Ehemalige Industrie-Brache

Sanitätshaus zieht auf altem Kipper-Gelände ein

Fast fertig: Die Geschäftsführer Torsten und Ina Massing mit Außendienstmitarbeiterin Melanie Freitag (v.l.) auf der Baustelle. Am 11. Juni soll auf dem ehemaligen Kipper-Gelände der neue Firmensitz eröffnet werden.
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Fast fertig: Die Geschäftsführer Torsten und Ina Massing mit Außendienstmitarbeiterin Melanie Freitag (v.l.) auf der Baustelle. Am 11. Juni soll auf dem ehemaligen Kipper-Gelände der neue Firmensitz eröffnet werden.

Im Neubau auf dem alten Kipper-Gelände findet die „Bergische Orthopädie-Manufaktur“ ihre Heimat.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Das Leben kehrt zurück auf das Remscheider Kipper-Gelände. Auf der reaktivierten Industrie-Brache, bis 1993 braute hier die Brauerei C.W. Kipper Remscheider Pils, haben inzwischen vier Unternehmen eine neue Heimat gefunden. Darunter auch eine Firma, die man nicht unbedingt in einem solchen Gewerbepark vermuten würde.

Das Sanitätshaus Goll & Schracke Massing hat sich hier eine Art Sanitätszentrum bauen lassen, ein rund 1700 Quadratmeter großes Gebäude, in dem alle Angebote der Firma gebündelt werden, inklusive großem Lager, Schulungsraum und einer Art Waschstraße für Krankenbetten und Rollstühle. „Bergische Orthopädie-Manufaktur“, nennt das Unternehmen seinen neuen Firmensitz selber.

Dort werden die bisher auf drei der vier Remscheider Stadtbezirke verteilten Abteilungen und Werkstätten zusammengefasst. „Wir versprechen uns davon eine bessere interne Kommunikation und kürzere Wege“, erklärt Ina Massing, die das Sanitätshaus zusammen mit ihrem Bruder Torsten führt. Das erspare auch den Kunden Wege quer durch die Stadt, folge aber vor allem dem Ansatz, Patienten ganzheitlich zu betrachten.

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Unterstützt wird das Konzept durch kranheitsbildbezogene Berater, die nicht einen Fachbereich innerhalb des Sanitätshauses repräsentieren, sondern die Bedürfnisse einer bestimmten Zielgruppe im Blick habe, zum Beispiel bei Themen wie Adipositas oder Schlaganfall. Die meisten Verordnungen würden von Ärzten oder Pflegediensten ausgelöst, sagt Ina Massing. „Aber die können natürlich nicht wissen, welche Möglichkeiten es am Markt alle gibt.“

Auch Informationsveranstaltungen sollen stattfinden

Daneben möchte Goll & Schracke Massing am neuen Standort auch verschiedene Informationsveranstaltungen anbieten, mit eigenen aber auch externen Referenten. „Wir haben das Netzwerk, um die verschiedenen Akteure zusammen zu bringen“, sagt die Geschäftsführerin. Das Programm werde derzeit erarbeitet.

„Wir haben ewig nach einem solchen Grundstück gesucht“, sagt Ina Massing. Groß genug, um alle Abteilungen zu vereinen, aber eben auch noch gut zu erreichen. „Wir haben hier ja jede Menge Kundenverkehr.“ Das Kipper-Gelände liegt, obwohl Industriebrache, vergleichsweise innenstadtnah. Und nur einen Steinwurf von einer Bushaltestelle entfernt.

Gegründet wurde das Unternehmen 1969 von Ina und Torsten Massings Eltern an der Remscheider Hindenburgstraße, bis heute eine der attraktivsten Einkaufsstraßen der Werkzeugstadt, aber mit nur wenig Platz für Unternehmenswachstum. So zog das Sanitätshaus einmal innerhalb der Straße um, musste sich danach aber mit verschiedenen Standorten über die Stadt verteilen.

Heute arbeiten die 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Niederlassung im oberbergischen Wipperfürth sowie an drei Orten innerhalb Remscheids. Erhalten bleibe davon nur der bisherige Stammsitz an der Hindenburgstraße, erklärt Torsten Massing. Die dort noch angesiedelte Werkstatt ziehe aber auch aufs Kippergelände. Stattdessen soll das Ladenlokal erweitert werden, unter anderem mit Angeboten aus den Bereichen Brustprothesen und lymphatische Versorgung.

Derweil gehen die Bauarbeiten auf dem Kipper-Gelände weiter. Die Firmengebäude des Tiefbauunternehmens Romanelli und der Remscheider Niederlassung des Solar-Händlers Enerix stehen kurz vor der Fertigstellung. Erster neuer Nutzer auf dem Grundstück war die Firma Elektrotechnik Grote, die sich unter anderem mit dem Handel und der Instandsetzung gebrauchter Maschinen für die Industrie befasst. Auch dort ist die Baukolonne schon wieder angerückt: Der vor nicht einmal zwei Jahren eröffnete Firmensitz wird bereits erweitert.

Hintergrund

Rund 3000 Sanitätshäuser gibt es derzeit in Deutschland, sagt der Bundesverband Sanitätsfachhandel, dessen Vorsitzender der Remscheider Klaus Kreutzer ist. Die gesamte Branche machte im Jahr 2018 einen Umsatz von rund 8,3 Milliarden Euro, Tendenz steigend.

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