Großer Fachhandel

Grill-Erlebniswelt Grillardor eröffnet direkt an der A1

Sebastian Sohnius (l.) und Frederik Kappenstein (r.) mit Anna Piemonte und Marcel Hainer von Weber in der rund 800 Quadratmeter großen Ausstellung.
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Sebastian Sohnius (l.) und Frederik Kappenstein (r.) mit Anna Piemonte und Marcel Hainer von Weber in der rund 800 Quadratmeter großen Ausstellung.

Es ist ohne Zweifel eines der ehrgeizigsten Handels- und Dienstleistungsprojekte, die das Bergische derzeit zu bieten hat – und es steht kurz vor der Vollendung.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Am Freitag, 12. Juni, soll die Grill-Erlebniswelt Grillardor direkt an der A 1 in Remscheid-Lennep eröffnen. Mit Fachmarkt, Gastronomie, Grill-Akademie und Event-Fläche auf zusammen 2000 Quadratmetern.

„Seit einer Woche bauen wir ununterbrochen Grills auf“, berichtet Verkaufsleiter Sebastian Sohnius von den letzten Arbeiten, bevor es losgeht.

Neben etwa 75 Grills ist auch jede Menge Zubehör im Angebot.

Allein 75 Geräte der Marke Weber sollen in dem rund 800 Quadratmeter großen Fachhandelsbereich ausgestellt werden. Dazu ergänzende Produkte anderer Hersteller, zum Beispiel Feuerschalengrills, jede Menge Zubehör, aber auch Lebensmittel, Getränke und Gewürze. Sogar einen kleinen Weber-Fanshop wird es geben.

Der amerikanische Grill-Hersteller gehört zu den wichtigsten Partnern des Projekts. Einmal eröffnet, wird der Grillardor den größten Weber-Original-Store in Europa beherbergen. „Viele fragen, warum wir dafür gerade Remscheid gewählt haben und nicht Düsseldorf-Mitte“, sagt Marcel Hainer von der deutschen Weber-Niederlassung. Doch die Lage sei nahezu ideal.

„Wir wollen den Kunden den Einkauf so einfach wie möglich machen und das ist hier gegeben.“ Dank der Autobahn vor der Tür sei der Ort schnell erreichbar, dazu gebe es ausreichend Parkplätze. „Wir gehen davon aus, dass die Leute bis zu einer Stunde Fahrt in Kauf nehmen“, sagt Hainer. Demnach wohnen im Einzugsgebiet einige Millionen potenzieller Kunden.

Doch Geschäftsführer Frederik Kappenstein setzt nicht allein auf Weber, vermutlich der bekannteste Name der Branche, sondern möchte auch eigene Akzente setzen. Zum Beispiel mit Lebensmittel von Fleisch über Gemüse bis Bier. Zum Teil von regionalen Lieferanten wie der Landmetzgerei Lattner aus Wermelskirchen und dem Remscheider Bräu. Zum Teil mit außergewöhnlichen Spezialitäten wie Fleisch aus dem Baskenland.

Zudem wird es eine eigene Werkstatt geben. „Reparaturen können wir direkt vor Ort durchführen“, sagt Sebastian Sohnius. Und dank eines speziellen Laser-Werkzeuges könne man dort auch Produkte mit Namen oder Logo gravieren lassen – von der Grillzange bis zum Deckel eines Gasgrills.

Auf der anderen Seite des Gebäudes, getrennt durch eine Piazza genannte 300 Quadratmeter große Freifläche, die für Events und Schulungen genutzt werden kann, befinden sich eine Grillakademie und der Gastronomiebereich.

Eine „Explosionszeichnung“ zeigt den Aufbau eines Gasgrills.

Hier soll es den ganzen Tag über Gegrilltes geben. Und damit auch viele Grills in Aktion. „Das ist natürlich unser großer Vorteil“, so Sohnius. „Wenn ein Kunde einen bestimmten Grill im Betrieb sehen will, gehen wir schnell rüber und schmeißen den an.“ Das würden selbst die meisten Fachhändler nicht bieten. „Und das Internet schon gar nicht.“

Der Bau des Grillardor-Gebäudes hatte Anfang November begonnen. „Wir hatten zwischendurch eine kurze Verzögerung“, berichtet Geschäftsführer Kappenstein. Doch das Remscheider Bauunternehmen Dohrmann als Generalunternehmer und die beteiligten Handwerker hätten die vereinbarten Termine trotzdem eingehalten. „Das haben die alles wieder rausgeholt.“

„Wir wollen den Kunden den Einkauf so einfach wie möglich machen.“
Marcel Hainer, Firma Weber, über den Standort Remscheid

Ganz anders als geplant wird hingegen die Eröffnung am 12. Juni aussehen. „Das haben wir uns sicherlich anders vorgestellt“, sagt Sebastian Sohnius – und berichtet von Plänen mit verschiedenen Grillstationen, an den die Besucher hätten probieren können. Das muss nun wegen der aktuellen Pandemie ausfallen. „Wir machen morgens um 9 Uhr die Tür auf und lassen die Leute rein“, beschreibt er das Alternativprogramm.

Dass es trotzdem nicht an Kundeninteresse mangeln wird, ist bereits abzusehen. Zur Eröffnung gebe es einige Angebote, berichtet Verkaufsleiter Sohnius. Und obwohl man noch gar nicht eröffnet habe, hätten viele bereits davon erfahren – und schon mal bestellt. Palettenweise Grills, aber auch etwas für das Rost: „Von dem Fleisch aus dem Baskenland sind jetzt schon über 30 Kilogramm vorbestellt.“

Hintergrund

Grillador: Hochgezogen haben das Projekt maßgeblich Frederik Kappenstein und Arndt Krienen, die etwa Anfang 2018 mit den ersten Planungen begonnen haben. Anfang 2019 schließlich wurde das jetzige Grundstück gekauft, auf dem bis 1993 die Straßenmeisterei untergebracht war.

Weber: Das 1893 gegründete amerikanische Unternehmen stellte ursprünglich Bojen her – bis George Stephen 1952 auf die Idee kam, zwei Unterseiten von kugelrunden Bojen zu einem Grill umzufunktionieren. Heute vertreibt die Firma ihre Grills in mehr als 30 Ländern auf der ganzen Welt.

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