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„Bergische Macher“: Volksbank-Vorstand im Podcast zu Gast

Christian Fried erzählt im Podcast über seinen turbulenten Start in turbulenten Zeiten.

Christian Fried ist Mitglied im Vorstand der Volksbank im Bergischen Land – und Gast in der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Bergische Macher“.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Vom Azubi zum Chef in 30 Jahren: Seit Anfang des Jahres ist Christian Fried Vorstandsmitglied der Volksbank im Bergischen Land, dem Nachfolgeinstitut der Volksbank Remscheid-Solingen, bei der er Mitte 1992 seine Lehre als Bankkaufmann begonnen hatte. In der aktuellen Folge von „Bergische Macher“, dem Wirtschaftspodcast von Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger, spricht er über seinen beruflichen Werdegang, die Besonderheiten genossenschaftlicher Banken und warum Controlling und Steuern zwar nicht sexy sind, aber trotzdem sein müssen. Und welche Parallelen es dabei zu Torhütern gibt. Das gesamt knapp 70-minütige Gespräch ist ab sofort über die üblichen Plattformen abrufbar, wir geben hier einige Ausschnitte daraus wieder: Christian Fried über . . .

. . . den Start als Vorstand in turbulenten Zeiten: „Es war ein tolles erstes dreiviertel Jahr“, zieht Fried ein Zwischenfazit. Allerdings habe es keine „Warmlaufphase“ gegeben. Kaum sei er ernannt worden, brach der Krieg in der Ukraine aus, während Corona und die Klimakrise andauern, mit Zins- und Marktentwicklungen, die man „trotz 30 Jahre Berufserfahrung“ so noch gesehen habe. „Da hätte man sich vielleicht an der einen oder anderen Stelle gewünscht, es wäre ein bisschen ruhiger und man müsste sich nicht mit ganz so vielen Krisen beschäftigen.“

. . . die Möglichkeiten der Volksbank, in Krisenzeiten zu helfen: „Wir können im Kleinen was tun“, meint Christian Fried. So ermögliche man zum Beispiel Investitionen in energiesparende Technik, „das machen wir schon seit Jahren.“

. . . seinen beruflichen Weg vom Auszubildenden zum Vorstand: „Ich habe da ehrlich gesagt nicht über 30 Jahre drauf hingearbeitet, das hat sich so ergeben“, sagt Fried. Er stamme väterlich- wie mütterlicherseits aus „Familien, die Unternehmertum im Stammbaum haben“, berichtet er. So sei er in die Aufgabe hineingewachsen. Dass der Aufsichtsrat ihn zum Vorstand bestimmt hat, sei eine „riesengroße Ehre“ und mache ihn stolz: „Aber das ist in dieser Zeit natürlich auch ein großer Haufen Verantwortung.“

. . . die Präsenz mit Geschäftsstellen vor Ort: Die Zeiten, als man „aus der Haustür stolperte“ und direkt eine Bankfiliale fand, seien wohl vorbei, meint der Vorstand. Wo es sinnvoll gewesen sei, habe man Geschäftsstellen zusammengelegt. Trotzdem wolle man im Geschäftsgebiet präsent bleiben: „Wenn wir uns aus der Fläche zurückziehen, verlieren wir unsere Daseinsberechtigung.“

. . . die Vorzüge des Genossenschaftsmodells: Die Volks- und Raiffeisenbanken seien in erster Linie ihren Mitgliedern verpflichtet, erklärt Christian Fried. So gehöre die Volksbank im Bergischen Land rund 11 000 der etwa 75 000 Kunden, die Genossenschaftsanteile erworben haben. Das ermöglich es, ganzheitlich zu beraten. „Aber wir haben ein paar Nebenbedingungen zu erfüllen.“ Und dazu gehöre es auch, Geld zu verdienen. „Letztendlich aber nicht zum Zweck der Gewinnmaximierung“, wie Fried betont. Stattdessen benötige man das Geld unter anderem, um das Eigenkapital zu stärken und die Region weiterhin mit Krediten versorgen zu können. Dass genossenschaftliche Kreditinstitute anders funktionieren als Geschäftsbanken, sei wohl lange nicht allen Kunden klar, vermutet Fried: „Dem Großteil ist das nicht in der Form bewusst, wie wir es ihm vielleicht bewusstmachen sollten.“ Das müsse die Volksbank deutlicher herausstellen, „gerade in Zeiten wie diesen.“

. . . mögliche Fusionen mit anderen Volksbanken: Man fühle sich in einem guten Fahrwasser mit der derzeitigen Größe, so das Vorstandsmitglied. Trotzdem behalte man mögliche Partner im Blick: „Was heute gültig ist, muss in drei, vier, fünf Jahren nicht mehr gültig sein.“

. . . Engagement neben dem Beruf: „Ehrenamt begleitet mich eigentlich mein ganzes Leben“, sagt Fried, der unter anderem als Jugendtrainer im Fußball und im Vorstand des Baseball-Vereins Solingen Alligators aktiv war. „Wir haben die Verpflichtung, wenn es uns gut geht im Leben, auch an die Gesellschaft etwas zurückzugeben.“

Hintergrund

Christian Fried ist seit dem 1. Januar 2022 Mitglied im Vorstand der Volksbank im Bergischen Land. Er folgt auf Lutz Uwe Magney, der in den Ruhestand gegangen ist, und bildet ein Duo mit dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Otto. Fried verantwortet den Bereich Marktfolge, zu dem vor allem die internen Abteilungen wie Controlling und Organisation gehören.

Die Volksbank im Bergischen Land mit Sitz in Remscheid-Lennep ist mit 23 Filialen in 13 Städten vertreten und beschäftigt derzeit rund 365 Mitarbeiter, darunter 30 Azubis.

Podcast

Die neue Folge des Podcasts „Bergische Macher“ ist ab sofort abrufbar. Auf gängigen Plattformen wie Spotify, iTunes, Deezer und Youtube sind auch die bisher erschienenen Gespräche zu finden. Die Idee des Formats: Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bergischen sprechen über ihre Karriere, Unternehmertum und Privates.

Rubriklistenbild: © Doro Siewert

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