Rückblick und Ausblick

Feuerwerkspreise könnten in den nächsten Jahren deutlich steigen

Der Preis fürs Feuerwerk wird dieses Jahr noch stabil bleiben, schätzt der Experte. Archivfoto: Roland Keusch
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Der Preis fürs Feuerwerk wird dieses Jahr noch stabil bleiben, schätzt der Experte. Archivfoto: Roland Keusch

Remscheider Firma über das Böller-Verbot im vergangenen Jahr

Von Elisa Krooß und Andreas Krüger

Remscheid. Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und die Pandemie verschärft sich erneut. Bei Inzidenz um 200 fragt man sich, inwieweit die Feiern zu Weihnachten und Neujahr eingeschränkt werden könnten. Nachdem an Silvester 2020 private Feuerwerke verboten wurden, sind bundesweit bis jetzt keine derartigen Einschränkungen geplant.

Nicolas Kandler, Projektmanager und Sprecher der Remscheider Feuerwerksfirma Nico, berichtet, wie es dem Konzern seit dem Verbot vor einem Jahr ergangen ist: „Bis zum dritten Advent 2020 war von einem Feuerwerksverbot noch keine Rede. Wir waren mit der Produktion der Böller natürlich schon fertig und hatten fast die gesamte Ware auch schon an unsere Kunden verschickt.“ Dann sei „sehr kurzfristig“ doch noch das Verbot gekommen, und man habe die Ware wieder zurückholen müssen. „Dies war mit sehr hohen Logistik- und Lagerkosten verbunden. “

Zudem hatte die Firma die Produktionskosten ihrer Ware vorfinanziert, aber daraus keinerlei Umsatz erzielt. Um trotzdem möglichst viele Mitarbeiter halten zu können, führte Nico Kurzarbeit ein. Auch um staatliche Unterstützung habe man sich bemüht, so Kandler: „Wir haben die Überbrückungshilfe III beziehungsweise III+ beantragt. Bisher sind noch keine Gelder geflossen, aber wir sind guter Dinge, dass dies bald der Fall sein wird.“

Viele Menschen vermissten 2020 das Feuerwerk

Zusätzlich habe man die Zeit genutzt, um die Digitalisierung innerhalb des Konzerns voranzutreiben, den ökologischen Fußabdruck zu verringern und an der Minimierung von Plastikteilen gearbeitet, berichtet der Projektmanager. Die Feuerwerkskörper würden inzwischen hauptsächlich aus recyceltem Papier bestehen, aber man versuche noch, die Plastikkäppchen zu ersetzen.

„Im letzten Jahr bekamen wir einige Anrufe von Eltern, die fragten, ob wir nicht noch Wunderkerzen für ihre Kinder übrig hätten“, erinnert sich Nicolas Kandler. Viele hätten das Feuerwerk zum Jahreswechsel vermisst, schließt er daraus: „Die Menschen sehnten sich danach, das neue Jahr zu begrüßen und mit dem alten abschließen zu können.“

Eine besonders für den Endverbraucher wichtige Frage ist aber auch, inwieweit der Preis der Feuerwerkskörper steigen wird. „Ich gehe davon aus, dass unsere Kunden in diesem Jahr noch keinen deutlichen Preisanstieg bemerken werden.“ Weil das Feuerwerk überwiegend in Asien produziert werde, mache sich aber der drastische, fast dreifache Preisanstieg bei der Container-Verschiffung bemerkbar. Auch die Rohstoffe seien deutlich teurer geworden. „Demnach werden die Preise im darauffolgenden Jahr um circa 20 bis 40 Prozent steigen“, berichtet Nicolas Kandler.

Düsseldorf verbietet Feuerwerk in der Altstadt.

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