Solinger Unternehmerin

Felicia Ullrich zu Gast beim Podcast „Bergische Macher“

Im Podcast „Bergische Macher“ gibt Felicia Ullrich spannende Einblicke zum Thema Ausbildung. Foto: Christian Beier
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Im Podcast „Bergische Macher“ gibt Felicia Ullrich spannende Einblicke zum Thema Ausbildung.

Im Podcast „Bergische Macher“ spricht die Unternehmerin Felicia Ullrich über ihren Karriereweg und das Thema Ausbildung.

Solingen. Ihr Markenzeichen sind rote Kleider. Damit möchte Felicia Ullrich ein Zeichen setzen, den Mut zu haben, neue Wege zu gehen. Über ihren Karriereweg sprach die Solinger Unternehmerin im Podcast „Bergische Macher“.

Nach einer abgebrochenen Ausbildung im Hotelgewerbe schloss die 55-Jährige eine Banklehre ab. Es folgten ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Berlin und berufliche Zwischenstationen im Marketing von Coca-Cola und der Deutschen Bank. Von dort aus zog es Ullrich in den elterlichen Betrieb, die Solinger U-Form-Gruppe. Heute ist sie nicht nur zertifizierte Trainerin, sondern auch Gesellschafterin des U-Form Verlags und Geschäftsführerin der u-form Testsysteme GmbH & Co. KG.

Felicia Ullrich ist eine Expertin für das Thema Azubi-Marketing und -Recruiting. Seit Jahren führt ihr Unternehmen die laut eigenen Angaben größte doppelperspektivische Studie zum Thema Ausbildung durch. Es ist also kein Wunder, dass das Feld in der fünften Episode des Wirtschaftspodcast von Remscheider General-Anzeiger und Solinger Tageblatt eine Menge Raum einnimmt. Es folgen einige Auszüge aus dem Gespräch.

Felicia Ullrich über. . .

. . . das Schulsystem:

„Wir wissen seit vielen Jahren aus der Gehirnforschung, dass Frontalunterricht kein erfolgreiches Lernen ist. Wir müssten viel interaktiver sein, die Schüler Naturwissenschaften noch viel mehr erleben lassen. Ein weiterer Punkt: Wir unterrichten immer noch die gleichen Fächer wie vor 100 Jahren – wenn man Glück hat, ist Informatik dazugekommen. Vielleicht muss man sich fragen, ob es Bereiche gibt, die wichtiger sind als Latein. Da geht es um Themen, die die Schüler im Leben weiterbringen. Jugendliche haben mehr Spaß am Lernen, wenn sie den Sinn dahinter verstehen.“

. . . Fehler bei der Azubi-Gewinnung:

„Ich glaube, dass manch einer noch immer nicht verstanden haben, dass man heutzutage um die jungen Leute werben muss. Das fängt mit einer schönen Stellenanzeige an und geht mit informativen Karriereseiten weiter, mit schnellen, modernen Prozessen. Ich kann nicht einen jungen Menschen sechs, acht oder zehn Wochen auf eine Zu- oder Absage warten lassen. Die Erwartung, dass einem die Nachwuchskräfte auf dem Silbertablett serviert werden, funktioniert nicht mehr. Man muss sich Gedanken machen und kreativ sein, andere Wege gehen und Mut haben.“

. . . das Erreichen junger Menschen in der Corona-Krise:

„Das war ein ganz, ganz großes Problem, weil die analogen Formate gefehlt haben. Wir wissen zwar, dass die jungen Leute heute alle zuerst bei Google suchen. Aber so digital die Zielgruppe auf der einen Seite ist, so wichtig sind die persönlichen Berührungspunkte mit Menschen. Kein Azubi entscheidet sich aufgrund digitaler Angebote für ein Ausbildungsunternehmen, sondern wegen der Menschen dahinter.“

. . . über Möglichkeiten für Firmen, sich für Nachwuchskräfte attraktiv zu machen:

„Vor allem Sicherheit ist ein ganz wichtiges Thema. Das war schon vor Corona so, die Pandemie hat das aber noch mal verschärft. Junge Menschen wollen das Gefühl haben, dass sie ihre angefangene Ausbildung auch gut beenden und danach im Unternehmen bleiben können. Im Grunde möchten sie schon vor Beginn der Ausbildung Perspektiven aufgezeigt bekommen: Wie kann es in meinem Leben weitergehen? Unternehmen müssen jungen Menschen das Gefühl geben, dass sie wichtig sind und ernstgenommen werden.“

. . . das Niveau der Auszubildenden:

„Ich glaube, dass wir heutzutage den Fehler machen, in zehn, zwölf, 13 Schuljahren zu viel reinzupacken. Dafür werden die klassischen Kernkompetenzen wie Schreibfähigkeit, Textverständnis und Rechnen zu wenig eingeübt. Gleichzeitig ist in den vergangenen Jahren der Anteil der Abiturienten dramatisch gestiegen und wir haben eine absolute Inflation von Noten. Es machen unheimlich viele Schüler einen Einser-Abschluss. Das heißt, es gibt eine unheimlich hohe Erwartungshaltung, dass die Schüler mit den guten Noten alles können müssen. Die Noten geben ein immer perfekteres Bild, was aber nicht immer mit der Leistungsfähigkeit übereinstimmt. Man kann aber auch nicht sagen, dass die Schüler flächendeckend schlechter geworden sind – die sind einfach anders als früher.“

Podcast

Die neue Folge des Podcasts „Bergische Macher“ mit Felicia Ullrich ist ab sofort abrufbar. Auf gängigen Plattformen wie Spotify, iTunes, Deezer und Youtube sind auch die bisher erschienenen Gespräche zu finden. Die Idee des Formats: Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bergischen sprechen über ihre Karriere, Unternehmertum und Privates.

rga.de/lokales/podcast/

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