Unterschiedliche Solarmodule arbeiten jetzt optimal zusammen

Christian Dors und Markus Rawiel sind nicht nur staatliche geprüfte Techniker, sondern haben auch eine neue Regelanlage für Photovoltaik-Module entwickelt. Foto: REO
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Christian Dors und Markus Rawiel sind nicht nur staatliche geprüfte Techniker, sondern haben auch eine neue Regelanlage für Photovoltaik-Module entwickelt. Foto: REO

Reo-Mitarbeiter entwickeln bei einer Weiterbildung zum Techniker eine neue Steuerung für Photovoltaik-Anlagen

Von Sven Schlickowey

SOLINGEN Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen – und „ganz nebenbei“ eine völlig neue Solaranlage entwickelt. Das haben Markus Rawiel und Christian Dors erreicht. Die beiden Mitarbeiter der Solinger Reo AG (Eigenschreibweise: REO AG), einem Spezialisten für hochwertige elektronische Bauteile, haben einen Kurs zum staatlich geprüften Techniker am Heinrich-Hertz-Berufskolleg in Düsseldorf absolviert. Und in dessen Rahmen eine innovative Regelanlage für Solarkollektoren gebaut.

Ihr System erlaubt einen optimierten Betrieb in Reihe geschalteter Photovoltaik-Module, selbst wenn diese von unterschiedlicher Art sind. Da bei solchen Modulen der optimale Betriebspunkt nicht konstant ist, sondern unter anderem von der Strahlungsstärke der Sonne, der Temperatur und auch dem Typ des Moduls abhängt, verbauten sie dafür ein sogenanntes Maximum-Peak-Point-Tracking, das die Belastung der Module so adaptiert, dass den Solarzellen stets die größtmögliche Leistung entnommen werden kann. „Die Energieausbeute steigt dabei signifikant, und es können ohne Probleme verschiedenste Solarmodule kombiniert werden“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Dies könne zum Beispiel genutzt werden, wenn ältere Module mit neueren ergänzt werden. Dabei sei das neu entwickelte System sowohl für kleine Anlagen als auch für große Reihenschaltungen geeignet.

Um die Regler, Sensoren und Aktoren des Systems zu verbinden, entwickelten Markus Rawiel und Christian Dors zusammen mit ihrem Kollegen Marvin Grüten, der das Vorhaben unterstützte, ein eigenes Bussystem, dessen Mikrocontroller sie selbst programmierten. Ein ebenfalls selbst entwickeltes LC-Display dient dabei als Anwenderschnittstelle und Zentrale. „Das ganze Projekt war ein super Beispiel für interdisziplinäres Arbeiten“, sagt Dors. „Es war eine Riesenchance, die einzelnen Techniken und Bereiche unserer Arbeit im Rahmen der Examensaufgabe zu einem Gesamtsystem zu verbinden“, ergänzt Rawiel.

Die Reo AG, 1925 in Berlin gegründet und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Solingen umgezogen, entwickelt und produziert Bauteile wie Einphasen-Netzfilter, Ohmsche Lasteinheiten, Ringkerntransformatoren, und Zwischenkreisdrosseln, die in Zügen, Windkraftanlagen und Industrieöfen aber auch in Förder- und Medizintechnik zum Einsatz kommen. Mit rund 30 Millionen Euro Jahresumsatz zählt sich die Firma zu den Marktführern in diesem Bereich.

Weltweit sind über 400 Menschen für Reo tätig, davon rund 350 in Deutschland. Am Solinger Stammsitz sind es etwa 140. Weiterbildungsmaßnahmen von Mitarbeitern würden vom Unternehmen gerne gefördert, heißt es bei Reo. Im Fall von Markus Rawiel und Christian Dors habe die Firma zum Beispiel notwendiges Material zur Verfügung gestellt und die beiden angehenden Techniker mit Hilfestellungen durch Fachabteilungen unterstützt.

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