Wirtschaft

Stimmung bei den Handwerksbetrieben erhält einen Dämpfer

Kammer rechnet im Jahr 2022 mit schwachen Wachstumsraten - Alle Branchen sind von massiven Preissteigerungen betroffen.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land Die Stimmung im Handwerk hat sich eingetrübt. Das zeigt das Frühjahrsgutachten der auch fürs bergische Städtedreieck zuständigen Handwerkskammer Düsseldorf (HWK). Demnach sank das Geschäftsklima im Vergleich zum Herbst 2021 um vier Prozentpunkte von 122 auf 118. Im Remscheid, Solingen und Wuppertal ist das Minus etwas kleiner: von 118 auf 116.

Unter dem Strich falle der Dämpfer jedoch glimpflich aus, erklärt die Kammer. Dies sei vor allem auf das Bauhaupt- sowie das Ausbaugewerbe zurückzuführen. Dort sei die Nachfrage weiterhin „außerordentlich hoch“. Die Auslastungsquote liege bei mehr als 80 Prozent und damit jenseits der Vollauslastungsgrenze. Die Betriebe seien mangels Fachkräften „längst an Kapazitätsgrenzen“ gestoßen. Zudem machen den baunahen Branchen Preissteigerungen und Lieferengpässe zu schaffen.

Weitaus schwieriger sei die Lage allerdings im Lebensmittel-, Gesundheitsgewerbe sowie bei den personenbezogenen Dienstleistungen. In diesen Bereich könne man ein deutlich rückläufiges Geschäftsklima feststellen. Auch das Kfz-Gewerbe habe zu kämpfen: Seit Herbst haben laut HWK lediglich 16 Prozent der Werkstatt- und Autohandelsunternehmen eine Belebung der Geschäftsaktivitäten zu verzeichnen. Im Segment „Handwerke für den gewerblichen Bedarf“ sei das Geschäftsvolumen ebenfalls leicht zurückgegangen.

Kammer plädiert für schnelle Unabhängigkeit von Russland

„Alle Branchen zusammengenommen, rechnen wir im Kammerbezirk anstelle des angepeilten Wachstums nur mit schwachen nominalen Wachstumsraten im Jahr 2022, die hinter den gut drei Prozent Wachstum aus dem Vorjahr zurückbleiben werden“, berichtet Kammer-Präsident Andreas Ehlert. Angesichts der Inflation von aktuell rund sieben Prozent bedeute das real ein Schrumpfen.

Alle Branchen seien von „massiven Preissteigerungen“ betroffen. Viele Betriebe fürchten, dass sich die Situation aufgrund des Krieges in der Ukraine zuspitzen wird. Zudem rechnen sie mit Beeinträchtigungen der Lieferketten und Logistik.

Aus Sicht des Handwerks spreche „alles dafür, schnellstmöglich die Abhängigkeit von russischen Energie- und Rohstofflieferungen zu beenden, Lieferketten zu diversifizieren und insgesamt die Verwundbarkeit von Wertschöpfungsketten und Infrastrukturen zu reduzieren“, betont Andreas Ehlert. Bei diesem Prozess müsse das Handwerk „Teil der Lösung“ sein.

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