Mehr als 40 Jahre im Dienst der IHK

„Chefvolkswirt“ der Bergischen IHK sagt Servus

Uwe Mensch
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Zur Verabschiedung von Uwe Mensch (Mi.) hatte IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge (r.) auch Dr. Matthias Leder, Menschs früheren Abteilungsleiter, heute Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg, als Überraschungsgast eingeladen.

Nach über 40 Jahren geht Uwe Mensch heute in den Ruhestand.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Wenn Uwe Mensch diesen Artikel liest, dann wohl „nur“ noch als interessierter Privatier. Denn nach mehr als 40 Jahren im Dienst der Bergischen IHK ist der 65-Jährige am heutigen 1. Dezember in den Ruhestand gegangen. In der vergangenen Woche war er, unter Einhaltung großzügiger Abstandsregeln, bei einer kleinen Feier verabschiedet worden. „Dies war mir ganz persönlich wichtig“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge, zu dessen ersten Personalentscheidungen es gehört hatte, Uwe Mensch 2003 zum Geschäftsführer zu ernennen.

Dass es soweit einmal kommen würde, das war bei seinem Start im Januar 1980 nicht abzusehen. „Ich wusste gar nicht so genau, was die IHK eigentlich ist“, erinnert sich Mensch an die Phase nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Bochum, als er auch Angebote einer Wirtschaftsprüfungskanzlei aus Düsseldorf und einer Bank aus Frankfurt hatte. Am Ende entschied er sich trotzdem für die Kammer: „Ich dacht mir, dass ich das ja mal zwei Jahre machen kann.“

„Irgendwann gab es Digitalisierung.“
Uwe Mensch über die 1980er

Daraus wurden mehr als vier Jahrzehnte, in denen aus dem Gründungs- und Finanzierungsfachmann Uwe Mensch, der sich im Studium auf Kreditwirtschaft spezialisiert hatte, über die Jahre der „Chefvolkswirt“ der IHK wurde, als den ihn viele heute kennen – auch wenn er selber den Ausdruck gar nicht mag. „Mir wäre Chefökonom lieber“, lacht Uwe Mensch. „Das klingt handfester.“

Erarbeitet hat er sich den Titel, egal welchen von den beiden , als Verfasser der regelmäßigen Konjunkturberichte der Kammer. Und mit seinen meist deutlichen Stellungnahmen zu den Haushalten der drei bergischen Großstädte. „Das haben wir ja sehr intensiv gemacht, anders als andere Kammern.“

IHK-intern bleibt sicherlich auch der mit Uwe Mensch verbundene Start ins EDV-Zeitalter. „Irgendwann gab es Digitalisierung“, fasst er diese Phase in den 1980er Jahren zusammen, als der erste Rechner Einzug bei der IHK in Wuppertal hielt: „Ich habe meinen eigenen Computer mitgebracht, einen Commodore 64.“ Darauf und nach dessen Außerdienststellung auf einem Siemens-PC habe er fortan die Konjunkturberichte erstellt, so Mensch.

Und später auch die sogenannten Industrietabellen. Die habe ursprünglich ein Kollege auf Papier erstellt. „Zwei Tage hat er dafür jedes Mal gebraucht.“ Nachdem die Tabelle einmal programmiert war, brauchte der Computer nur noch zweieinhalb Minuten. „Zur Belohnung durfte ich die Industrietabellen ab da immer machen.“

Hinzu kamen über die Jahre weitere Aufgaben. Uwe Mensch vertrat unter anderem die nordrhein-westfälischen IHK in den Gremien der Kapitalbeteiligungsgesellschaft für die mittelständische Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen, betreute den Bezirksausschuss Wuppertal innerhalb der Bergischen IHK und bereitete auch die Eröffnung der beiden Startcenter in Solingen und Wuppertal vor. Spannend sei auch die Zeit nach der Wiedervereinigung gewesen, erinnert er sich, als man eine ostdeutsche Partnerkammer beriet und begleitete.

Dem Bergischen bleibt der gebürtige Lemgoer, der im Ruhrgebiet aufwuchs, auch über sein Arbeitsleben hinaus erhalten, verspricht Uwe Mensch. Seit 1987 lebe er in Wuppertal – und wolle daran auch nichts ändern. Geplant sei dagegen mehr Sport, sagt der ehemalige Leistungsschwimmer, der einst der Sportfördergruppe der Bundeswehr angehörte.

Neben dem Schwimmen zählt Uwe Mensch auch das Radfahren – „old school ohne Motor“, wie er betont – zu seinen Hobbys. Außerdem die Kunst, insbesondere die Malerei und die Fotografie. Und vermutlich wird er auch das wirtschaftliche Geschehen in der Region weiter verfolgen. Dann aber „nur“ noch als interessierter Privatier.

Hintergrund

Die Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid geht zurück auf die „Handelskammer von Elberfeld und Barmen“, die allgemein als erste moderne, also am Prinzip der Selbstverwaltung der Wirtschaft ausgerichtete, Handelskammer Deutschlands gilt. Ihr Bezirk besteht aus den drei bergischen Großstädten Wuppertal, Solingen und Remscheid, sie vertritt hier etwa 37 000 Unternehmen mit zusammen etwa 225 000 Mitarbeitern.

Die Konjunkturumfrage der IHK zeigt ein heterogenes, aber insgesamt leicht aufgehelltes Bild.

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