Neues Projekt der Handwerkskammer Düsseldorf

Übernahmen im Handwerk: Viele Firmen suchen einen neuen Chef

Vom Friseur bis zum Dachdecker: Quer durch alle Bereiche stehen Handwerksunternehmen zur Übernahme bereit. Fotos: Krasovsky/Ohibsky
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Vom Friseur bis zum Dachdecker: Quer durch alle Bereiche stehen Handwerksunternehmen zur Übernahme bereit.

Zahlreiche zum Teil bestens etablierte Unternehmen in der Region suchen bald einen neuen Chef.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Darauf weist die Handwerkskammer Düsseldorf hin – und hat nun ein neues Projekt ins Leben gerufen, um Übernahme-Interessierte besser zu beraten. „Karrierescout Handwerk – Führungskräfte gewinnen, entwickeln, vernetzen“ findet unter anderem am 22. April und am 11. Mai statt.

Denn der Bedarf sei überaus groß, sagt die Handwerkskammer: „In den nächsten fünf bis zehn Jahren stehen 25 Prozent der nordrhein-westfälischen Handwerksunternehmen zur Übergabe bereit.“ Zahlen, die Fred Schulz als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Remscheid bestätigen kann: „Nimmt man nur unsere Mitglieder, sind das rund 100 Betriebe in den nächsten fünf, sechs Jahren.“ Und das „quer durch alle Handwerksbereiche“, wie Schulz betont.

Dabei habe die Übernahme eines bestehenden Handwerksbetriebs einige Vorteile zu bieten, so die Kammer: „Im besten Fall ist dieser am Markt und in der Region etabliert, verfügt über eingespielte Mitarbeiter und einen festen Kundenstamm.“ All dies könne den Einstieg erleichtern. „Wir sehen auch, dass die Banken da sehr gut mitspielen“, ergänzt Fred Schulz.

Doch auch mögliche Nachteile und Herausforderungen will das Projekt nicht ausblenden: Gründer hätten die Möglichkeit, mit ihrem Unternehmen zu wachsen, sagt die Handwerkskammer. „Während Betriebsnachfolger sofort ihr gesamtes Können beweisen müssen.“

„Karrierescout Handwerk“ ist als Online-Workshop angelegt. Hier sollen Handwerker erfahren, welche Voraussetzungen sie für die Übernahme eines Unternehmens mitbringen sollten. Zudem gebe es einen ersten Einblick in das Thema Betriebsnachfolge, heißt es in einer Mitteilung: „Interessenten können sich auch persönlich durch die Karriere-scouts beraten lassen und gemeinsam einen individuellen Weg in die Nachfolge entwickeln.“

Auch die Remscheider Kreishandwerkerschaft berate intensiv zu dem Thema, berichtet Fred Schulz. Dazu sei unter anderem eine Veranstaltung zusammen mit der Gründerschmiede geplant, um Unternehmen und junge Handwerker besser zusammen zu bringen.

Die Handwerkskammer hat viele Informationen zum Thema online zusammengefasst, hier ist auch eine Anmeldung für „Karrierescout Handwerk“ möglich.

hwk-duesseldorf.de/ nachfolge-existenzgruendung

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