schnell für Nachhaltigkeit begeistern. Mit „FAIR–einskultur“ setzt er sich schon länger für Fairness im Sport ein. Im Rahmen der „Fairen Woche“, so Wagner, könnten auch Sportveranstaltungen als niedrigschwelliges Angebot funktionieren. Lisa Krick vom Stadtmarketing Velbert will ein großes Kinder- und Familienfest im September nutzen, um auf die „Faire Woche“ aufmerksam zu machen.

Jürgen Sokoll vom „Eine Welt Netz NRW“ dachte über Aktionen nach, die „migrantische Gruppen“ erreichen könnten. Sein Kollege Abdul Hai berichtete vom Austausch mit Moscheegemeinden. So komme die Idee, das Ende des Ramadans ohne Plastikverpackungen zu feiern, bei den Gemeindemitgliedern gut an. Ingrid Dreher, die zur Steuerungsgruppe der „Fairtrade Town“ Gummersbach gehört, sah kaum Möglichkeiten zu stadtweiten oder gar städteübergreifenden Aktionen. Angesichts der pandemischen Lage müsse man entsprechend auf manches verzichten.

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