Hersteller chemischer Produkte

Rabbasol: Ihr unkonventioneller Weg zahlt sich aus

Mit einigen Produkte und den Bearded Collies Tommi (fehlt auf dem Bild) und Trudi machen sich Kerstin Sommer-Freiberg und Walter Freiberg im Wohnmobil auf den Weg zu Messen in Deutschland.
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Mit einigen Produkte und den Bearded Collies Tommi (fehlt auf dem Bild) und Trudi machen sich Kerstin Sommer-Freiberg und Walter Freiberg im Wohnmobil auf den Weg zu Messen in Deutschland.
  • Manuel Böhnke
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Trotz der zahlreichen Krisen steht die Firma Rabbasol gut da – Verantwortliche verfolgen eigene Philosophie.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Professionelle Vertriebstrainings? Langwierige Verhandlungen? Teurer Außendienst? Das ist nicht die Welt von Kerstin Sommer-Freiberg und Walter Freiberg. Stellt das Ehepaar bei Messen in Deutschland aus, packt es seine sieben Sachen sowie die Bearded Collies Trudi und Tommi ein und macht sich auf den Weg – mit dem Wohnmobil. Vor Ort soll die Atmosphäre entspannt sein: Bockwurst, Kartoffelsalat, Waffeln, Kommunikation auf privater Ebene mit Lieferanten, Kunden und solchen, die es werden könnten. Womöglich liegt es daran, dass die Firma Rabbasol die wirtschaftlich angespannte Lage bisher kaum zu spüren bekommt. „Wir müssen eigentlich keine Verkaufsgespräche führen“, gibt sich der Geschäftsführer selbstbewusst. Aufträge erreichen das Unternehmen auch ohne intensives Werben.

Seit 1953 stellt Rabbasol chemische Produkte her. In Solingen-Wald entstehen Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Artikel zur Körperpflege und Flüssigdünger. Das Gelände rund um die Korkenziehertrasse ist weitläufig, für Außenstehende unübersichtlich. Das gilt auch für das Büro am Fallerslebenweg. „Hier finden nur wir uns zurecht“, sagt Kerstin Sommer-Freiberg grinsend über die Papierstapel auf dem Schreibtisch.

Unkonventionell – so lässt sich das Vorgehen der Rabbasol-Verantwortlichen beschreiben. Das gilt nicht nur für Messeauftritte wie zuletzt bei der Interbad in Stuttgart und einem Treffen sächsischer Schwimmmeister im Erzgebirge. Kerstin Sommer-Freiberg nennt ein Beispiel. Vor einiger Zeit wollte ein Kunde seinen Bestellprozess auf eine digitale Plattform umstellen. Für die Solinger hätte das Mehraufwand bedeutet. Sie äußerten ihren Unmut, waren bereit, zukünftig auf den Auftrag zu verzichten. Und bekamen schlussendlich eine Ausnahme eingeräumt.

Mit seiner Art scheint das Duo gut zu fahren. 34 Mitarbeiter hatte das Unternehmen in früheren Zeiten, heute sind es sieben. Bewusst wurden viele Aufgaben ausgelagert, etwa Buchhaltung und Spedition. „So kann ich mich besser auf das Geschäft und mich konzentrieren“, sagt Walter Freiberg. Dem Geschäftsführer zufolge erzielt das kleine Team einen jährlichen Umsatz von mehr als vier Millionen Euro.

23 000 Kunden zählt Rabbasol laut eigenen Angaben. Darunter befinden sich Privatpersonen, die Flüssigdünger, Waschcreme oder Sanitärkonzentrate für Campingtoiletten an der Fabrik abholen. Hinzu kommen Großabnehmer, etwa Schwimmbäder. Sie beziehen Reinigungsmittel in Solingen.

Die breite Produktpalette fange Schwankungen in einzelnen Segmenten auf, erklärt Walter Freiberg. Viele Saunas müssen beispielsweise wegen der Energiekrise ihre Öffnungszeiten einschränken – der Bedarf für Reinigungsmittel sinkt. Dafür steigt die Nachfrage nach Flüssigdünger. „Das war früher ein Saisonartikel und funktioniert heute ganzjährig“, sagt Freiberg. Der Grund: Das Produkt könne dazu beitragen, den Gärprozess in Biogasanlagen zu beschleunigen.

Nicht von wenigen Artikeln abhängig zu sein, trägt dazu bei, dass Rabbasol die Preise für seine Reinigungsmittel zumindest für zwölf Monate stabil halten kann. Dabei haben auch die Kosten für viele Chemikalien und Kunststoff-Verpackungen angezogen, manches ist überhaupt nicht erhältlich. Hier zahlt sich Kerstin Sommer-Freibergs Philosophie aus: „Liebe deine Lieferanten.“ Wer in prosperierenden Zeiten guten Kontakt pflege, pünktlich bezahle, sei im Vorteil, wenn sich die Lage zuspitzt.

Auch komme dem Unternehmen zugute, dass sich sowohl das Areal in Wald als auch Flächen an der Landwehrstraße in seinem Eigentum befinden, betont Freiberg. In Aufderhöhe werden die Rabbasol-Produkte in unterschiedlich große Gebinde abgefüllt.

1979 ist Walter Freiberg in die von seinem Vater gegründete Firma eingetreten. Ans Aufhören denkt der 69-Jährige noch nicht. Wie seine elf Jahre jüngere Frau möchte er den persönlichen Kontakt zu Kunden und Partnern aufrechterhalten. Und weiter möglichst viele Aufgaben selbst übernehmen. „Dann weiß ich, dass es klappt“, sagt Walter Freiberg.

Unternehmen

Die Firma Rabbasol besteht seit 1953. 35 Jahre später erweiterte Geschäftsführer Walter Freiberg das Portfolio um Flüssigdünger-Produktion. 1991 übernahmen die Solinger die Firmen Dr. Jonson Waschpaste sowie die Seifenfabrik Magdeburg.

www.rabbasol.de

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