German Design Award

Studio Bachmannkern gestaltet Messen digital

Stephan Schäfer-Mehdi (links) und Dirk Bachmann-Kern vom Studio Bachmannkern freuen sich über die Auszeichnung für ihre innovativen Ideen zur digitalen Zukunft. Foto: Christian Beier
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Stephan Schäfer-Mehdi (links) und Dirk Bachmann-Kern vom Studio Bachmannkern freuen sich über die Auszeichnung für ihre innovativen Ideen zur digitalen Zukunft.
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Für den Ansatz, Kunden und Firmen über das Internet zusammenzubringen, erhielt Solinger Unternehmen den German Design Award.

Von Philipp Müller

Solingen. Als im März plötzlich alle Messen abgesagt wurden, war das für die Solinger Firma Bachmannkern ein herber Einschnitt. Im Grunde saßen Dirk Bachmann-Kern und sein Team im Solinger Delatwerk auf gepackten Kisten, um für einen LED-Lampen-Hersteller einen großen Messestand aufzubauen. In fünf Tagen gelang es, den Messestand komplett ins Internet zu verlagern. Diese Lösung gefiel der Jury des German Design Awards so gut, dass sie das Studio Bachmannkern für die innovative Idee auszeichnete.

So sehr Firmenchef Dirk Bachmann-Kern die Auszeichnung freut, so sehr weiß er auch, dass er dies seinem Team zu verdanken hat. Aber der Erfolg sei auch Beleg für die schon lange gelebte Firmenphilosophie in Sachen Messen, Showrooms und Kommunikation mit den Kunden. Die echte Begegnung beispielsweise auf Messen sei durch nichts zu ersetzen. „Außerdem sind echte Messen ein ganz wichtiger Marktplatz für die Unternehmen. Virtuelle Messestände sind eigentlich erst einmal ein Ersatz für eine besondere Kommunikation mit den Zielgruppen“, erklärt er.

Aber der Blick moderner Unternehmen müsse weiterreichen. Zu jeder echten Präsentation brauche es heute einen „digitalen Zwilling“. Das bedeute, „dass es neben dem realen Auftritt in einer Messehalle auch ein Pendant im Internet gibt, das virtuell räumlich erfahrbar ist. Wichtig ist dabei, sein eigenes Ding zu machen und sich nicht abhängig von den unterschiedlichen Plattformen der Messeveranstalter zu machen.“

Die Kenntnisse habe man sich dazu in den vergangenen Jahren erarbeitet, sagt der Firmeninhaber. Er präsentiert ein Beispiel für einen virtuellen Showroom. Für einen Hersteller von Kaffeemaschinen wurde eine Seite entwickelt, die viele Elemente verbindet. In einer Küche stehen die verschiedenen Modelle, die können mit der Maus gedreht und auseinandergenommen werden. Videos erklären die Firma und ihre Produkte. Formblätter kann man herunterladen. Und – ganz wichtig – auch Käufer und Verkäufer können sich über den Showroom im Netz austauschen.

„Das richtet sich alles an Käufer und Wiederverkäufer“, sagt Stephan Schäfer-Mehdi. Der Kommunaktionsprofi ist neu im Team von Bachmannkern. Er hat sich auf Live-Events im Wirtschaftsumfeld spezialisiert. Auch die finden jetzt nicht statt. Trotzdem ist er sicher, dass sich das in Ansätzen auch im Internet umsetzen lässt.

Doch Bachmannkern und Schäfer-Mehdi wissen auch: Die echte Begegnung sei durch nichts zu ersetzen. Das merken sie natürlich auch an der Auftragslage. Und doch glaubt das Studio Bachmannkern, dass die Kunden – zu ihnen gehören namhafte deutsche Unternehmen – weiterdenken müssen und das auch erkannt haben.

„Der digitale Zwilling macht auch Sinn, wenn es wieder echte Messen gibt.“
Dirk Bachmann-Kern zu seiner Firmenphilosophie

„Wenn irgendwann wieder ein realer Messeauftritt geplant ist, macht der digitale Zwilling Sinn“, wirbt Bachmann-Kern um seinen Ansatz. „Der virtuelle Messestand ist von jedem Ort der Welt aus, 24 Stunden, sieben Tage die Woche erlebbar.“ Wichtig sei dabei aber auch, das Instrument aktiv zu benutzen. Man müsse Kunden einladen und dort auch virtuelle Events stattfinden lassen.

Zudem gewinne ein echter Showroom in den Firmen mit dem digitalen Zwilling an Bedeutung. Dafür sei die Auftragslage erfreulich, erklärt Bachmann-Kern.

Design-Award

Vergeben wird der German Design Award vom Rat für Formgebung, der deutschen Marken- und Designinstanz. Sein Auftrag von höchster Stelle: das deutsche Designgeschehen zu repräsentieren. 1953 als Stiftung gegründet, unterstützt er die Wirtschaft dabei, konsequent Markenmehrwert durch Design zu erzielen.

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