Konjunkturbarometer

Umfrage der Uni Wuppertal: Sämtliche Werte sind eingebrochen

Prof. André Betzer von der Uni Wuppertal hat sich in einer Umfrage mit den Folgen von Corona befasst. Archivfoto: Daniela Tobias
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Prof. André Betzer von der Uni Wuppertal hat sich in einer Umfrage mit den Folgen von Corona befasst.

Regionales Konjunkturbarometer zeigt gravierende Auswirkungen der Pandemie.

Von Sven Schlickowey

WUPPERTAL Die Auswirkungen der aktuellen Pandemie auf die bergische Wirtschaft sind gravierend. Das zeigt nun auch eine Sonderumfrage der Uni Wuppertal: „Im Vergleich zum Jahresbeginn sind sämtliche Indikatoren des Regionalen Konjunkturbarometers regelrecht eingebrochen“, heißt es im Fazit der aktuellen Studie, die Professor André Betzer geleitet hat.

So gaben nur noch 5,7 Prozent der befragten Unternehmen an, nicht von Corona betroffen zu sein. Mehr als ein Viertel, 26,7 Prozent, hingegen sprachen von starken Auswirkungen, für 7,6 Prozent stelle die Pandemie sogar eine existenzielle Bedrohung dar: „Besonders deutlich zeigt sich dies bei Unternehmen im Gastgewerbe, Transport- und Logistiksektor sowie für Freiberufler im künstlerischen und kulturellen Bereich.“

Seit Frühjahr 2018 erstellt das Institut für Unternehmensforschung und Organisationspsychologie (WIFOP) an der Wuppertaler Uni zusammen mit den örtlichen Sparkassen vierteljährlich einen Konjunkturreport für die bergische Region. An der Umfrage hatten diesmal 224 Firmen mit zusammen rund 19 000 Mitarbeitern teilgenommen.

Dabei wird aus den Beurteilungen der Geschäftslage und der -erwartungen stets auch ein Wert abgebildet, der helfen soll, die gesamtökonomische Entwicklung des Städtedreiecks zu beschreiben und zwischen +100 und -100 Prozent liegt. Dieser Wert sei gegenüber der vorherigen Umfrage um 55 Prozentpunkte gefallen, auf jetzt -18,5 Prozent. Und das über sämtliche Wirtschaftsbereiche und Größenklassen hinweg, wobei der Transport- und Logistiksektor am schlechtesten abschnitt.

Mit einer schnellen Besserung sei nicht zu rechnen, so Betzer: „Unsere Indikatoren erfassen zwar nur die aktuelle Lage und die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten, dennoch deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass eine schnelle Erholung sehr unwahrscheinlich ist.“

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: „Das regionale Beschäftigungsbarometer fällt auf den tiefsten Stand seit seinem Bestehen“, schreiben die Autoren der Studie. Der Wert sei um 18,8 Prozentpunkte auf -23,6 Prozent gefallen. „Während es am regionalen Arbeitsmarkt vor der Krise noch positive Signale gab, muss in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet werden.“

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