Gastronomie

Hilfe für den Neustart: Erst die Dosen verkaufen, dann bezahlen

Das Lager ist voll bei Pure in Remscheid. Um den Gastronomen beim Abverkauf zu helfen, setzt Jörg Wickesberg auf individuelle Konzepte und viel Unterstützung. Foto: Roland Keusch
+
Das Lager ist voll bei Pure in Remscheid. Um den Gastronomen beim Abverkauf zu helfen, setzt Jörg Wickesberg auf individuelle Konzepte und viel Unterstützung.

Remscheider Energy-Drink-Hersteller möchte Gastronomen unterstützen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Nicht nur die Gastronomen selber sehnen das Ende des Lockdowns herbei, sondern auch ihre Lieferanten. Schließlich sind viele auf diesen Absatzkanal angewiesen. Der Remscheider Energy-Drink-Hersteller Pure möchte die Gastronomen mit individuellen Konzepten beim Re-Start helfen – wann immer der sein mag.

Denkbar seien unter anderem Just-in-time-Lieferungen, veränderte Mindestbestellmengen und verlängerte Zahlungsziele, sagt Jörg Wickesberg. „Wir können über so ziemlich alles reden“, stellt der Pure-Vertriebsleiter in Aussicht. „Wir wollen ja auch, dass die Gastro überlebt.“

Wickesberg kann sich vorstellen, dass es „hoffentlich nach Ostern“ wieder losgehen könnte in der Gastronomie. „Aber der Club-Betrieb wird dann ja nicht mehr so sein wie vorher.“ So sei gerade am Anfang mit deutlich reduzierten Besucherzahlen zu rechnen. Und damit auch mit deutlich reduziertem Umsatz.

Damit Discos und andere Gastronomiebetriebe trotzdem noch Geld verdienen können, möchte man ihnen bei Pure entgegenkommen. Zum Beispiel indem man das Zahlungsziel soweit aufschiebt, dass die Betriebe die Getränke erst bezahlen müssen, wenn sie sie selber schon verkauft haben. Zu einzelnen Events könne die benötigte Ware auch kurz vorher geliefert und überschüssige anschließend wieder abgeholt werden, um Lagerhaltung zu vermeiden, sagt Wickesberg.

Für Jörg Wickesberg ist das Angebot des Getränkeherstellers eine Reaktion auf eine gänzlich unvorhersehbare Situation. „Wer hätte gedacht, dass ein unbekanntes Virus die heutige und moderne Welt plötzlich international zum Stillstand führen wird?“, sagt er. Dass die komplette Nacht-Gastro quasi ein ganzes Jahr lang dicht sein könnte, habe niemand einplanen können. „Ein solcher Fall ist ja auch in den Verträgen mit den Gastronomen nicht vorgesehen.“

Dass die darin avisierten Absatzmengen nicht erreicht würden, sei „niemand Schuld“, so Wickesberg. Da helfe es auch kaum, Druck auf die Gastronomen auszuüben, obwohl den Herstellern der Umsatz fehle: „Es bringt nichts, denen die Pistole auf die Brust zu setzen.“ Die Krise überwinde man nur zusammen.

Das gelte umso mehr für einen Getränkehersteller wie Pure, der den Großteil seines Umsatzes in Clubs macht. „Der Einzelhandel läuft nahezu unverändert weiter“, sagt Jörg Wickesberg. Bringe aber nicht die benötigten Verkaufszahlen. Wenn überhaupt verdiene man sein Geld derzeit im Ausland: „In Australien und den USA geht es ja gerade langsam wieder los.“ Derweil frage sich die Branche in Deutschland, wann es endlich weitergehe, so Wickesberg: „Die Ungewissheit ist das Schlimmste.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare