Inzwischen ist er auf dem heimischen Markt vertreten

Remscheider brennt bergischen Gin aus gutem bergischen Wasser

Johannes Berger mit Destille und Produkt: Der Lenneper brennt einen Gin, der das Bergische Land widerspiegelt. Foto: Michael Schütz
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Johannes Berger mit Destille und Produkt: Der Lenneper brennt einen Gin, der das Bergische Land widerspiegelt.

Johannes Berger hat neben seinem Studium eine Brennerei in Remscheid gegründet.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Die Zeiten, in denen Freunde und Familie durchaus auch mal gelächelt haben, wenn Johannes Berger von seinem Hobby erzählte, sind längst vorbei. Inzwischen sind alle infiziert vom Gin-Fieber: Denn Berger, der schon als Oberstufenschüler im heimischen Keller mit einer kleinen Destille herumexperimentierte, ist inzwischen mit zwei Gins auf dem heimischen Markt vertreten. „Es ist aus meinem Hobby erwachsen. Irgendwann fand jemand mal den Gin, den ich mehr oder weniger aus Versehen hergestellt hatte, nicht verkehrt“, erklärt der 23-Jährige. In der Alexanderstraße brennt der Student seinen Gin, der lokal bereits in Spirituosen-Geschäften & Co. verkauft und in der Gastro angeboten wird.

„Beim Bergischen Land denke ich an Talsperren und Wälder.“

Johannes Berger macht Gin mit starker bergischer Note

Bergers Gin, die Zutaten und Aufmachung sind bergisch geprägt. „Die wichtigste Zutat kommt hierher“, erklärt er – Wasser. Wie gut das Leitungswasser ist, dass in Remscheid und dem Bergischen Land dank der Talsperren sprudelt, wisse man spätestens dann zu schätzen, wenn man mal woanders wohnt. So wie Berger, der als BWL-Student im bald dritten Semester mittlerweile in Münster lebt, zum Alkoholbrennen aber häufig in der Heimat ist. „Wir haben wahnsinnig gutes Trinkwasser in Remscheid“, sagt Berger, dem es aber als Remscheider auch „so wichtig war, meine Brennerei hier zu haben.“

Aus seinen ersten Gehversuchen in einem Lenneper Keller, wo auch in Grundzügen das Rezept des ersten Berger-Gins bereits entstanden ist, ist ein Ein-Mann-Unternehmen – mit Unterstützung einer PR-Agentur – geworden. Grenzen will sich Berger nicht setzen, denkt daran, bald über die Stadtgrenzen hinaus in den Nachbarstädten vertreiben zu wollen. Aber: „Ich bin erstmal super glücklich, wie es gerade läuft. Ich habe mir immer gesagt, dass es der erste und wichtigste Meilenstein ist, dass sich das Projekt selbst trägt.“ Das ist mittlerweile der Fall, nachdem alleine die Kupferdestille, die 120 Liter fasst, 10 000 Euro gekostet hatte. Bis zu 5000 Flaschen pro Monat könnte er damit problemlos herstellen –auch weiter als einziger Mitarbeiter. Aktuell sind es meist etwa 50 bis 100 Flaschen pro Monat, die abgefüllt werden.

Seit der Gründung 2019 und den ersten Verkäufen 2020 ist viel passiert. Rund 1000 Flaschen der großen Variante mit 0,5 Litern habe er bislang verkaufen können. Im Winter 2021, als auch die zweite Gin-Variante aus dem Hause Bergische Brennerei Berger auf den Markt kam, entwickelte er zudem die Idee, 0,1-Liter-Probiergrößen zu verkaufen. „Gerade zu Weihnachten war das eine gute Idee“, freut sich der Remscheider, der schon „ein paar Hundert“ dieser Flaschen verkauft hat.

Während der erste Gin, der Black Suit, auf Zitronenmyrte und Nanaminze als prägende Elemente neben einer Reihe weiterer, „geheimer Botanicals“ setzt, spiegelt der neue Gin, der Black Smith, noch stärker das Bergische Land wider. Die Zitrusnote wurde zurückgefahren, Brombeerblätter und Holunderblüten sorgen für ein neues Geschmackserlebnis. „Beim Bergischen Land denke ich neben den Talsperren vor allem an Wälder und die vielen Waldkräuter“, sagt der Autodidakt. Während die wichtigste Zutat, wie Berger immer wieder betont, das klare, bergische Wasser ist, kommen die weiteren Zutaten auch alle aus Deutschland.

Wie es weitergehen kann? Berger ist in einer spannenden Phase, wie er selbst findet. Einerseits trägt sich das Unternehmen zumindest schon mal selbst. Andererseits hätte er seine Gins gerne noch stärker in Remscheid und darüber hinaus vertreten. Ein dritter Gin ist vorerst nicht in der Planung, experimentiert wird beim ehemaligen Fan des Chemieunterrichts aber auch so immer wieder. Vorstellen könne er sich, sagt Berger, in Zukunft statt eines weiteren Gins andere Schnäpse zu brennen: „Likör wäre doch spannend.“

Hintergrund

Persönlich: Johannes Berger hat 2017 am Röntgen-Gymnasium in Lennep sein Abitur abgelegt. Der Lenneper, inzwischen 23 Jahre alt, studierte zunächst Bauingenieurswesen, mittlerweile holt er sich in Münster beim BWL-Studium den nötigen, fachlichen Background, um sein Unternehmen führen und entwickeln zu können.
bergische-brennerei-berger.de

Vertrieb: Gestartet mit Direktvertrieb, ist der Gin inzwischen in dem ein oder anderen Remscheider Laden zu erwerben. Szenekneipen an der Alten Bismarkstraße sowie Gastronomen in Lennep bieten ihn ebenfalls an. Erhältlich ist er zudem, wie auch andere bergische Spezialitäten und Produkte, im Online-Shop von Remscheider General-Anzeiger und Solinger Tageblatt: bergisch-bestes.de

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