Neues Logo

Walbusch schlägt ein neues Kapitel auf

Beate, Christian und Thomas Busch (r.) enthüllten das neue Logo an der Walbusch-Firmenzentrale in Solingen.
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Beate, Christian und Thomas Busch (r.) enthüllten das neue Logo an der Walbusch-Firmenzentrale in Solingen.
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Solinger Modeunternehmen überarbeitet seinen Markenauftritt.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Zwei Löwen, Krone, eine Schere – dieses Logo stand in den vergangenen rund 60 Jahren für Walbusch. Diese Kontinuität, Dinge nicht unbedacht infrage zu stellen, sei eine gute Tugend, findet Hauptgesellschafter Christian Busch. Dennoch sei es Zeit für Veränderung gewesen – nicht für eine Revolution, sondern eine „zeitgemäße Evolution“. Am Mittwochabend wurde das neue Logo vorgestellt, das den Markenauftritt des Solinger Modeunternehmens zukünftig prägen soll.

Der Entwurf habe einige Zeit in Anspruch genommen. Für Christian Busch wenig überraschend: „Das Logo ist Teil unserer Persönlichkeit. Man muss diesem Thema mit dem nötigen Respekt begegnen.“ Das neue Markenzeichen kommt abstrakter daher als der Vorgänger, deutet dessen Elemente jedoch an.

Die Aufgabe, das Geheimnis am Walbusch-Hauptsitz an der Solinger Martinstraße zu lüften, hatten Beate und Thomas Busch. Der Sohn des Firmengründers Walter Busch übernahm 1976 die Verantwortung für Walbusch. 50 Beschäftigte zählte der Betrieb seinerzeit – heute sind es mehr als 1200. Er zeigte sich erfreut, am Mittwoch an diesem „denkwürdigen Meilenstein“ in der Firmenhistorie teilzunehmen. Er sei „beeindruckt“ von den Gedanken, die sich rund um den neuen Markenauftritt gemacht wurden. „Das ist in einem schwierigen Jahr ein guter Start in die Zukunft.“

Walbusch: Umsätze stiegen auch während der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat Walbusch gut überstanden. 2020 stand ein Plus von 6,5 Prozent, 2021 stiegen die Umsätze um 16,3 Prozent. Für dieses Jahr hatten die Verantwortlichen im Januar ein Wachstum um 7,2 Prozent auf 460 Millionen Euro als Ziel ausgegeben. „Das werden wir nicht erreichen“, erklärte Christian Busch am Mittwoch. Der Ukraine-Krieg mit seinen Folgen sowie die gesamtwirtschaftlich angespannte Lage führen zu Konsumzurückhaltung, die Walbusch zu spüren bekommt. „Es steht zu befürchten, dass die noch zunehmen wird“, sagt Christian Busch. Gleichzeitig sei der Druck auf der Kostenseite gestiegen. „Wenn es gut läuft, erreichen wir das Vorjahresergebnis.“

2021 hat die Walbusch-Gruppe ein großes Logistikzentrum der Gerry Weber International AG in Halle/Westfalen übernommen. Christian Busch hatte gehofft, dass der Testbetrieb für Walbusch dort Ende 2022 starten könne. Dieser Zeitplan werde nicht zu halten sein. Die Systeme vor Ort seien bislang auf das Filialgeschäft von Gerry Weber ausgerichtet gewesen und nicht auf den Versand zum Endkunden ausgelegt. Es bedürfe eingehender Prüfungen und Planungen, um das Logistikzentrum auf die Bedürfnisse der Solinger abzustellen. Die entsprechenden Dienstleister seien allerdings stark ausgelastet, berichtet Busch. Deshalb verzögere sich das Projekt.

Derweil bestätigt der Unternehmer, auch das Gerry-Weber-Outlet im Ravenna-Park (Halle) von Ralf Weber gekauft zu haben. Dort sind neben Gerry Weber unter anderem Marken wie s.Oliver, Seidensticker, Schiesser und Storck vertreten. „Logistik-zentrum und Outlet sind eng miteinander verzahnt. Nun können wir das Objekt so weiterentwickeln, wie wir uns das vorstellen“, begründet Christian Busch den Schritt. Sobald die Walbusch-Logistik nach Halle umgezogen ist, sei denkbar, dass die Marken der Gruppe auch im dortigen Outlet zu finden sind. Aktuell seien jedoch alle Flächen vermietet, so dass kein Handlungsdruck bestehe.

Trotz der aktuellen Herausforderungen blickt Christian Busch optimistisch in die Zukunft. In den kommenden Wochen und Monaten werde das neue Walbusch-Logo sukzessive mehr Raum einnehmen, ab dem Frühjahr/Sommer 2023 auch in den neuen Kollektionen der Solinger zu finden sein. Die sich dann wieder steigender Nachfrage erfreuen? „Textilien werden wir immer tragen“, sagt der Unternehmer. Nun müsse man einen guten Job machen und die Kunden mit „interessanten Angeboten“ locken.

Geschichte der Firma Walbusch

Walter Busch hat Walbusch 1934 in Solingen gegründet, zunächst als Versandhandel für Schneidwaren. Ab Ende der 1950er Jahre entwickelte sich das Angebot sukzessive in Richtung Textilhandel. 1976 übernahm Thomas Busch die Verantwortung. Die drei Leitsätze seiner Arbeit verdeutlichte er am Mittwochabend: „Schuster bleib bei deinen Leisten. Wir verkaufen Kaufargumente. Unverwechselbarkeit verhindert Austauschbarkeit.“ 2000 ist mit Christian Busch die dritte Generation ins Unternehmen eingetreten.

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