360 Tupperware-Beraterinnen werden fit gemacht

Dr. Michael Raffel, Direktor in der deutschen Tupperware-Zentrale in Frankfurt, war eigens nach Lüttringhausen gekommen, um den bergischen Marketing-Profis Hintergründe zu vermitteln. Club-Bild: A. Hammer/Freistilfoto
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Dr. Michael Raffel, Direktor in der deutschen Tupperware-Zentrale in Frankfurt, war eigens nach Lüttringhausen gekommen, um den bergischen Marketing-Profis Hintergründe zu vermitteln. Club-Bild: A. Hammer/Freistilfoto

Remscheid. Angefangen hatte Bärbel Heedt vor 20 Jahren selbst als Gastgeberin von "Tupperpartys". Heute betreut, coacht und schult sie in ihrer Lüttringhauser Tupperware-Bezirkshandlung Heedt GmbH an der Grünenplatzstraße mehr als 360 Tupperware-Beraterinnen für die Region.

In Remscheid gibt es übrigens auch einen Mann, der "tuppert". In Deutschland wiederum gibt es 138 "Bezirkshandlungen" von Tupperware. Das bringt Bewegung in eine ganz besondere Partyszene: Die Tupperpartys, bei denen in möglichst gemütlicher Runde die Produkte vorgestellt werden, sind als Absatzkanäle hochwirksam.

Der Erfolg des weltweit aktiven US-Unternehmens mit den quietschbunten Haushaltswaren aus Kunststoff gilt nicht nur in Fachkreisen als stark. So trafen sich jetzt Mitglieder und Gäste des Marketing-Clubs Bergisch Land in der Bezirkshandlung Heedt - um etwas mehr zu erfahren über "eines der bekanntesten Markenprodukte der Welt", das Unternehmen dahinter und über das Geheimnis des Erfolgs eben dieser sprichwörtlichen Tupperware. Dr. Michael Raffel, Direktor unter anderem für Geschäftsentwicklung in der deutschen Tupperware-Zentrale in Frankfurt, war eigens nach Lüttringhausen gekommen, um den bergischen Marketing-Profis Hintergründe zu vermitteln und den Unterschied zum Vertrieb anderer Haushaltswaren zu verdeutlichen. Sein Thema: "Das Phänomen Tupperware - Erfolgsrezepte einer Kultmarke". In den Läden könne man die Produkte eben nicht vorführen, es fehle die Erfahrung des Anfassens. Und es wird auch unmittelbar durch "Begreifen" erklärt, wie etwa eine Tupperware-Saftpresse funktioniert. Vor allem dies mache den Erfolg des Direktvertriebs auf den Tupperpartys aus, unterstrich Dr. Raffel.

Ein globales Phänomen: Im Schnitt findet alle zwei Sekunden irgendwo in mehr als 100 Ländern eine dieser Partys statt. In Deutschland, wo mehr als 90 Prozent die Marke kennen und in 80 Prozent aller Haushalte mindestens eines ihrer Produkte steht, sind es alle 20 Sekunden. Der US-Amerikaner Earl S. Tupper hatte vor 60 Jahren die ursprüngliche luft- und wasserdichte "Wunderschüssel" aus Kunststoff erfunden. Der Erfolg kam aber erst mit Hilfe einer Frau: Brownie Wise. Ihre Idee, diese direkt auf Veranstaltungen in Privathaushalten zu vertreiben, brachte den durchschlagenden Erfolg - bis heute. Das Geschäft läuft schließlich kostengünstig ohne eigene Läden oder den Einzelhandel. Die Beraterinnen verdienen 24 Prozent vom Umsatz.

Dr. Raffel benannte die Vorteile für das Unternehmen, unter anderem: Mehrfach-Verkaufschancen, Gruppendynamik, die das Geschäft unterstützt, Lerneffekte aus Vorführung und Erklärung, neue Kontakte. Und nebenbei biete dieses Marketing von Angesicht zu Angesicht auch noch eine Menge Spaß.

Die Beraterin wirkt dabei gleichzeitig als Botschafterin, verleihe den Produkten "Geist und Seele" und sei so "eine lebende Empfehlung". Tupperware, preisgekrönt und mit 30 Jahren Garantie ausgestattet, sei zwar oft kopiert worden, seine Merkmale seien jedoch unerreicht. Mit dem Marketingmodell hat das börsennotierte Unternehmen im letzten Jahr weltweit so 2,6 Milliarden Dollar umgesetzt.

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