Ausbildung

Start in die Lehre bis zum Jahresende möglich

Fünf von mehr als 1000: Bei den Remscheider Stadtwerken begrüßte Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Hoffmann zusammen mit der Ausbildungsleiterin und der Ausbildungskoordinatorin am gestrigen Montag die neuen Azubis, die Berufe von der Industriekauffrau bis zu Rohrleitungsbauer erlernen. Viele andere Firmen bieten noch Lehrstellen an.
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Fünf von mehr als 1000: Bei den Remscheider Stadtwerken begrüßte Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Hoffmann zusammen mit der Ausbildungsleiterin und der Ausbildungskoordinatorin am gestrigen Montag die neuen Azubis, die Berufe von der Industriekauffrau bis zu Rohrleitungsbauer erlernen. Viele andere Firmen bieten noch Lehrstellen an.

Am Montag begann das neue Ausbildungsjahr, doch auch danach ist der Zug noch nicht abgefahren.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen. Hunderte junger Menschen starteten am Montag im Bergischen in die Lehre, viele weitere werden zum 1. September folgen. Nach zwei schwachen Corona-Jahren ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge wieder gestiegen, sowohl IHK als auch Handwerkskammer vermelden Zuwächse, aber nach wie vor sind zahlreiche Stellen unbesetzt. Das muss aber nicht so bleiben. Denn auch in den kommenden Wochen können noch Verträge abgeschlossen und Ausbildungen begonnen werden. Auch wenn das nicht jeder weiß.

„Dass ab dem Beginn des Ausbildungsjahrs nichts mehr geht am Ausbildungsmarkt, ist eine Fehlinformation, die weit verbreitet ist“, sagt Thomas Pohl, Ausbildungsberater bei der auch fürs Bergische zuständigen Handwerkskammer Düsseldorf. Noch bis in den Herbst könne man „relativ problemlos“ in die Ausbildung starten, theoretisch sogar noch später. Ähnlich sieht das Carmen Bartl-Zorn, für Aus- und Weiterbildung verantwortliche Geschäftsführerin bei der Bergischen IHK: Empfehlenswert sei ein Beginn der Ausbildung bis zum 1. Oktober. „Aber der Einstieg danach ist auch noch bis zum Jahresende möglich.“

Dann allerdings müssten die neuen Azubis die bereits verpassten Inhalte nacharbeiten, mahnen Bartl-Zorn und Pohl. Wichtig sei, dass das möglichst schnell passiert, sagt die IHK-Geschäftsführerin. „Damit keine Lücken entstehen.“ Doch mit dem entsprechenden Einsatz sei das möglich: „Die Erfahrungen zeigen, dass das die Azubis bisher immer gut gemeistert haben.“

Wie gut der verspätete Einstieg gelingt, hänge von der Aufnahmefähigkeit des Azubis ab, sagt Thomas Pohl. Er rät, das Thema aktiv anzugehen: „Sinnvoll ist es, den verspäteten Start ganz offen gegenüber dem Ausbildungsbetrieb und gegenüber der Schule anzusprechen und aktiv nach möglichen Unterstützungsmaßnahmen zu fragen.“

Bergische IHK: Es gibt noch über 400 freie Stellen auf dem Ausbildungsmarkt

Dass die Chancen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden, weiterhin gut stehen, zeigen ein paar Zahlen: So hat allein die Bergische IHK noch über 400 freie Stellen in ihrer Lehrstellenbörse - und darin sind Handwerk, viele Sozialberufe und der öffentliche Dienst noch nicht enthalten.

„Wer also kurzentschlossen noch einen Ausbildungsplatz sucht, hat sehr gute Chancen, einen zu bekommen“, betont Carmen Bartl-Zorn. Und das sei auch kurzfristig möglich: „In einzelnen Fällen kann das sehr schnell gehen und so kann in wenigen Tagen mit der Ausbildung gestartet werden.“

Dabei gibt es jede Menge Unterstützung für die Jugendlichen und ihre Eltern. Handwerkskammer und IHK unterhalten eigene Lehrstellbörsen, freie Stellen gibt es auch bei der Agentur für Arbeit. Bis zum Ende der Sommerferien ist bei der Bergischen IHK unter (0202) 2490-833 montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr eine Hotline geschaltet. Und der Bergische Ausbildungskonsens, in dem die drei bergischen Großstädte, die Kammern, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und die Agentur für Arbeit zusammenarbeiten, hat zwei Aktionen unter dem Motto „Beratung beim Einkaufen“ auf die Beine gestellt: Am Mittwoch, 3. August von 11 bis 14 Uhr auf der oberen Alleestraße in Remscheid und am Donnerstag, 11. August, zwischen 13 und 16 Uhr auf dem Solinger Graf-Wilhelm-Platz gibt es Tipps rund um Berufswahl und Bewerbung sowie direkten Kontakt zu Firmen, die noch Auszubildende suchen.

All diese Bemühungen scheinen erste Früchte zu tragen. Bei der IHK seien bisher rund 1600 neue Ausbildungsverträge registriert worden, berichtet Carmen Bartl-Zorn, etwa 200 mehr als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Und auch im Handwerk steigen die Zahlen wieder, sagt Thomas Pohl: In Solingen habe es bisher 149 neue Ausbildungsverträge gegeben, 29 mehr als im vergangenen Jahr, in Remscheid 90, immerhin vier mehr als 2021. Reichen wird das trotz der Zuwächse aber auf Dauer nicht. Allein das Remscheider Handwerk geht davon aus, dass man jedes Jahr 150 neue Azubis braucht, damit der Fachkräftemangel nicht noch schlimmer wird.

Azubi-Ausweis

Bei der Bergischen IHK gibt es dieses Jahr eine Neuheit, einen digitalen Azubis-Ausweis. Damit können sich Auszubildende, ähnlich wie mit einem Schüler- oder Studierendenausweis, als Azubis ausweisen. Den Ausweis erhalten alle IHK-Azubis unter der Dok. Nr. 5034560 auf der Internetseite der IHK.

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