Wenn auf den Bühnen das Licht aus bleibt, springt das BZI ein

BZI statt Bühne: Die angehenden Fachkräfte für Veranstaltungstechnik Sonja Tempels und Timo Thomas mit Elektrotechnik-Ausbilderin Julia Filiptzyk. Aus der Corona-Zwischenlösung könnte eine Dauerlösung für eine überbetriebliche Ausbildung in der Branche werden. Foto: Roland Keusch
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BZI statt Bühne: Die angehenden Fachkräfte für Veranstaltungstechnik Sonja Tempels und Timo Thomas mit Elektrotechnik-Ausbilderin Julia Filiptzyk. Aus der Corona-Zwischenlösung könnte eine Dauerlösung für eine überbetriebliche Ausbildung in der Branche werden.

Neues Ausbildungsangebot für die Veranstaltungsbranche in Remscheid

Von Sven Schlickowey

REMSCHEID Wie kaum eine andere Branche wurde die Veranstaltungstechnik von Corona getroffen. Und das betrifft auch die Azubis. Gibt es für die Firmen nichts zu tun, können die Auszubildenden nichts in der Praxis lernen. Helfen soll da ein neues Programm für überbetriebliche Ausbildung, das nun am Remscheider BZI gestartet ist.

In neun Modulen, je ein bis vier Wochen lang, lernen dort angehende Fachkräfte für Veranstaltungstechnik das notwendige Handwerkszeug. „Sie müssen für die Prüfung zum Beispiel Bühnen für verschiedene Szenarien aufbauen“, erklärt Ausbildungsleiter Thomas Knipper. „So etwas muss man vorher natürlich schon mal gemacht haben.“

Über die IHK hatte das BZI vor einiger Zeit ein Aufruf erreicht, Ausbildungsalternativen für die Veranstaltungsbranche zu entwickeln. „Wir haben uns den Rahmenplan angeschaut und festgestellt, dass das sehr elektrolastig ist“, sagt Knipper. „Und das können wir ja.“ Also verfasste man ein Konzept und bewarb sich um das Programm, das aus Landesmitteln finanziert wird.

Insgesamt sieben Bildungszentren in ganz NRW hätten schließlich den Zuschlag bekommen, berichtet Thomas Knipper. Das Remscheider BZI ist das erste, das Ende Mai losgelegt hat. Vorher habe man aber zunächst ein paar Dinge anpassen müssen, so Knipper. „Wir haben einige Unterlagen geändert“, nennt er ein Beispiel. Und auch beim Übungsmaterial gab es Neuerungen. Statt an einem Roboter lernen die Azubis das Anschließen elektrischer Leitungen, nun zum Beispiel an einem Scheinwerfer.

Das notwendige Equipment leiht sich das BZI bei Veranstaltungstechnikern in der Umgebung. Aus der gleichen Quelle kommt auch zusätzliches Know-how für die Ausbildung. „80 Prozent können wir selber“, schätzt Knipper. „Für den Rest holen wir uns Fachleute ins Haus.“ Insbesondere erfahrene Veranstaltungstechnikermeister, die ohnehin gerade wenig zu tun haben.

Das Konzept ist modular gehalten und kann je nach Bedarf genutzt werden. „Manche Module sind für alle Ausbildungsjahre, manche nur für die Jahre drei und vier“, erklärt Knipper. Angeboten werden sollen sie fortlaufend und mehrfach bis März 2022. Die Teilnehmer kommen derzeit aus dem Bergischen, dem Ruhrgebiet und der Rheinschiene.

Für das BZI bedeutet der neue Ausbildungszweig eine zusätzliche Belastung. „Ich habe ja kein Personal über“, sagt Knipper. „Trotzdem wollen wir uns beteiligen und helfen.“ Nicht zuletzt, weil das BZI ebenfalls von Fördermitteln und Unterstützung anderer profitiere. Aber auch weil man sich langfristig davon etwas erhofft, wie der Ausbildungsleiter gerne zugibt: „Der Ruf in der Branche nach einer überbetrieblichen Ausbildung ist da.“ Um die Idee zu verwirklichen, müsse man zwar erst noch die Politik ins Boot holen. Gelingt das, stehe man aber bereit: „Da sehen wir unser Engagement als eine Art Türöffner.“

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