Job-Messe

Wie ein Heiratsmarkt für Berufsstarter und Ausbildungsbetriebe

Oliver Lomm (l.) von der Solinger Forst Technologie GmbH und Co. KG spricht mit Bewerber Karim Lahrichi. Foto: Anna Schwartz
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Oliver Lomm (l.) von der Solinger Forst Technologie GmbH und Co. KG spricht mit Bewerber Karim Lahrichi.

Mit dem Bewerberdating veranstaltte die IHK erstmals seit Pandemiebeginn wieder eine Job-Messe in Präsenz.

Von Dawid Gryndzieluk

Bergisches Land. Carmen Bartl-Zorn spricht eine junge Frau an. Sie fragt sie zu beruflichen Vorstellungen, ob sie sich für technische Berufe interessiere. Die Antwort: Eher nicht, lieber Verkauf. Sofort weiß Bartl-Zorn, was zu tun ist und nennt der Frau einige Namen von Handelsunternehmen. Und schickt sie in die Richtung los.

Carmen Bartl-Zorn weiß, dass sie gerade jemanden überrumpelt hat. Aber sie weiß auch, dass dies bei jungen Leuten, die Schwierigkeiten haben auf Job-Messen aus sich herauszukommen, notwendig ist. Job-Messe? Ja, wir befinden uns beim bergischen Bewerberdating der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und Bartl-Zorn ist als Geschäftsführerin des Bereichs Aus- und Weiterbildung voll in ihrem Element.

Dass die Bewerber, häufig Teenager, sich etwas unwohl fühlen, führt Bartl-Zorn auf die mangelnde Berufsorientierung während der Pandemie zurück. „Die Bewerber sind verunsichert in der Berufswahl.“ Gut zwei Jahre lang hätten sie in Schulen kaum Gelegenheit gehabt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Das Bewerberdating, das in dieser Woche stattgefunden hat, sei eine der ersten Veranstaltungen ihrer Art seit Pandemiebeginn. Etwa 60 Aussteller aus der Region präsentierten rund 200 Ausbildungsplätze. „Jeder, der eine Ausbildungsstelle sucht, kann hier eine finden. Die Chancen sind so gut wie noch nie“, sagt sie. Die anwesenden Unternehmen bilden das gesamte Spektrum der IHK ab, darunter die Bereiche Metall, Elektronik, Pflege, IT.

Aufgrund des Fachkräftemangels müssten sich auch namhafte Unternehmen herausputzen. Denn: „Die Bewerber bewerben sich bei den Unternehmen genauso sehr, wie sich die Unternehmen bei den Bewerbern bewerben“, sinniert Bartl-Zorn. Da hilft es nur, die Leute aktiv anzusprechen – ähnlich wie die IHK-Geschäftsführerin sehen das Antje Voß, Hauswirtschaftsleitung beim Caritasverband Wuppertal/Solingen, und Sandra Stein, Ausbildungskoordinatorin für Pflegeberufe. „Durch die fehlende Präsenz ist vieles verlorengegangen. Man konnte zwei Jahre lang keine Leute aktiv ansprechen“, klagt Voß. „Praktika in Pflegeberufen fielen überwiegend aus“, ergänzt ihre Kollegin Stein. Dass alle begierig sind, Nachwuchs zu rekrutieren, war beim Bewerberdating spürbar. Und das ist auch nachvollziehbar. Bartl-Zorn fasst zusammen, was auf dem Spiel steht: „Jeder unbesetzte Ausbildungsplatz heute ist eine fehlende Fachkraft in einigen Jahren.“

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