Am Montag startet die IHK-Wahl

IHK: Gesucht wird ein Nachfolger für Thomas Meyer

Seit 2013 ist Thomas Meyer Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer. Er tritt nicht zur Wiederwahl an. Archivfoto: Roland Keusch
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Seit 2013 ist Thomas Meyer Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer. Er tritt nicht zur Wiederwahl an.

Die Vollversammlung bestimmt einen neuen Präsidenten.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. Nein, Wehmut empfinde er nicht. „Natürlich macht mir die Arbeit Spaß. Ich habe mir meine Entscheidung aber gut überlegt und freue mich auf mehr Zeit für meine Familie und meine Firma“, erklärt der scheidende Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Bei der am Montag beginnenden IHK-Wahl geht es auch um die Frage, wer seine Nachfolge antritt.

Dass er nicht mehr zur Verfügung steht, hatte Meyer bereits im März des vergangenen Jahres erklärt. Der Grund: Der 65-Jährige möchte sich voll auf die Nachfolgersuche für die von ihm aufgebaute TKM Gruppe in Remscheid, deren Vorsitzender der Geschäftsführung er ist, konzentrieren.

„Ich bin kein Freund davon, wenn jemand einen Posten zu lange innehat.“
Thomas Meyer, IHK-Präsident

„Ich bin kein Freund davon, wenn jemand einen Posten zu lange innehat“, sagt Meyer. Deshalb sei nach acht Jahren ein guter Zeitpunkt für einen neuen Präsidenten gekommen. Seit 2005 engagiert sich der Unternehmer ehrenamtlich in der IHK, 2009 wurde er Mitglied der Vollversammlung. Bis Januar war er zudem Präsident der IHK NRW. Seine Amtszeit als Vizepräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages endet ebenfalls in diesem Jahr.

Mit Blick aufs Bergische zeigt sich Meyer überzeugt, dass die 153 Kandidaten bei der IHK-Wahl aus ihrer Mitte heraus ein gutes Präsidium zusammenstellen. „Es gibt durchaus Interessenbekundungen“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge die Präsidenten-Frage. Zunächst müssen die Interessenten jedoch überhaupt einen der 80 Plätze in der Vollversammlung ergattern. Wie gut sie dabei abschneiden, könne ein Indikator für die Erfolgsaussichten auf den Posten sein, betont Wenge.

Den Bewerbern müsse klar sein, dass der ehrenamtliche Präsidenten-Job fordernd ist. „Man muss Zeit und hohes Engagement mitbringen“, bestätigt Meyer. Zudem brauche es den Willen, in Diskussionen mit Verwaltung und Politik „dicke Bretter für die bergische Wirtschaft“ zu bohren.

Neben dem neuen Präsident wählt die IHK-Vollversammlung auch seine sieben Stellvertreter (| Kasten). Nicht nur wegen Meyers Rückzug steht bereits fest, dass sich die Zusammensetzung des achtköpfigen Präsidiums definitiv verändern wird. Der Remscheider Unternehmer und aktuelle IHK-Vizepräsident Dr. Manfred Diederichs (Dirostahl) kandidiert nicht mehr. „Die übrigen Mitglieder des aktuellen Präsidiums treten zumindest wieder für die Vollversammlung an“, sagt Wenge.

Die soll am 8. Juni zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen. In welcher Form steht noch nicht fest. Die Verantwortlichen hoffen, dass zumindest ein Hybrid aus Präsenz- und Online-Veranstaltungen stattfinden kann. Vorsorglich habe man den großen Mendelssohn-Saal in der Historische Stadthalle Wuppertal reserviert. Sollte die Corona-Pandemie eine Präsenzveranstaltung nicht zulassen, stehen Alternativen zur Verfügung. „Es gibt Online-Wahltools“, erklärt Ludger Benda.

Er ist der Beauftragte für die am Montag beginnende Wahl. Bis zum 5. März können 37 000 bergische Unternehmer über die Zusammensetzung des „Parlaments der Wirtschaft“ abstimmen. Coronabedingt ist das zum ersten Mal auch online möglich.

Welchen Einfluss die Krise auf die Wahlbeteiligung hat, darüber können die IHK-Verantwortlichen nur mutmaßen. Bei den zurückliegenden Wahlen lag sie jeweils bei rund 15 Prozent. „Bei uns ist jeder Mitglied, der gewerblich tätig ist. Nicht alle haben aber eine besonders enge Bindung zur Kammer“, sagt Wenge. Das erkläre den niedrigen Wert zum Teil. Im bundesweiten Vergleich mit anderen Kammern könne sich die bergische Wahlbeteiligung jedoch durchaus sehen lassen.

Die Akzeptanz für die IHK sei in der Krise gestiegen, hat der Hauptgeschäftsführer festgestellt. Darin vermutet er einen Grund dafür, dass in diesem Jahr mit 153 so viele Kandidaten wie noch nie ihren Hut in den Ring werfen. „Das zeigt, dass die Unternehmen das hohe Engagement der IHK in der Krise registriert haben“, ist Thomas Meyer überzeugt. Er hofft, dass sich diese Entwicklung auch in der Wahlbeteiligung widerspiegelt.

Präsidium

Neben Thomas Meyer bilden derzeit folgende Vize-Präsidenten das Präsidium der Bergischen Industrie- und Handelskammer: Axel Blankennagel, Christian Busch, Jan Peter Coblenz, Dr. Manfred Diederichs, Jörg Heynkes, Christina Victoria Kaut-Antos und Reiner Strecker.

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