Simple Wände statt komplexer Maschinen helfen durch die Krise

Maßgefertigt und aus Echtglas: In der Krise setzt der Solinger Maschinenbauer CKO auch auf Hygienewände. Foto: CKO
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Maßgefertigt und aus Echtglas: In der Krise setzt der Solinger Maschinenbauer CKO auch auf Hygienewände. Foto: CKO

Wegen der Pandemie setzt Solinger Maschinenbauer auf ein Alternativprodukt

Von Sven Schlickowey

SOLINGEN Wenn die Mitarbeiter von CKO Hand anlegen, wird es normalerweise kompliziert. Der Solinger Maschinenbauer ist auf Sonderlösungen spezialisiert, entwickelt und baut zum Beispiel individuelle Dichtheitsprüfstände für die Automobilindustrie und die Medizintechnik. Doch auch hier hat Corona vieles verändert. Und so baut CKO inzwischen auch Hygienewände. Das ist zwar lange nicht so herausfordernd wie Sondermaschinen, wird derzeit aber nachgefragt – und bringt so Arbeit und Umsatz.

Bereits im April habe sich die Geschäftsführung auf die Suche nach einem Konzept für die Krise gemacht, berichtet Caroline Goed, die das Unternehmen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. „CKO hat viele internationale Partner und hat Corona direkt gespürt.“ Aufträge seien teils verschoben worden, neue Bestellungen blieben aus. „Also hat man sich etwas gesucht, um das aufzufangen.“ Und landete schließlich bei den Schutzwänden, die zum Beispiel auf Empfangstresen oder in Kassenbereichen zum Einsatz kommen.

Mit dieser Idee waren die Solinger nicht allein. Doch während viele andere auf Acrylglas setzten, entschied man sich bei CKO für Echtglas. Das koste zwar mehr und sei auch schwerer, sagt Goed. Es biete aber hygienische Vorteile, weil es sich leichter reinigen lasse. Und sehe darüber hinaus auch besser aus.

Vorzüge, die weiter in den Vordergrund rücken, je länger die Krise bleibt. Viele Apotheken, Praxen und Einzelhändler hätten anfangs auf eine günstige und einfache Lösung gesetzt, sagt Caroline Goed. „Aber jetzt wollen immer mehr, dass sich die Schutzwände in die Ästhetik des Raumes integrieren lassen.“ Und so würden zum Beispiel Kanzleien oder hochwertige Friseure nachrüsten – und das Plastik durch Glas ersetzt.

Dabei spiele auch die Langlebigkeit der Wände, die auf Wunsch individuell angefertigt werden, eine Rolle, so Goed. „Viele Kunden wollen eine langfristige Lösung.“ Acrylglas leide unter Umständen unter den regelmäßigen Reinigungen und werde stumpf. Das sogenannte Einscheiben-Sicherheitsglas, das CKO verwendet, sei kratzunempfindlich und beständig gegen viele Chemikalien.

Dass der Bau simpler Wände die Fachkräfte unterfordere, nähmen diese vorübergehend hin, sagt Goed. „Da ist sich sicherlich niemand zu fein für.“ Schließlich sichere diese Tätigkeit Arbeitsplätze. „Natürlich lastet das nicht alle Bereiche aus. Aber zumindest in der Montage und der Konfektionierung sorgt es für Arbeit.“

Und die wird sobald nicht abreißen, vermutet Caroline Goed: „Das bleibt auf jeden Fall ein Thema.“ Das würden auch erste Anfragen von Gastronomen zeigen: „Bisher hat alles draußen stattgefunden, jetzt brauchen die Konzepte für drinnen.“

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